Penthouse auf Bunker in Hamm

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Leichte Stahlkonstruktion auf massivem Beton

Zwischen gutbürgerlichen Wohnhäusern in Hamm steht ein Luftschutzbunker. Auf diesem erhebt sich nun in fast 14 Metern Höhe das Penthouse von zwei experimentierfreudigen Lehrern, die hier gemeinsam mit dem Architekturbüro Archivolver ihre Vorstellungen vom Wohnen verwirklicht haben.

An oberster Stelle stand der respektvolle Umgang mit dem Bunker als zeitgeschichtliches Dokument. So scheint der neue Baukörper über dem alten Betonquader zu schweben und der entstehende Zwischenraum dient der technischen Erschließung. Bei Nacht wird diese Fuge betont durch ein Lichtband. Das Tragwerk des Penthouses basiert auf einem System aus Stahlträgern, das die bis zu fünf Meter starken Auskragungen auffängt und auf die tragenden Wände des Bunkers verteilt. Teile des Neubaus wurden in Holzbauweise vorfabriziert.

Im Inneren des Bunkers befindet sich die Haustechnik und für das Erdgeschoss ist eine Galerie geplant, in der Tageslicht nicht unbedingt nötig ist. Erschlossen wird das Penthouse über eine massive Betontreppe, die bereits vorhanden war. Sie setzt im obersten Teilbereich neu an und durchstößt nun von unten den Wohnraum.

Flachdach
Der Dachaufbau besteht aus einer unterseitig angebrachten Dampfbremsfolie, einer Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle und einer oberseitigen Nut- und Feder-Schalung aus OSB (orientated strand board). Darauf liegen Gefällekeile, die für die erforderliche Mindestneigung sowie die Hinterlüftung der Zwischenlage sorgen. Oberseitig sind zwei Lagen Bitumen-Dachabdichtung auf einer Holzschalung aufgebracht. Ein großes Oberlicht sorgt für die natürliche und großzügige Belichtung der innenliegenden Treppe.

Das Flachdach des Hochbunkers wird zum hochwertigen Außenbereich der Penthousewohnung: die aufgeständerte Dachterrasse mit Bankirai-Belag, ein in die Stahlkonstruktion eingelassener Gartenteich und ein Dachgarten auf knapp 14 Meter Höhe zeigen, dass auch im städtischen Umfeld der Traum vom Einfamilienhaus im Grünen möglich ist - mit Aussicht auf die Dächer der Stadt.

Bautafel

Architekten: Archivolver, Bonn
Projektbeteiligte: Michael Amort, Bonn (Projektleitung)
Bauherr: privat
Fertigstellung: 2007
Standort: Hochbunker Rothebach, Hamm (Westfalen)