Grundschule in Founex

Sonnenschutzverglasung und bronzefarbene Raffstores aus eloxiertem Aluminium

Die Nähe zum Genfersee und zur Stadt Genf machen die kleine Schweizer Gemeinde Founex zu einer beliebten Wohngegend. Zahlreiche Einfamilienhaus- und Villenquartiere sind hier in den letzten Jahrzehnten entstanden, darunter die Wohnsiedlung Châtaigneraie. Seit 1951 ist hier außerdem der Schulcampus der Ecole International de Geneve ansässig. Zu ihm gehören ein historisches Gutshaus von 1908, eine neuere Oberschule sowie eine Sporthalle mit zwei Outdoor-Sportplätzen. Was bisher fehlte, war eine Grundschule. Das hat sich mit dem Neubau nach Plänen des Architekturbüros Jean-Baptiste Ferrari et Associés aus Lausanne geändert.

Fassadenelemente: Raffstores (u.r.) feststehende, mit farbiger Folie hinterlegte Lamellen (o. l.) sowie Lochbleche (u. l.)  aus Aluminium, dazu bläulich schimmernde Verglasung (o. r.)
Die Innenräume sind schlicht gestaltet. Farbige Laibungen setzen Akzente
Das zweite Geschoss setzt sich in seiner Gestaltung deutlich von den anderen ab

Am südlichen Rand des Areals gelegen, erstreckt sich der quaderförmige, bronzefarbene Schulbau mit einer Bruttogeschossfläche von 8.810 m² auf dem zum Campus abfallenden Gelände in Nordsüd-Richtung. Leicht in den Hang hineingeschoben, tritt das insgesamt viergeschossige Gebäude auf der Westseite nur mit drei Geschossen in Erscheinung. Auf dieser Seite ist auch der etwas zurückversetzte Eingang mit Parkplätzen und einem geschützten Schulhof im Außenbereich angeordnet. Jedes der vier Geschosse ist einer Klassenstufe vorbehalten, insgesamt wurden 27 Klassenzimmer im gesamten Gebäude untergebracht. Im Zentrum des Schulbaus befindet sich ein zu allen Seiten offenes Atrium, welches sich über alle Geschosse erstreckt und mit seinem Glasdach für eine natürliche Belichtung sorgt. Direkt daneben liegt eine doppelgeschossige Sporthalle, die vom Erdgeschoss erschlossen wird, darüber – ebenfalls geschossübergreifend – die Aula, die mit ihren roten, nach hinten ansteigenden Sitzreihen an einen Kinosaal erinnert.

In den Innenräumen dominieren die Farben Weiß, Hellgrau und Schwarz. Die Wände sind überwiegend unverkleidet und treten als Sichtbetonflächen in Erscheinung. Hölzerne Wandvertäfelungen und Möbel setzen Akzente. Dazu kommen bunt gestaltete Bullaugen in Türen und Wänden sowie lackierte Türlaibungen in leuchtenden Farben.

Bei der äußeren Gestaltung der Grundschule orientierten sich die Architekten an der Farbigkeit der Bestandsarchitektur, deren Fassaden hauptsächlich warme Brauntöne aufweisen. In Abstimmung dazu wählten sie bronzefarbene, eloxierte Aluminium-Lochbleche und bläulich schimmernde Verglasungen. Eine Ausnahme bildet das zweite Obergeschoss: Es ist von 15 cm breiten, schräg gestellten und geschosshoch ausgebildeten Alu-Lamellen umhüllt. Hinter diesen sind in einem wechselnden Raster Flächen mit Polyesterfolien in den Farben Grün, Blau, Rosa und Schwarz beklebt, die der ansonsten streng gerasterten Bronzefassade eine gewisse Dynamik und Leichtigkeit verleihen.

Sonnenschutz
Großflächige Sonnenschutzverglasungen sorgen für viel Tageslicht in den Klassenräumen und reduzieren gleichzeitig den Einsatz von Kunstlicht. Zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung sind die Fenster stark verspiegelt ausgeführt. Eine metallische Beschichtung auf der Innenseite der Außenscheibe des Mehrscheibenisolierglases reflektiert die auftreffenden Sonnenstrahlen, sodass sie nicht in den Innenraum eindringen können.

Zusätzlich sind die Fenster auf ihrer Außenseite mit jeweils zwei Raffstores ausgestattet. Bei einer einheitlichen Höhe von 2,90 m kommen sie in zwei Breiten à 2,85 m und 3,85 m (aus drei oder fünf Feldern)  zum Einsatz. Wie die Fassade bestehen die Raffstores aus eloxierten Aluminium-Lochblechen und weisen denselben Farbton wie diese auf. In geschlossenem Zustand gliedern sie die Gebäudehülle horizontal, wodurch ein abwechslungsreiches, sich ständig änderndes Fassadenbild entsteht. Jeder Raffstore ist manuell zu bedienen, stufenlos arretierbar und lässt sich so individuell auf die Ansprüche der jeweiligen Nutzer anpassen.

Bautafel

Architekten: Jean-Baptiste Ferrari et Associés, Lausanne
Projektbeteiligte: Ingeni, Carouge (Tragwerksplanung); Weinmann-Energies, Echallens (Heizung und Kühlung); BG Ingénieurs-Conseils, Châtelaine (Elektroplanung); Warema, Luzern (Sonnenschutz); Hüsler & Associés, Lausanne (Landschaftsplanung)
Bauherr: International School of Geneva Foundation, Genf
Standort: Chemin de la Ferme 2, Founex
Fertigstellung: August 2011
Bildnachweis: Duccio Malagamba, Barcelona und Jean-Baptiste Ferrari et Associés, Lausanne

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Materialien

Glas und Metall

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