Messenachbericht Cersaie 2023
Allen Widrigkeiten zum Trotz gelungen
Nach den Erfahrungen der Cersaie 2022 (wir berichteten an dieser Stelle, siehe Tipps zum Thema) und in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen hatten wir der Keramikmesse in diesem Jahr wenig zugetraut: Sie belehrte uns eines Besseren. Vermutlich, weil wir aus deutscher Sicht schauen, die Cersaie aber eine internationale Veranstaltung ist, wo sich Ukrainekrieg, Zinsentwicklung, Rohstoffkrise und Energiepreissteigerungen weniger stark in der wirtschaftlichen Stimmung niederschlagen. Denn obgleich in diesem Jahr noch mehr Aussteller – insbesondere aus Deutschland und Spanien – der Messe fernblieben, war es den Edi.Cer-Organisatoren gelungen, die 145.000 Quadratmeter der 15 geöffneten Messehallen auszuverkaufen.
Zum 40-jährigen Jubiläum strömten fast 100.000 Besucher auf das Bologneser Messegelände, fast schon wieder so viele wie in Vor-Corona-Zeiten (rd. 112.000 in 2018 und 2019). Sie sahen zwar nur 633 Messestände (in 2018 waren es noch 869 gewesen) – darunter 354 Unternehmen aus dem Segment der keramischen Fliesen, 96 Badeinrichter sowie 183 aus den Bereichen Installation, Rohstoffe, neue Oberflächen und Dienstleistungen – auf diesen war die Stimmung aber durchweg gut, die Gespräche freundlich entspannt und die Frequenz fast wieder so wie in den „guten alten Tagen“.
Wie mittlerweile schon die Regel, glänzten auch mehrere der großen italienischen Fliesenhersteller durch Abwesenheit und hatten ihre Kunden zu eigenen Parallelevents in ihre Werke eingeladen; wieder andere konzentrierten ihre Markenpräsenz auf einem Gruppen-Messestand und schütteten das Füllhorn ihrer Neuerungen in den Firmenshowräumen aus. Wir hatten erwartet, dass die Messe darunter leiden würde, aber: weit gefehlt. Andere Hersteller sprangen in die Bresche, erweiterten ihre Ausstellungsflächen und nutzten die Abwesenheit der Arrivierten. Allen voran ist hier die Italcer-Gruppe zu nennen, ein erst 2017 vom chinesischen Private Equity Fonds Mindful Capital Partners (zuvor Mandarin Capital Partners) gegründeter Zusammenschluss, entstanden durch den Aufkauf mittelständischer Keramikhersteller. Da die Gruppe mittlerweile über zahlreiche Marken verfügt, prangte das Italcer-Logo allgegenwärtig auf der diesjährigen Cersaie.
Aber auch die Atlas Concorde-Gruppe, die Panaria-Gruppe und die ABK-Gruppe waren jeweils mit einer Anzahl von großen Markenständen vertreten. Zu sehen gab es hier wie auch auf den vielen kleinen und mittelgroßen Messeständen wie immer eine breite Palette rund um die Keramik – vom kleinsten Mosaik bis zur mehr als drei Meter großen Megaformat-Platte. In Anbetracht der Fülle der Eindrücke fällt es schwer, sich auf klare Trends sowie Tendenzen festzulegen und das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Dennoch im Folgenden einige Eindrücke:
Die Natur im Blick
Im letzten Jahr hatten wir schon einen Naturtrend ausgemacht, der in diesem Jahr nun voll durchgeschlagen ist. Kaum ein Hersteller, der nicht Fliesen in gedeckten Erdtönen präsentierte. Erstaunlich hingegen, dass die erwartete Terrakotta-Welle ausblieb. Dafür hat sich Travertin zum Interpretationsobjekt allererster Wahl gemausert. Bei dreißig Travertinoptiken haben wir auf usnerem Messerundgang aufgehört zu zählen. Was nicht heißt, dass die Produkte nicht gekonnt in Szene gesetzt, der Travertin nicht naturidentisch umgesetzt und die Oberflächen nicht haptisch gelungen wären. Die neue Serie Pietra Tiburtina von Casalgrande Padana etwa interpretiert in vier Farbgebungen (Aventino, Campidoglio, Celio und Palatino), drei Stärken (6, 9 und 20 mm) und fünf Formaten von 30 x 60 cm bis 120 x 278 cm den erdfarbenen Naturstein in verschiedenen Oberflächen-Ausführungen sowohl im Gegenschnitt (Veincut) als auch im Kreuzschnitt (Crosscut). Dennoch wird es schnell langweilig, an jedem zweiten Messestand Travertinimitationen zu sehen.
