Umbau der Volksschule in Adnet
Streckmetall vor Laubengängen und Glas
Adnet – nicht zu verwechseln mit ähnlich lautenden E-Commerce-Firmen – ist eine wachsende Gemeinde mit knapp 4.000 Einwohnern im Tennengau, 20 Kilometer südöstlich von Salzburg. Wegen der steigenden Zahl von Schüler*innen bedurfte es einer Erweiterung und Generalsanierung der Volksschule. Huber und Theissl Architekten aus Salzburg übernahmen diese Aufgabe. 2025 war der Neubau fertiggestellt.
Das Volksschulgebäude am Nordrand des Ortszentrums von 1974 hatte nur acht Klassenzimmer. Wie der Bestand vor dem Umbau aussah, vermittelt noch die gegenüberliegende, leicht versetzt angeordnete Mittelschule: ein zeittypischer, ländlicher Riegel mit flachem Satteldach. Ab 2022 wurde er in Massivbauweise west- und nordseitig geringfügig erweitert und in Holzbauweise um ein zweites Obergeschoss aufgestockt. Rund 80 Prozent der Baustoffe stammen aus der Region. Zum Einsatz kam unter anderem Recyclingbeton mit Gesteinskörnungen von abgebrochenen Autobahnrampen und einem neu entwickelten CO2-reduzierten Zement.
Im Zuge des Umbaus wurde auch die Straße, die Volks- und Mittelschule trennt, nach Norden verlegt. Nun sind beide Schulen durch einen Hof mit Laubengangkarree sowie durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden.
Von Turnhalle bis Musikraum
Das nunmehr erweiterte Programm umfasst zwölf Klassenzimmer zuzüglich Räumen für Nachmittagsbetreuung sowie Sport-, Musik- und Werkunterricht. Das Untergeschoss beherbergt eine Turnhalle mit den zugehörigen Umkleiden und zwei Werkräume für textile und technische Arbeiten. Im Erdgeschoss sind Aula, Bibliothek, Speiseraum und Lehrerzimmer sowie die Räume der Nachmittagsbetreuung untergebracht. Die Schulleitung, ein Konferenzraum und sechs Klassenzimmer befinden sich im ersten Obergeschoss, sechs weitere und der Musikraum im zweiten Obergeschoss.
Die Klassenzimmer sind locker entlang der Fassade angeordnet, sodass zwischen ihnen Platz ist für kleinere Gruppenräume und offene Lernbereiche. Letztere sind mit dem innenliegenden Flur verschmolzen, sodass dieser natürlich belichtet ist und Zugang zu den Laubengängen erhält. Ein Oberlicht im neuen Flachdach lässt von weiteres Tageslicht ins Schulgebäude dringen. Das Haupttreppenhaus schiebt sich an der nördlichen Längsseite aus dem Baukörper heraus, eine zweite Treppe ist auf der Südseite in den Laubengang integriert.
Fassade: in Gittern aufgelöst
Aus dem zweigeschossigen Satteldach-Riegel ist ein größerer und kompakterer Dreigeschosser mit Flachdach geworden. Er wirkt aber keineswegs massiv, sondern nahezu entmaterialisiert, dank der raumhohen Glasflächen und dreiseitig vorgelagerten Laubengänge. Die Fassaden werden maßgeblich von den großformatigen, jedoch feinmaschigen Streckmetallgittern geprägt, die als umlaufendes Band den Geschossplatten vorgesetzt sind. Eingefasst sind die Gitterelemente in L-Profil-Edelstahlrahmen, die mit verzinkten Stahlschwertern an die Deckenkanten geschraubt sind.
Die Streckmetallbänder dienen einerseits den Laubengängen als Brüstung, andererseits verdecken sie die oberen Fensterbereiche der jeweils darunterliegenden Geschosse – und wirken dort als Sonnenschutz. Lediglich ein vorkragendes Klassenzimmer im zweiten Obergeschoss durchbricht straßenseitig die Horizontalität. Im Treppenbereich ziehen sich die Gitter sogar vollflächig über die Geschosse hinweg. Auch bei der Hofeinfriedung wurden die Elemente konsequent aufgegriffen.
Bautafel
Architektur: huber und theissl architekten, Salzburg
Projektbeteiligte: Forsthuber, Salzburg (Tragwerksplanung), e+ engineering, Altenmarkt im Pongau (Elektrotechnik), S&P climadesign, Gmunden (Haustechnik), DI Graml Ziviltechnik, Elixhausen (Bauphysik) Bauherr*in: Gemeinde Adnet
Fertigstellung: 2025
Standort: Adnet 203a, 5421 Adnet, Österreich
Bildnachweis: Herman Seidl, Anif (Fotos); huber und theissl architekten, Salzburg (Pläne)
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