Bodenbeläge: Elastische Bodenbeläge

Zu den elastischen Bodenbelägen gehören sehr unterschiedliche Materialien mit entsprechend unterschiedlichen Eigenschaften, Qualitäten und Einsatzbereichen. Je nach Nutzungsart und Beanspruchung kann grundsätzlich zwischen Bodenbelägen aus Kork, Linoleum, Polyvinylchlorid (PVC) und Laminat gewählt werden, das eine Sondergruppe innerhalb der elastischen Bodenbeläge darstellt.

Kork

Die herausragende Stärke von Korkbodenbelägen liegt in der wärmedämmenden Wirkung und der damit verbundenen angenehmen Fußwärme. Deshalb wird der Boden im Wohnbereich häufig in Schlaf- und Kinderzimmern verlegt. Geöltes Material wirkt sich zudem regulierend auf das Raumklima aus, da es Luftfeuchtigkeit bindet und bei Bedarf wieder abgeben kann. Kork selbst ist gesundheitlich unbedenklich. Unter dem Einsatz von Zusatzstoffen während des Herstellungsprozesses kann es zu Schadstoffbelastungen kommen. Das Gütezeichen Kork-Logo bietet dem Verbraucher Sicherheit, denn es wird grundsätzlich nur verliehen, wenn auf Flammschutzmittel und Pestizide verzichtet wurde und die Schadstoffemissionen unter den streng formulierten Grenzwerten liegen.

Linoleum im Bremer Rathaus, Remake eines von Peter Behrens entworfenen Dessins von 1913
Laminat in Holzdielenoptik

Linoleum
Mit einem Anteil von etwa 99% nachwachsenden Rohstoffe (Leinöl, Harze, Kork- und Holzmehl, Kalk und Farbpigmente) handelt es sich bei Linoleum um ein echtes Naturprodukt, dass mittlerweile eine beeindruckende Farbenvielfalt bietet. Erhältlich ist es, als einfach zu verlegendes Klick-System sowie als Bahnenware, die verklebt und verschweißt wird. Der Belag ist sehr strapazierfähig und als verklebtes Produkt für alle Nutzungen im Wohn- und Objektbereich geeignet. Als Oberflächenversieglung wird meist ein Polyurethanlack eingesetzt, der keine Emissionen verursacht. Grundsätzlich ist aber auch eine Endbeschichtung mit Öl möglich, um eine offenporige, feuchtigkeitsregulierende Oberfläche zu erhalten. Durch den Reifungsprozess der natürlichen Rohstoffe kann es nach der Fußbodenverlegung zu dem typischen Linoleumgeruch kommen, der aber keine gesundheitlichen Belastungen zur Folge hat.

Laminat
Laminat setzt sich aus einem Träger, der zu 80 Prozent aus Holzfasern besteht und der dekorativen Nutzschicht (z. B. Foto mit Stein- oder Holzoptik) zusammen, die mit Melaminharz versiegelt ist. Trägermaterial und Versiegelung bestimmen Härte und Widerstandsfähigkeit des Bodenbelags. Laminat ist leicht zu verlegen und zu pflegen. Verschiedene Produkttests haben den Boden als emissionsarm eingestuft. Im Vergleich zu Parkett ist Laminat anfälliger für mechanische Beschädigungen. In Feuchträumen ist er nicht empfehlenswert. Zudem kommt es bei seinem Einsatz trotz schalldämmender Schicht zu erhöhtem Trittschall, der zu Streitigkeiten unter Nachbarn führen kann. Der größte Nachteil liegt jedoch in der elektrostatisch aufgeladenen Oberfläche, die Stäube anzieht. Für Allergiker eignet sich dieser Boden daher nur eingeschränkt.

PVC
PVC-Bodenbeläge gibt es in zahlreichen Musterungen und Farben. Vorteilhaft sind vor allem die hohe Strapazierfähigkeit und der geringe Pflegeaufwand. PVC steht abgekürzt für Polyvinylchlorid, ein Kunststoff, der ohne Zusatzstoffe hart und wenig biegsam ist. Erst durch Zugabe von Weichmachern erhält er die erwünschte Elastizität. Je nach Weichmacheranteil unterschiedet man Hart-PVC (bis 12% Weichmacheranteil) und Weich-PVC (bis 60% Anteil). Für Bodenbeläge finden hauptsächlich Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate Verwendung. Phthalate sind in Weich-PVC chemisch nicht fest gebunden, und dünsten daher aus Produkten aus und verteilen sich durch Abrieb. Sie liegen dann als schwerflüchtige Verbindungen an Hausstaub gebunden in Innenräumen vor. Neben den Weichmachern finden sich in PVC-Böden Stabilisatoren, Flammschutzmittel und antibakterielle Beschichtungen, die langfristig aus dem Belag entweichen. Häufig in Kunststoffen verwendet werden die Phthalate DPHP, DIDP, DINP, DEHP, DBP, DIBP und BBP. Inbesondere Kleinkinder können damit stärker belastet sein als Jugendliche und Erwachsene, denn sie nehmen sie nicht nur über die Nahrung, sondern auch vermehrt über den Hausstaub auf sowie über viele Dinge, die sie in den Mund stecken. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) stuften die Stoffe DEHP, DBP und BBP als fortpflanzungsgefährdend ein.

Als Alternativen gibt es zahlreiche toxikologisch weniger bedenkliche Phthalate wie DINP und DIDP. Diese alternativen Stoffe haben einen höheren TDI. Weichmacher werden mittlerweile überall in der Umwelt nachgewiesen. Laut EU gelangen rund 95 Prozent des DEHP während der Produktnutzung und -entsorgung und etwa 5 Prozent über die Produktion und Verarbeitung in die Umwelt. Vom Umweltbundesamt empfohlene alternative Kunststoffe sind beispielsweise Polyethylen oder Polypropylen.

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