Traufausbildung

Die Dachtraufe ist geometrisch komplex. Der oft enge Bauteilanschluss von zum Beispiel Sparren und Fußpfetten ist schwer zugänglich; Ausführungsfehler können hier schnell passieren. Besonders schwierig ist der luftdichte Anschluss der Dampfbremse. Doch wer hier nicht sorgfältig arbeitet, riskiert Tauwasser im Traufbereich.

Detailausbildung:Traufpunkt mit Stichsparren
Undichter Anschluss der Dampfbremse gegen die Firstpfette
Fachgerecht über der Firstpfette eingelegte Dampfbremse

Dampfbremse oberhalb der Sparren

Liegen Dampfbremse und Wärmedämmung oberhalb der Sparren, ist der luft- und dampfdichte Anschluss an die Außenwand herausfordernd. Besonders problematisch sind Konstruktionen, bei denen die Dachsparren über die Fassadenebene hinausragen und zugleich das Tragwerk für den Dachüberstand bilden. In diesem Fall muss die Dampfbremse entsprechend den Sparrenquerschnitten ausgeschnitten und luftdicht an die Außenwand angeschlossen werden – was technisch schwierig ist. 

Für die Ausbildung von Dachüberständen spricht allerdings, dass sie einen guten Wetterschutz für die darunterliegenden Bauteile bietet. Als Lösung bietet sich der Einsatz sogenannter Stichsparren an. Diese liegen auf den Dachsparren auf und ragen über die Außenwand hinaus, sodass ein Dachüberstand entsteht. Folglich lässt sich die Dampfbremse oberhalb der Sparren führen und um die Sparrenenden herum an die Außenwand anschließen.

Dampfbremse unterhalb der Sparren

Soll die Dampfbremse unter den Sparren verlegt werden, sind die Anschlüsse an aufgehende Bauteile und Wände – etwa von Gauben und Schornsteinen – sowie an Pfetten problematisch. Sie luftdicht auszuführen, ist handwerklich sehr anspruchsvoll. Die Abdichtungen sollen verhindern, dass zusammen mit der Luft auch Wasserdampf in die Wärmedämmung gelangt und sie auf Dauer durchfeuchtet.

Daher sind alle Übergänge von der Dampfbremse zu den Bauteilen mit geeigneten Klebstoffen und Klebebändern fugenlos und absolut luftdicht zu verkleben. Dabei sind drei Aspekte zu beachten: Einerseits muss die Dampfbremse zum Klebesystem passen. Andererseits ist sie überlappend und mit luftdicht verklebten Stößen zu verlegen. Schließlich durchdringen mechanische Befestigungen der Folie an den Sparren – zum Beispiel Tackernadeln – die Dampfbremse und verursachen winzige Leckagen. Diese müssen entsprechend ebenfalls luftdicht überklebt werden.

Bei Pfettenanschlüssen sollte die Dampfbremse raumseitig über die Pfetten weitergeführt werden. Falls diese sichtbar bleiben sollen, ist die Einlage einer separaten, mit Überlänge über die Pfette verlegten Dampfbremse zu empfehlen. Diese kann nach Ausrichten des Dachstuhles mit der Dampfbremse der Dachfläche fugenlos verklebt werden.

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