Reinigung von Fassaden
Zur Wartung von Fassaden gehört auch ihre regelmäßige Reinigung. Welche Verschmutzung oder Abnutzung zu erwarten ist, hängt vor allem von den Materialeigenschaften und den örtlichen Gegebenheiten ab. Dazu zählt etwa das vorherrschende Wetter sowie die Nachbarschaft zu beispielsweise Industriegebieten oder stark befahrenen Straßen. Es ist unerlässlich, schon während der Gebäudeplanung an spätere Verunreinigungen und deren Beseitigung zu denken.
Erscheinungen und ihre Ursachen
Erwünscht oder nicht, Materialien reagieren permanent mit ihrer Umgebung. In der Luft befinden sich neben Sauerstoff und anderen Gasen auch Rußpartikel, Staub, Sporen von Pilzen und Algen und vieles mehr. Durch Regen und Betauung eingetragene Feuchtigkeit schafft günstige Bedingungen für Pflanzen- und Pilzwachstum. Über feuchte Sockelbereiche können Tausalze in der Fassade oder Außenwand aufsteigen. Dazu setzen Wärme und UV-Licht der Sonnenstrahlen Veränderungen in Gang.
Manche der auftretenden Erscheinungen würde man nicht als Schmutz bezeichnen, etwa die UV-bedingte Vergrauung von Holz oder die durch Oxidation hervorgerufene Verfärbung von Metallen wie Kupfer und Zink. Anders ist das bei Grau- und Grünschleiern durch Staubablagerung, Abgase, Moose, Algen, Flechten und Pilze. Diese treten bei organischen und auch bei mineralischen Baustoffen wie Naturstein, Beton und Putz auf, da deren Gefüge porenhaltig ist. Darüber hinaus können Abdichtungen und unter dem Putz liegende Dämmstoffe Nährboden für Mikroorganismen sein. Als störend empfunden werden zudem Graffiti und der Kot von Vögeln und anderen Stadttieren.
Einige Verschmutzungen können schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise löst in Abgasen enthaltenes Schwefeldioxid und Kohlendioxid die Bindemittel mineralischer Baustoffe auf. Die Folge sind Absandungen, Abmehlungen, Absprengungen, Aufblähungen, Ausblühungen und Risse. Tausalze führen zu Ausblühungen und Krusten und zur Korrosion von Betonbewehrungen. Im Ernstfall kann die Standsicherheit gefährdet sein.
Nass oder trocken?
Reinigungs- und Pflegemittel sollten unbedingt auf die zu behandelnden Materialien und Oberflächenbeschichtungen abgestimmt sein, um Schäden zu vermeiden. Neben der Beachtung der Herstellerhinweise ist es ratsam, ihre Wirkung auf einer Probefläche zu testen. Gerade bei großflächigen Fassaden sind professionelle, mit Spezialgeräten ausgestattete Reinigungsteams im Einsatz. Sie unterscheiden zwischen nassen und trockenen Reinigungsverfahren:
Nasse Reinigungsverfahren:
- Hochdruckstrahlen (ggf. in Kombination mit Heißwassergeräten oder Waschbürsten)
- Niederdruckstrahlen
- Heißer Wasserdampf
- Schlämmstrahlen (Sandstrahlen mit Wasser zur Staubbindung)
Trockene Reinigungsverfahren:
- Sandstrahlen (Strahlmittel: Sand, Hochofenschlacke, Glas- oder Kunststoffgranulat)
- Trockeneisstrahlen
Trockene Strahlverfahren empfehlen sich, wenn Fassaden nicht zu sehr gewässert werden dürfen, besonders wassersparende Verfahren vorgeschrieben sind, keine Reinigungsmittel eingesetzt werden dürfen oder die Schmutzwassermenge begrenzt werden muss. Insbesondere bei porösen oder weichen Steinoberflächen ist eine sanfte Strahltechnik zu empfehlen, beispielsweise mit feinkörnigem Sand. Metallfassaden bedürfen einer noch schonenderen Behandlung, bei Aluminium zum Beispiel mit einem Eloxal-Reiniger. Fenster und Glasfassaden werden meist per Hand gereinigt.
Schmutz entsorgen, Schmutz im Stadtraum
Bei nassen Reinigungsverfahren entsteht Schmutzwasser, das abhängig von den lokalen Vorschriften aufgefangen und filtriert werden muss, um Feststoffe und Reinigungsmittel zu trennen. Oft ist die Abwassereinleitung genehmigungspflichtig. Kommen Strahlmittel zum Einsatz, entstehen Staub und Lärm, die mitunter die Nachbarschaft bzw. den öffentlichen Raum stören. Trockene Verfahren können aufgrund der Staubentwicklung eine Einhausung der Fassade nötig machen. Auch hier sind entsprechende Regelungen zu beachten.
Reinigung einplanen
Je nach Gebäudenutzung, Bauteil und Umfang der Maßnahmen übernehmen Hausmeister*innen, Fachfirmen oder sogar Bewohner*innen die Fassadenreinigung. Vor diesem Hintergrund ist bereits während der Planung eines Gebäudes zu bedenken, wie die späteren Reinigungseinsätze ablaufen. Entscheidend ist die sichere Erreichbarkeit der zu reinigenden Flächen. Beispielsweise machen feststehende Verglasungen und hohe Geschosszahlen einen Zugang von außen nötig.
Festinstallierte Einrichtungen, etwa umlaufende Metallroste oder Befahranlagen (Fassadenaufzüge und fahrbare Brücken), unterstützen ein gefahrloses, ergonomisches und zeitsparendes Arbeiten. Bei mobilen Arbeitsplätzen, beispielsweise Fahr- und Standgerüsten oder Hubarbeitsbühnen, ist eine ausreichend große, tragfähige Aufstellfläche vorzusehen. Standgerüste müssen zudem in der Außenwand verankert werden. Ist keine dieser Optionen möglich, sind Fassadenkletterer gefragt. Anforderungen an die Arbeitsplätze, Verkehrswege und Absturzsicherungen von Reinigungsteams veröffentlicht etwa die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).
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