Spannend wurde es hingegen überall dort, wo Reliefs ins Spiel kommen. Die Alchemy-Kollektion von Peronda beispielsweise orientiert sich an hellen, warmen Kalk-Sandsteinen und ergänzt diese um weißscherbige Wandfliesen mit einer plastisch wirkenden 3D-Oberfläche. Gleiches gilt für die neue Serie Aromas von Gigacer: Hier wurden die typisch mediterranen Terrakottaböden auf eine zeitgenössische minimalistische Oberfläche reduziert. Die sechs verwaschenen Erdfarbtöne werden um fünf – mit Glasuren erhaben gestalteten – Texturen ergänzt und in neun Formaten angeboten. Einige davon sind absolut ungewöhnlich wie Origami mit einer fehlenden Ecke, Large Pentagon als ungleichseitiges Fünfeck oder Tangram als ungleichseitiges Viereck.
Dank passender Terrassenplatten können Bodenflächen farb- und texturgleich nur mit unterschiedlichen Strukturen für die Rutschhemmung von innen nach außen fortgeführt werden. Da Gigacer das heute aktuelle Format 120 x 120 cm als erster Hersteller eingeführt und um daraus geschnittene kleinere Formate ergänzt hat, findet sich diese modulare Formatkombination auch in der neuen Kollektion – ergänzt um ein Megaformat von 120 x 250 cm sowie um eine gehämmert wirkende neue Oberfläche namens Bocciardato. Bei Gigacer überraschten zudem die neuen, glasierten Bamboo-Wandfliesen positiv, wobei wir bei den besonders kleinteiligen Fliesen wären. Im Fall von Bamboo handelt es sich um 15 x 15 cm große glasierte Majolika-Wandfliesen mit dreidimensionalem Bambusstab-Effekt in zwanzig zum Teil intensiven Farbstellungen.
Von winzig bis riesig
Gerade die Fliesenhersteller von der iberischen Halbinsel widmen sich zunehmend wieder den kleinteiligen Fliesen. Sie zeigten dabei einen bunten Reigen von Farben, Formaten und Oberflächen. Bei Revigres aus Portugal etwa weichen neue Druckdekore die strenge architektonische Klarheit der Cromatica-Reihe auf, und zwar in allen dreißig verfügbaren Farben. Revigres dürfte der einzige Hersteller sein, der farbintensive Unis in einem Formatspektrum von 10 x 10 cm bis zu 60 x 120 cm offeriert.
Die spanischen Mitbewerber Cinca, Cevica, Estudio Ceramico und WOW bieten dafür eine noch größere Farb- und Formatpalette auf. Weitere Besonderheiten sind die Kleinstmengen-Sonderproduktion – bei Cevica ab dreißig Quadratmetern in jeder gewünschten Farbe nach RAL-, Pantone- oder NCS-Farbfächer sowie die fingerdünnen (11,5 x 23 cm) Wandfliesen der neuen Karatsu-Kollektion von Estudio Ceramico. Bei WOW hingegen überzeugen Jahr für Jahr die aufwändigen Glasuren. Die Hauptattraktion auf dieser Cersaie aber war das komplett selbst entwickelte Raumtrennsystem Icon, welches bereits mehrere Designpreise abgeräumt hat. Es besteht aus I-Träger-förmigen Cottoelementen (sowie Halbelementen), die über- und nebeneinander gestapelt werden und so luftige Raumtrennungen bewirken.
