Hinterlüftung der Eindeckung

Schutz gegen Feuchtigkeit und sommerliche Wärme

Sie ist die durchgehende Luftschicht bei Dach- und Wandkonstruktionen: die Hinterlüftung. Mit ihr kann der sommerliche Wärmeschutz verbessert werden. Vor allem ist sie aber eine Form des konstruktiven Schutzes von Bauteilen vor Feuchteschäden.

Feuchtigkeit kann auf mehreren Wegen in die Dämmung und Konstruktion von Dächern gelangen: von außen, über undichte Stellen an der Eindeckung oder von innen, über die feuchtwarme Luft aus bewohnten Dachräumen. Kann die Feuchtigkeit nicht wieder entweichen, gefährdet sie die Funktionsfähigkeit und Dauerhaftigkeit der Dachkonstruktion oder fördert ein hygienisch bedenkliches Raumklima, etwa durch Schimmelpilzwachstum. Solche Schäden lassen sich verhindern, wenn zwischen der Eindeckung und der darunterliegenden Konstruktion genug Platz ist, damit Luft zirkulieren und Feuchtigkeit abtransportiert werden kann.

Zum einen tropft Tauwasser, das sich an der Unterseite von Ziegeln und Betondachsteinen bilden kann (sog. Sekundärtauwasser), auf die Zusatzmaßnahme zur Erhöhung der Regensicherheit (Unterspannung, Unterdeckung, regensicheres oder wasserdichtes Unterdach) ab und wird von dort sicher zur Traufe geführt. Zum anderen wird die feuchte Luft durch den sogenannten Kamineffekt in Richtung First abtransportiert. Staudruck wirkt auf die Zuluftöffnungen an den Traufen, während gleichzeitig Auftrieb und Sog durch die Abluftöffnungen am First entstehen. Auf diese Weise wird auch das durch Diffusion oder Konvektion von innen in die Dämmung eingetragene Wasser, wenn es wieder verdunstet, sicher in Richtung First, an die Außenluft befördert. Für diese Lüftungsebene gelten die gleichen Querschnitte an den Traufen, Firsten und Graten, wie sie bei den Querschnitten einer belüfteten Konstruktion vorgesehen sind (200 cm² pro Meter an der Traufe und fünf Prozent der dazugehörigen Dachfläche an Firsten und Graten). Für die Luftdichtheit der Konstruktion dient eine verputzte oder auf andere Weise luftdicht gefertigte Innenverkleidung. 

Bei Dächern, bei denen direkt unterhalb der Dachfläche bewohnte Bereiche angeordnet sind, ist eine Zusatzmaßnahme zur Erhöhung der Regensicherheit (Unterspannung oder Unterdeckung) anzuordnen. Der erforderliche Abstand zwischen der Unterspannung/ -deckung und der Unterkante der Dachlattung beträgt mindestens 24 mm. 

Die Anforderungen an die Höhe von belüfteten Luftschichten bei Dächern stehen im Merkblatt Wärmeschutz bei Dach und Wand des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und in der DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz – Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung. Für Dachneigungen von mindestens 5° ist eine Mindesthöhe der belüfteten Luftschicht von 2 cm gefordert. Für Dachneigungen unter 5° fordern sowohl das Merkblatt als auch die DIN 4108-3 eine Mindesthöhe von 5 cm.

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