Sanierung der Paul Héraud Schule in Gap

Besser lernen mit passivem Wärmeschutz

Die Stadt Gap liegt im Südosten von Frankreich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und ist Hauptstadt des Départements Hautes-Alpes. Der Gebäudekomplex der dortigen Schule Lycée Paul Héraud beherbergt neben dem Gymnasium weitere Bildungseinrichtungen, etwa eine technische Ausbildungseinrichtung für Kfz- sowie Lkw-Mechaniker und -Mechanikerinnen. Um den zuvor hohen Energieverbrauch drastisch zu senken, wurde das Gebäude einer energetischen Sanierung unterzogen. Im Zuge der Planung durch das Büro Romain Jamot Architecture wurde auch die Barrierefreiheit verbessert, der Eingangsbereich unter Sicherheitsaspekten neu organisiert und der Vorplatz neu gestaltet.

Mit der Sanierung der Gebäude nach Plänen des Büros Romain Jamot Architecture konnte der Energieverbrauch um über die Hälfte reduziert werden.
Im Zuge der Planung wurde auch die Barrierefreiheit verbessert und der Eingangsbereich unter Sicherheitsaspekten neu organisiert.
Der Vorplatz wurde ebenfalls neu gestaltet.

Fassade mit vorgestelltem Stahlgerüst
Durch umfassende Maßnahmen an der Gebäudehülle wurden die Bestandsgebäude energetisch verbessert. Neben der Erneuerung der Dämmung umfasste dies insbesondere Maßnahmen des sommerlichen Wärmeschutzes im Bereich der Fassaden. So wurde den Außenwänden der Obergeschosse ein graues Stahlgerüst vorgehängt. Neben den fest eingebauten horizontalen Sonnenschutzlamellen aus grau gestrichenem Holz wurde ein Textilscreen in Beige eingehängt. Die dahinter liegende vorgehängte Fassadenverkleidung besteht aus hellem Metall. Im Erdgeschoss wurde eine graue Faserzementverkleidung gewählt.

Die Schule wird von Norden über den neu gestalteten Vorplatz erreicht. Um die Sicherheit für das gesamte Gelände zu erhöhen, planten die Architekturschaffenden ein neues Eingangsgebäude mit Pförtnerloge und dahinter einen internen überdachten Aufenthaltsbereich. Zwei hier stehende alte Zedern mit mächtigen Baumstämmen wurden in die Architektur integriert und sind von Sitzgelegenheiten umfasst. Weitere Sitznischen mit Tischen sind in die Wände des Eingangsbereichs im Hauptgebäude integriert und bieten Platz zum Aufenthalt und Lernen. 

Auch beim neuen Eingangsgebäude wird auf passiven Wärmeschutz gesetzt: Streckmetallverkleidungen begrenzen den offenen Raum und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung, lassen aber gleichzeitig gefiltertes Licht ins Innere fallen. Rampenanlagen vermitteln zwischen den unterschiedlichen Niveaus und ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Der Schulhof erstreckt sich im Süden auf dem Dach der Turnhalle, deren Bodenniveau auf Höhe des zweiten Untergeschosses liegt. Durch die Lage am Hang befindet sich diese auf dem gleichen Niveau wie direkt davor befindliche Sportplatz. In den Erd- und Obergeschossen sind Unterrichtsräume, die Schulbibliothek, ein Restaurant, Verwaltungsbüros und Unterkünfte angeordnet. 

Energetische Sanierung mit Holzfaser und Mineralwolle
Im Zuge der Sanierung kommen vorrangig gesunde und nachhaltige Baumaterialien zum Einsatz. Dies schlägt sich auch in der Wahl der Dämmstoffe nieder: So erhielten die Stahlbetonaußenwände der Obergeschosse eine außenseitige Dämmung aus einer 24 cm dicken Holzwolleschicht. Um die Wärmebrücken im Bereich von Betonvorsprüngen zu minimieren, wurden diese mit 10 cm Steinwolle überdämmt. Eine vorgehängte und hinterlüftete Fassadenkonstruktion dient als Verkleidung. In Erdgeschossbereichen wurde die bestehende Steinwolledämmung mit einer zusätzlichen Dämmung, ebenfalls aus Steinwolle, ertüchtigt. 

Die Satteldächer bestehen aus einer kombinierten Stahl- und Holzkonstruktion als Kaltdach. Auf der Betondecke wurde eine Einblasdämmung aus Holzfasern in einer Dicke von 42 cm eingebracht. Die Dächer im Bereich von Bibliothek, Restaurant und Gymnasium wurden mit einer 21 cm starken Holzfaser-Einblasdämmung, 4 cm Steinwolle und einer zusätzlichen 5 cm dicken außenliegenden Dämmung saniert. Das Ergebnis der Sanierung ist eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs um über 50 Prozent. Dies wurde mit dem französischen Umwelt-Label „Bâtiments durables méditerranéens“ (BDM) in Gold honoriert. -sus

Bautafel

Architektur: Romain Jamot Architecture, Aubais
Projektbeteiligte: C.Grillet Economie de la Construction (Tragwerksplanung); Synapse Construction, Bellignat (Technische Beratung); Sigma Acoustique, Rodez (Akustik)
Bauherrschaft:
Conseil Régional Provence-Alpes-Côte d'Azur, vertreten durch l'Agence Régionale d'Equipements et d'Aménagement (AREA-PACA)
Fertigstellung:
2019
Standort: 25 Rue de Bonne, Gap, Frankreich
Bildnachweis: Marie Caroline Lucat

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