Auch italienische Produzenten widmeten sich in diesem Jahr den farbstarken Kleinfliesen mit 3D-Tiefenwirkung. Aussagekräftige Beispiele hierfür sind Settecento und La Fabbrica Ava. So strukturiert die Kollektion Aguas von Settecentostudio nach dem Konzept von Diego Vencanto Wände mit feiner Linienführung fast wie Stuck. Die leicht wellige Form der zugehörigen Boden-Grundfliese erzielt zusammen mit den in der Oberfläche enthaltenen Glimmerpunkten ebenfalls einen besonderen Effekt. Ob die an die 60er-Jahre erinnernden punktförmigen Dekore ebenfalls Anklang finden werden, bleibt abzuwarten.
Bei La Fabbrica Ava stach das Wandfliesen-Sortiment UP ins Auge, mit sieben Farbtönen in drei Kleinformaten mit ungewöhnlichen dreidimensionalen Oberflächen. Auffällig bei nahezu allen glasierten Wandfliesen-Garnituren: Ein blaugrüner Farbton ist immer dabei. Neben den Naturfarbtönen kann daher Blaugrün als Trendfarbton konstatiert werden.
Diese Farbe findet sich auch bei den Gegenstücken zu den Kleinformaten, den megagroßen Slabs, im italienischen Lastre genannt. Diese kommen zwar noch vorwiegend aus Italien und Spanien; dank der in alle Welt exportierten Anlagentechnik erzielen aber auch Hersteller aus Ländern, die einem in diesem Zusammenhang nicht als erstes einfallen würden, immer bessere Qualitäten. Zwei Beispiele hierfür: Anatolia aus Kanada und Vasta Stone aus Vietnam. Während das kanadische Unternehmen mit türkischen Wurzeln besonders prägnante unbunte Bookmatch-Arrangements präsentierte, haben sich die Vietnamesen auf möglichst authentische Naturstein-Reproduktionen verlegt.
Wie uns Andrew Ardila, Senior Business Development Manager von Anatolia erklärte, rührt die authentische Wirkung der Bookmatch-Prints seines Unternehmens daher, dass man nicht einfach eine Platte gespiegelt daneben verlege. Die aus dem Rohblock aufgeschnittenen Natursteinplatten würden hingegen beide fotografiert und als Keramik nachgestellt. So blieben feine Unterschiede erhalten, und die Gesamtkomposition wirke lebendiger. Ähnlich verhält es sich mit der Ansicht menschlicher Gesichter: Schneidet man auf einem Foto die eine Gesichtshälfte ab und ersetzt diesen Teil des Fotos mit dem Spiegelbild der anderen Gesichtshälfte, dann verliert das Gesicht an Ausdruck.
Wie wir schon im letztjährigen Bericht vermerkt hatten, werden die auch „offenes Buch“ genannten Schmetterlingsdekore der Riesenfliesen immer extremer – in Farbkomposition wie in der Textur. Das 12-Millimeter-Sortiment des italienischen Anbieters EnergieKer heißt sogar Ekxtreme. Hier wie auch in der Serie Treasures and Gems finden sich Bookmatch-Dekore, die einem psychedelischen Science-Fiction-Film entlehnt sein könnten.
Hinsichtlich der aktuellen Entwicklung bei den Texturen stehen Marmor- und andere Natursteinkopien nach wie vor am höchsten im Kurs, gefolgt von authentischen Fliesenoberflächen, dabei oft uni oder floral dekoriert. Holz- und Betonoptiken hingegen sind ebenso rückläufig wie Terrazzo- und Terrakotta-Interpretationen. Was nicht heißt, dass es nicht Unternehmen gibt, die gegen den Trend arbeiten. Novabell etwa richtete seinen Messeauftritt ganz auf die Präsentation des neuen Holzoptik-Formats 30 x 240 cm aus – einmal als Ergänzung einer Kollektion des Vorjahrs und in der neuen Kollektion Le Briccole. Und Sichenia setzte sogar auf Holz- sowie Betonoptik-Fliesen. Aber die allgemeine Tendenz geht eher in Richtung aller Arten von Steinen.
