Sanierung im Schnelldurchgang
Vorgefertigte Fassadenelemente an einer Hamburger Schule
Im Auftrag der Hansestadt betreut Schulbau Hamburg (SBH) über 400 Standorte in der norddeutschen Metropole. Dabei ist sie auch für Baumaßnahmen zuständig. Eines der Projekte befindet sich seit 2024 in Altona: Hier wird die Campus-Schule an der Kieler Straße saniert und dabei mit vorgefertigten Fassadenelementen bekleidet. Die eingebaute, nichtbrennbare Steinwolle vereint Wärme-, Schall- und Brandschutz.
Das Gebäude aus den 1970er-Jahren wurde zunächst bis auf sein Betonskelett zurückgebaut. Die Generalplaner PPP Architekten + Stadtplaner entschieden sich für die vorgefertigten, vergleichsweise leichten Holzelemente einerseits aus statischen Gründen, andererseits wegen der erforderlichen Terminsicherheit: Zum Schuljahr 2025/2026 sollen Teile des ersten Bauabschnitts nutzbar sein.
Fertigung und Montage
Die Vorfertigung der Fassadenelemente begann im Juni 2024 im Werk von Fritz Kathe & Sohn in Vechta. Pro Tag entstanden vier bis sechs Stück, mit Abmessungen von 400 bis 750 cm Breite und 170 bis 180 cm Höhe. Die Maximalgröße bestimmen hauptsächlich die Innenmaße des Lkws, der sie später zur Baustelle bringen soll. Dort empfing ein vierköpfiges Team die Elemente, setzte sie auf an der Fassade vormontierte Stahlkonsolen und befestigte sie von oben mit Stahlwinkeln. Auf diese Weise ließen sich große Maßtoleranzen nivellieren und gerade Fluchten schaffen, wie man sie bei Neubauten erwartet.
Mit der Bekleidung wuchs auch das Baugerüst an der Fassade. Nach dem Einbau der Fenster wurde es geschossweise wieder abgebaut. Dichtfolien wurden über die Stahlbetonwände und die vormontierten Holzpfosten gezogen. Bei den Dichtfolien über den Dämmebenen der Elemente war ausreichend Überstand gelassen worden, sodass sie nun für einen durchgängigen Windschutz miteinander verklebt werden konnten. Auf der Innenseite der Fassade wurden die Fugen der OSB-Platten, die als statisch tragende Scheibe fungieren, ebenfalls luftdicht abgeklebt. Im Juli 2025 waren bereits 250 Fassadenelemente montiert.
Steinwolle für Wärme-, Schall- und Brandschutz
In den Gefachen der Holzelemente befinden sich 200 mm Steinwolle des Herstellers Rockwool. Hinzu kommt außenseitig die druckstabile Dämmplatte Woodrock Protect in 60 bzw. in 100 mm Stärke. Die Steinwolle-Dämmungen eignen sich auch für Sonderbauten wie Schulen, weil sie nichtbrennbar (Baustoffklasse A1) sind und ihr Schmelzpunkt liegt bei über 1000 °C. Je nach Wandaufbau und Dämmstoffdicke können sie darüber hinaus Schall um mehr als 50 dB reduzieren, gemäß Schalldämmmaß Rw.
Durch ihre extra verdichtete Decklage ist die Dämmplatte robust und formstabil und kann direkt auf die Module montiert werden. Die Stöße müssen nicht auf den Holzständern ausgeführt werden, sondern können auch stumpf im Feld erfolgen, sodass kaum Verschnitt entsteht. Die hohe Druckfestigkeit von mehr als 50 kPa erlaubt zudem eine einfache Befestigung: Bei Fritz Kathe & Sohn verwendete man schwarz beschichtete Konterlatten sowie Sog- und Schubschrauben.
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