Teamarbeit hinter Photovoltaik-Fassaden

Besuch beim Neubau der Berlin Hyp

Firmenzentralen haben Symbolkraft. Das B-One genannte Bürohochhaus der Berlin Hyp bildet da keine Ausnahme. Im Sommer 2025 bezog die Bank den von C.F. Möller Architects entworfenen Neubau am Landwehrkanal, in Berlins City West. Neben flexiblen Arbeitswelten sollen begrünte Terrassen und Photovoltaikfassaden Zeichen setzen.

Die Fassade an der Keithstraße schließt an Wohnbebauung aus den Nachkriegsjahrzehnten an.
Den Bestand mit seinen Zellenbüros empfand die Bank als nicht mehr zeitgemäß. Ein Umbau kam nach eingehenden Untersuchungen nicht infrage.
An der Budapester Straße treppt das Gebäude ab, bis zur Traufhöhe der benachbarten Villa.

Vermittelnde Masse

Pfeilförmig, mit stumpfer Spitze, besetzt der Baukörper das Eckgrundstück. Für das Entwurfsteam bestand eine Herausforderung darin, eine Kubatur zu finden, die einerseits massig ist – immerhin mussten rund 19.000 m2 Bruttogeschossfläche verpackt werden – und andererseits vermittelnd wirkt. An der Budapester Straße schließt eine historische Villa an, an der Keithstraße ein fünf- bis sechsgeschossiger Wohnblock. Hier stehen auch ein Turm und weitere Wohnblöcke mit neunzehn bzw. neun Geschossen dem Bankhaus gegenüber.

Den unterschiedlichen Maßstäben begegneten die Architekt*innen mit einer beidseitigen Terrassierung. Entlang der Keithstraße beginnt das Bankgebäude achtgeschossig und bleibt es am Bordstein entlang, während es ein Stück nach hinten versetzt erst zehn, dann elf Geschosse erreicht. An der Budapester Straße treppt das Volumen in vier Stufen ab, bis auf die Traufhöhe der Villa, von der Bankhaus etwas Abstand hält. Dabei entstanden im fünften, siebten, neunten und elften Obergeschoss Dachterrassen.

Arbeitswelt in Bewegung

Hinter den Terrassen liegen doppelgeschossige Räume mit Galerien und Sitztreppen, mit Platz für informelles Arbeiten, Pausen und Veranstaltungen. Im Erdgeschoss befindet sich außerdem ein Betriebsrestaurant mit Ausblick in den Hof. Zur Keithstraße orientieren sich großzügige Büroflächen, während der Gebäudekern von WCs, Treppenräumen und Aufzugsschächten gebildet wird.

Feste Arbeitsplätze sind für die rund 600 Beschäftigten nicht vorgesehen, stattdessen gliedern Zonen für themenverwandte Abteilungen die Flächen, in denen sich die Mitarbeitenden frei bewegen können. Ruhige Umgebungen für Einzelarbeit, Orte für Teams und zum Kreativsein sowie begrünte Außenbereiche liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Ziel ist es, den Austausch untereinander zu fördern. Zugleich erlauben es die Grundrisse sowie separate Zugänge und Treppenhäuser, das Gebäude an neue Bedarfe anzupassen oder gar zu unterteilen und geschossweise an Dritte zu vermieten.

Fassade: Lüftung, Wärme, Energie

An der seriellen Fassade lässt sich die innere Flexibilität kaum ablesen. Durchgängig sind jeweils zwei Geschosse zusammengefasst. Vertikale Bänder von raumhohen Fenster, Natursteinplatten und Photovoltaik-Paneelen wechseln sich ab. Die Paneele bedecken rund 20 Prozent der Fläche und sind Südosten bzw. Südwesten zugewandt. Durch die Schrägstellung verbessert sich zum einen die Ausbeute – etwa 15 Prozent des Strombedarfs im Gebäude werden gedeckt. Zugleich entsteht eine vertiefte Laibung, die das angrenzende Fenster verschattet. Zusätzlichen Sonnenschutz bieten die grauen Senkrechtmarkisen.

Die Photovoltaik-Fassaden erforderten eine Zustimmung im Einzelfall, aus Brandschutzgründen. Bei Hochhäusern wie diesem sind an der Fassade ausschließlich nichtbrennbare Baustoffe (Klasse A2) zugelassen. Wegen ihrer Fugenmaterialien erreichen PV-Module jedoch höchstens die Klasse B2 (schwer entflammbar). Hinzu kommt, dass die Verkabelung brennbare Kunststoffe enthält.

Außen und innen sind im Boden und an den Fensterrahmen Gitter zu sehen, hinter denen sich die Ansaugöffnungen bzw. Unterflurkonvektoren der dezentralen Hybridlüftung mit Heiz- und Kühlfunktion verbergen. Da die Fenster der Büroräume aber auch öffenbar sind, können die Beschäftigten selbst entscheiden, ob sie das in die Fassade integrierte Lüftungssystem nutzen wollen oder lieber per Hand lüften. Hingegen erhielten die Cafeteria, das Atrium und weitere Aufenthaltsbereiche eine zentrale Lüftung.

Die Büroräume werden außerdem per Betonteilaktivierung klimatisiert. Dabei ist eine Wärmepumpe an Wasserleitungen in den Sichtbetondecken angeschlossen. 70 Prozent des Primärenergiebedarfs wird so durch Geothermie gedeckt. Bei Bedarfsspitzen unterstützt ein Blockheizkraftwerk die Strom- und Wärmeversorgung.

Fachwissen zum Thema

Naturwerkstein ist ein kostbares Material, dass zum Beispiel zur Akzentuierung von Brüstungen genutzt wird.

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Materialien

Naturwerkstein

Fassadenintegrierte Photovoltaik lässt sich besonders gut mit Glasfassaden kombinieren, wie hier an den Brüstungsbändern eines Bürohauses zu sehen.

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Fassadenarten

Sonderform: Photovoltaik-Fassade

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