Echte und vermeintliche Nachhaltigkeit
Wie schon im vergangenen Jahr meinen die meisten Hersteller, um das Thema Nachhaltigkeit nicht mehr herumzukommen. Sie bemühen daher Grafiken, Schaubilder und grüne Schlagworte, präsentieren die ganze Vielfalt der verfügbaren Umweltzeichen sowie Signets und beteiligen sich an mehr oder weniger zweifelhaften Nachhaltigkeitswettbewerben um anschließend stolz die jeweiligen Awards zu präsentieren. Vielleicht tut man hier dem einen oder anderen Unrecht, wenn man all das komplett als Greenwashing abtut. In Deutschland jedenfalls ist der DGNB das Maß aller Dinge in punkto Nachhaltigkeit und weltweit die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung. Letzte können lediglich die Iris-Ceramica-Gruppe und der niederländische Hersteller Royal Mosa aufweisen; bei der DGNB-Zertifizierung kommt die Deutsche Steinzeug mit dem Produkt Drytile hinzu. Und das war es auch schon an echter Nachhaltigkeit. Was schon deshalb besonders schade ist, weil keramische Fliesen generell ein vergleichsweise umweltschonendes Bauprodukt mit guten Nachhaltigkeitswerten sind.
Einige Hersteller versuchten zudem, sich hinsichtlich Umweltaspekten mit photokatalytischen Oberflächen von ihren Mitbewerbern abzuheben. Bei der Italcer-Gruppe heißen die entsprechend beschichteten Fliesen Advance, bei Casalgrande Padana Bios Self Cleaning, bei Marazzi Puro und bei Laminam sowie Grespania Hydrotect, so die Originalbezeichnung des japanischen Unternehmens und Patenthalters Toto, bei dem die Keramikhersteller Lizenzen für ihre Produkte erworben haben.
Neue Technologien
Wirklich bemerkenswert ist die komplett neue Technologie der Iris Ceramica-Gruppe: Granitech, eine der Gruppenmarken, die sich bisher vorwiegend Fassaden- und Doppelboden-Systemen widmete, präsentierte für die kompletten Sortimente aller anderen Gruppenmarken ein Magnetverlegesystem. Bei dem bereits lieferbaren Attract-System werden die Fliesen und Slabs mit einer rückseitig applizierten Magnetfolie sowie – bis zum Format 120 x 120 cm – rundum mit einer Fertigfuge ausgeliefert. Hinzu kommt eine weitere Folie als Gegenstück, die auf die plane Wand oder den Boden aufgebracht werden muss. Die Magnetfliesen können dann einfach aufgelegt werden. Der Clou dabei: Mit Saughebern lassen sie sich jederzeit wieder abnehmen und anderswo wiederverwenden. Dieser Gedanke der Wiederverwendung steht im Fokus der Neuentwicklung bei der Iris Ceramica-Gruppe. So sollen alle Attract-Produkte wieder zurückgeführt werden können. Diese werden vorzugsweise wiederverwendet, in jedem Fall aber wiederverwertet und in den Produktionszyklus neu eingebunden, so dass keinerlei Abfall mehr entsteht. Gleiches soll mit den Magnetfolien und dem Fugenmaterial geschehen. Der gesamte Cersaie-Gruppenmessestand war bereits im Attract -System gefertigt – mit dem Versprechen, dass er bis ins kleinste Detail wiederverwendet werde. Was nicht beworben wurde, aber ein Zusatzargument darstellen könnte: Mit dem System beschleunigen sich Fliesenverlegungen, die weitestgehend ohne Staub- und Lärmentwicklung vonstattengehen können. Interessant zudem, dass das System in Zusammenarbeit mit einem Klebstoffhersteller, nämlich Mapei entwickelt wurde.
Eine weitere hochinteressante neue Technologie stellte die Italgraniti-Gruppe mit RealUp für ihre Marken vor. Laut Herstellerangaben ermöglicht dieses neue Verfahren „dem Realismus der Feinsteinzeugoberflächen einen echten Evolutionssprung, der durch die perfekte Abstimmung der vierfarbigen Grafik und der Materialstruktur in sehr hoher Auflösung ermöglicht wird“. RealUp kombiniert dabei die Wirkung von zwei digitalen Dekormaschinen, die der gepressten Masse Dreidimensionalität verleihen und sie mit grafischen Texturen versehen. Auf diese Weise fallen Farb- und Texturdaten ohne Spielraum für Fehler zusammen, was der keramischen Oberfläche eine einzigartige Tiefe und Detailgenauigkeit verleiht. Zudem soll es mit RealUp keine Wiederholfrequenz mehr geben, die ansonsten jeder serielle Produktionsprozess mit sich bringt und die bisher auch symptomatisch für die Herstellung von keramischen Fliesen ist.
