Lernmensa der Grundschule Nußbaumerstraße in Köln

Steinwolle im Holzmodulbau

Gerade Kinder alleinerziehender oder voll berufstätiger Eltern profitieren von Schulen mit Nachmittagsbetreuung. Neben Räumen für Hausaufgaben gehört dazu natürlich auch ein Mittagstisch. Beides vereint die Lernmensa der Gemeinschaftsgrundschule Nußbaumerstraße in Köln-Neuehrenfeld. Den 2023 fertiggestellten Holzmodulbau plante das Büro SEHW Architektur.

Der Neubau befindet sich im Inneren eines großen Straßenblocks., hinter der Sporthalle.
An der Oststirn ist das Fluchttreppenhaus gelegen.
Im Erdgeschoss befindet sich hier auch der Lieferzugang für die Mensaküche.

Der Stadtteil Neuehrenfeld liegt nordwestlich des Kölner Stadtzentrums, an der Autobahn 57 und am Parkgürtel, einer breiten Ringstraße. Blockrandbebauung mit Reihenhäusern und Wohnanlagen aus dem frühen 20. Jahrhundert prägen das Bild. In einen der durchgrünten Innenhöfe an der Nußbaumerstraße ist die Grundschule hineingewachsen. 

Am Eingangstor des Schulgeländes standen bisher zwei Fertigteil-Baracken, die ursprünglich als Provisorien gedacht waren, letztlich aber vierzig Jahre überdauerten. Aufgrund baulicher Mängel und zugunsten eines größeren Schulhofes wurden sie 2023 abgerissen. Als Ersatz dient der neue Modulbau im Inneren des Blocks, hinter der Turnhalle. Der Neubau beherbergt eine Mensa, in der 400 Essen in zwei Schichten ausgegeben werden können, sowie Räume für den offenen Ganztagsbetrieb.

Unten speisen, oben lernen

Das zweigeschossige Gebäude ist als einfacher Quader mit einer offenen Südostecke geformt. Beige changierender Klinker sowie schwarze Laibungen, Raffstore und Fensterrahmen kennzeichnen die Fassaden. An der Südseite befindet sich der Eingangsbereich. Im Foyer erwartet die Kinder eine kombinierte Geh- und Sitztreppe, die Verkehrsfläche und Aufenthaltsort in einem ist. Links der Treppe befinden sich Sanitärräume und Aufzug, rechts der Speisesaal, gefolgt von Küche, Lager- und Personalräumen sowie dem Fluchttreppenhaus.

Das Obergeschoss durchzieht ein mittig angeordneter Korridor, von der Haupttreppe mit den Sanitärräumen bis zum Fluchttreppenhaus. Links und rechts liegen zwei bzw. drei größere Räume – das Lerncluster. Dazu sollen die Fluraufweitungen an den Türen als Lernorte nutzbar sein. Neben Lehrerzimmer, Sanitärräumen und Aufzug ist an der Südwestecke des Gebäudes eine ummauerte Dachterrasse zu finden. In diesem „grünen Klassenzimmer“, so die Architekt*innen, können die Schulkinder im Freien lernen. Während die Terrasse jedoch gepflastert ist, ist das Flachdach tatsächlich begrünt.

Vorzüge des Modulbaus

Kürzere Bauzeiten und eine geringere Belästigung des laufenden Schulbetriebs sprachen für die Modulbauweise. Außerdem sei sie flächeneffizienter, schreibt das Architekturbüro, da die Konstruktionsfläche geringer sei als bei konventionellen Bauweisen. Es handelt sich bereits um die dritte Holzmodulbauschule, die SEHW gemeinsam mit dem Totalunternehmer SH Holz- & Modulbau realisierte. Insgesamt acht Schulergänzungsbauten plant das Architekturbüro im Auftrag der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.

Nur sieben Monate waren für die Errichtung nötig. Eine besondere Herausforderung stellte die ehemalige Feuerwehrzufahrt dar, die die Module passieren mussten, um auf das Grundstück zu gelangen. Wären sie 5 cm breiter gewesen, hätten sie nicht hindurchgepasst und die Schulerweiterung wäre in Holztafelbauweise errichtet worden. 

Dämmstoffe: Steinwolle im Holzmodulbau

Die Module sind als Holzrahmenbauten konstruiert und wurden bereits im Werk gedämmt, mit Brettschichtholztafeln beplankt und mit Holz-Aluminium-Fensterelementen ausgerüstet. Zum Einsatz kamen elastische Steinwolle-Dämmplatten mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(mK). Durch die hohe Wärmedämmung weist die Schule eine sehr gute Energieeffizienz auf und erreicht sogar den Passivhausstandard.

Sobald alle Module montiert waren, erhielt die Lernmensa ihre Klinkerhülle. Um die Schulbauten an die verschiedenen Standorte anpassen zu können, stellte das Architekturbüro eine Auswahl verschiedener Fassaden zusammen: Holz, Putz, vorgehängte Platten oder – wie in diesem Fall – Klinker sind möglich.

Bautafel

Architektur: SEHW Architektur, Berlin
Projektbeteiligte:  SH Holz- & Modulbau, Lingen (Totalunternehmer); Rockwool, Gladbeck (Hersteller Dämmstoffe)
Bauherr*in: Gebäudewirtschaft der Stadt Köln
Fertigstellung: 2023
Standort: Nußbaumerstr 254, 50825 Köln
Bildnachweis: Helin Bereket (Fotos); sehw architektur (Pläne)

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Steinwolle gehört zur Gruppe der der Mineralwolle und zu den im Bauwesen am häufigsten verwendeten Dämmstoffarten

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In den Bemessungswert ist der baupraktische Feuchtigkeitsgehalt eingerechnet.

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