Sponge Park

Gowanus Brooklyn: Hochwasser in der Second Street nach einer Springflut.
Kulturzentrum im „Bat Cave“-Gebäude neben schwimmenden Feuchtgebieten.
Schwimmende Esplanade mit Blick nach Osten über den Gowanus-Kanal.

Sponge Park

Susannah C. Drake

Park Books, 2024
156 Seiten, 95 farbige und 9 s/w-Abbildungen, Format 17 x 24 cm, Softcover, Englisch

Preis: 38 EUR

ISBN 978-3-03860-249-1

„Before there were sponge cities, there was Sponge Park.“ Das Pilotprojekt von Susannah Drake und dem Büro Dlandstudio nahm bereits im Jahr 2016 Gestalt an: der Sponge Park revitalisierte den Gowanus Canal im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Im gleichnamigen Buch beschreiben die Initiatoren die Transformation des ehemals industriell geprägten Gewässers zu einer ökologischen und sozialen Infrastruktur. Dabei stellen den gesamten Prozess detailliert dar – von Recherchen über Analysen und Konzepten bis hin zu Entwürfen und Zukunftsprognosen.

Bei dem 2,9 Kilometer langen Kanal handelte es sich bis ins 19. Jahrhundert um einen kleinen Wasserlauf in ausgedehnter Marschlandschaft. Im Zuge der industriellen Revolution wurde das Feuchtgebiet kanalisiert und entwickelte sich zu einem wichtigen Be- und Entladestandort, umgeben von Fabriken, Gerbereien und Lagerhallen. Die industrielle Nutzung führte zu einer erheblichen Verschmutzung des Gewässers. Dazu kommt bis heute das Niederschlagswasser aus dem umliegenden, 1.758 Hektar großen Einzugsgebiet bestehend aus den Brooklyner Stadtteilen Park Slope, Carroll Gardens und Boerum Hill. Bei Starkregenereignissen vermischt sich das Regenwasser mit den Abwässern aus der Kanalisation und gelangt ungefiltert in den Gowanus Canal.

Um das überschüssige Oberflächenwasser aufzunehmen, entwickelten Drake und Dlandstudio den Sponge Park. Die Architekt*innen planten, den Kanal sowohl ökologisch als auch sozial neu zu definieren. Neben der Reinigung des Gewässers und der Filterung von Oberflächenwasser sollte eine neue grüne Infrastruktur geschaffen werden, die den bisherigen Mangel an Freiflächen im urbanen Umfeld ausgleicht. Die Architektin beschreibt das Konzept in ihrem Buch als Working Landscapes – eine Landschaft als ökologischer Filter und sozialer Raum zugleich. Damit dekonstruiert sie den Begriff, dessen ursprüngliche Definition häufig biodiversitätsarme Land-, Vieh- und/oder Forstwirtschaftsflächen beschreibt.


Drakes Masterplan verfolgt eine Strategie des Urban Stitching, bei der die an den Kanal angrenzenden öffentlichen und privaten Grundstücke miteinander verknüpft werden, um eine durchgehende Uferpromenade mit Erholungsräumen zu schaffen. Bestehende Straßenenden dienen als Eingangsparks mit Platz für Spaziergänge, Nachbarschaftsgärten, öffentliche Ausstellungsflächen und Märkte.

Ein zentraler Fokus der Publikation liegt auf der visuellen Aufbereitung des Projekts. Mit zahlreichen Fotos, Plänen und Visualisierungen werden sowohl die technischen als auch die ästhetischen Qualitäten des Sponge Parks veranschaulicht. Dabei ist das Buch mehr als eine bloße Projektdokumentation: Es bietet einen Lösungsansatz, wie mit einer umweltorientierten Stadtgestaltung den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnet werden kann. Eine klare Struktur, übersichtliche Texte und viele Abbildungen machen es zu einer anregenden und zum Nachahmen einladenden Lektüre. -pe

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