Aus deutscher Sicht
Wäre nicht Meissen Keramik – nach der Premiere vom letzten Jahr – erneut angereist, man hätte keinen deutschen Hersteller in Bologna mehr antreffen können. Deutsche Messebesucher, häufig Vertreter der Handelsunternehmen hingegen waren überall zu sehen. Ihr Haupt-Gesprächsthema: Die Insolvenz der Steuler-Fliesengruppe in Zusammenhang mit der Baukrise hierzulande sowie die geplante Übernahme eines Werkes sowie der Steuler-Marken durch die italienische Panaria-Gruppe, da diese Neuigkeit während der Messe durchsickerte.
ADI Design Awards
Wenn wir jedes Jahr die Gewinner des ADI Design Awards für Keramik und für Bäder vorstellen, so sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Preise italienischen Unternehmen vorbehalten sind – zudem gewinnen stets nur Marken, die dem italienischen Herstellerverband angeschlossen sind – was die Auswahl weiter eingrenzt.
In diesem Jahr landeten folgende Keramikoberflächen auf dem Podest: Iridea von Marca Corona, Miss von Grandinetti und G-Tech von der Gambini-Gruppe. Im Fall von Iridea – eine Kollektion aus pudrigen Pastelltönen mit Farbverschiebung über die Fläche im Format 50 x 120 cm – waren der besondere ästhetische Vorschlag mit dem Effekt einer gewebten Tapete, die verschiedenen Verlegemethoden mit umhüllenden Farbtönen in allmählichem Übergang und die dahinter stehende avantgardistische Inspiration ausschlaggebend für die Entscheidung.
Mit Miss gewann zudem eine der wenigen Terrazzo-Neuinterpretationen, die die Fuge als dekoratives Element einbezieht. G-Tech schließlich erhielt den Award für eine neue Technik, die Materialeffekte hervorbringt, welche über die bloße Nachahmung von Stein hinausgehen und vielfältige Interpretationen ermöglichen.
Bei der vierten Auflage des Preises für den besten Messestand überzeugten die Juror*innen die Auftritte von Treemme rubinetterie, Ermes Aurelia, Azuvi und Flaminia. Wirklich erstaunlich hierbei war die Auszeichnung von Treemme rubinetterie dafür, die Messebesucher in die Fabrik zu fahren, um ihnen hier den Produktionsprozess vorzuführen. Damit forciert die Messe selbst den Trend, Kunden vom Messegelände wegzulotsen. Hinsichtlich der weiteren Preisträger konnten wir nur die Entscheidung für den Badkeramik- und Armaturenanbieter Flaminia nachvollziehen, der zehn unterschiedliche Kuben mit Badinstallationen in verschiedenen Farbkompositionen um das Messestand-Zentrum herum arrangierte. Ein strenges und reduziertes Design stellte die jeweiligen Produkte in allen zehn Rauminstallationen beinahe museal in den Mittelpunkt der Präsentation.
An diese Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der Cersaie um keine reine Fliesenmesse handelt. Mehrere Hallen und Ausstellungsbereiche waren wie immer der Badezimmer-Ausstattung, der Bauchemie, den Werkzeugen und den Vorlieferanten der Keramikhersteller vorbehalten.
Selbst in den Fliesenhallen fanden sich – wie seit Jahren – nicht nur Keramikhersteller, sondern auch Anbieter von Holz, Glas, Naturstein, Tapete, Quarz-Komposit-Werkstoff und Materialkompositionen. Und schließlich hatte die Messegesellschaft anlässlich des 40-jährigen Jubiläums mit der Route 40 einen Parcours durch die Geschichte der Veranstaltung, angefangen 1983 bis heute angelegt – jeweils mit besonderen Highlights der einzelnen Präsentationsjahre.