Textilien und Membranen
Je nach Witterunsgbeständigkeit sind textile Wirkwaren, Gestricke und Gewebe sowie Membranen und Folien als innen- oder außenliegender Sonnenschutz geeignet. Die Robustheit und Reflexionsfähigkeit lassen sich mit Beschichtungen und Bedampfungen erhöhen.
Textilien
Für Vorhänge, die kaum Licht durchlassen, werden Baumwolle, Polyester und Trevira CS sowie Samt und Brokat genutzt. Vorhänge aus dünnen Textilien wie beispielsweise Seide, Leinen und Organza lassen viel Helligkeit, aber auch Wärme durch. Plissees verfügen abhängig von den Materialeigenschaften des Stoffes über mehr oder weniger dauerhafte Falten. Dauerhaft plissieren lassen sich nur thermofixierbare Stoffe, etwa erdölbasiertes Polyester oder Acetat, ein Polymer aus pflanzlicher Zellulose.
Viele dieser Textilien lassen sich in zahlreichen Farben herstellen und bedrucken. Zusätzliche Beschichtungen können die Lichtdurchlässigkeit verringern oder wasserabweisend und antistatisch wirken. Reflektierende Eigenschaften lassen sich erzeugen, indem die Stoffe metallisch bedampft bzw. beschichtet werden oder dünne Metallfäden in den Stoff eingewebt bzw. eingewirkt werden.
Auch Metalle selbst können wie Textilien wirken. So bilden Drähte und Stäbe aus Edelstahl, Aluminium sowie beschichteter Flussstahl witterungsbeständige Maschengeflechte, Netze und Gitter. Im Außenbereich herrschen jedoch Kunststofffasern vor: Bei Markisen etwa kommen hauptsächlich Gewebe aus Polyacryl, Polyester und Glasfaser zum Einsatz sowie PVC-Planengewebe. Polyesterfasern wie Trevira sind nicht nur leicht und schwerentflammbar, sondern auch unempfindlich gegen UV-Licht. Sie werden nicht nur für Markisen, sondern auch für Vorhänge, Rollos, Faltstores, Segel und Schirme verwendet.
Membranen
In der Architektur wird der Begriff Membran oft für textile Gewebe oder Kunststofffolien verwendet. Ursprünglich stammt der Begriff aus den Naturwissenschaften und bezeichnet dort eine poröse, dünne Wand oder Haut, die Flüssigkeiten oder Gase trennt. Kunststoffmembranen und -folien werden als Segel, Schirme, Faltmembranen und pneumatisch ebenso wie mechanisch vorgespannte Systeme verwendet. Zum Einsatz kommen beschichtete Gewebe aus hochfestem Fasermaterial, unbeschichtete Gewebe, beispielsweise aus Baumwollmischungen, Netze aus Draht, Kunstfaser und Stahlseilen sowie Kunststofffolien wie PTFE und ETFE.
Poly-Tetrafluorethylen (PTFE), auch bekannt als Teflon und Gore-Tex, ist transluzent. ETFE, ein fluoriertes Kopolymer aus Ethylen und Tetrafluorethylen, hingegen ist transparent. Diese Membranen sind extrem leicht, weisen eine gute Lichtstreuung auf, können UV-Licht filtern und sind recht dauerhaft.
Durch Beschichtungen wie Bedruckungen und Bearbeitungen wie Perforationen lassen sich weitere Steigerungen der bauphysikalischen Sonnenschutz-Werte erreichen. Auch flexible Photovoltaik-Bahnen können in diese Gewebe integriert werden. Darüber hinaus kann eine Kombination aus Gewebe und Membranen die Robustheit erhöhen, wie bei dem PTFE-beschichteten Glasfasergewebe des Centre Pompidou in Metz.
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