Innovationszentrum am Firmensitz Heraeus in Hanau

Wendeltreppe mit filigraner Holzbrüstung

Die Wurzeln des Technologiekonzerns Heraeus gehen auf eine im Jahr 1660 gegründete Familienapotheke zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit über 16.000 Mitarbeitende. Für seinen Hauptsitz in Hanau entwarf das Architekturbüro planquadrat ein neues Gebäude, das unter anderem Büro- und Laborräume beherbergt. Herzstück des weißen, textilumhüllten Baukörpers ist ein helles Atrium mit eindrucksvoller Wendeltreppe, die drei Geschosse miteinander verbindet.

Weiße Textilscreens umhüllen das Innovationscenter fiftyOne genannte Gebäude.
Der Neubau beherbergt neben Büroflächen auch Technik- und Laborbereiche für Forschung und Entwicklung.
Ein Atrium und zwei Höfe sorgen für viel Licht im Gebäude.

Geschlossen nach außen, nach innen offen

Das Innovationscenter fiftyOne genannte Gebäude ist Teil eines heterogenen Campus nördlich des Hanauer Hauptbahnhofs. Vorgehängte, transluzente Textilscreens umhüllen es fast vollständig; lediglich durch schmale Fugen lassen sich die dahinterliegenden Fenster erkennen. Das viergeschossige Bauwerk besteht aus drei ineinander verschachtelten Quadern. Der mittlere Gebäudeteil wird über ein Atrium mit Tageslicht versorgt, das im Grundriss der Tischplatte eines Nierentisches ähnelt. Jeweils ein rechteckiger begrünter Hof erhellt die beiden flankierenden Gebäudeteile.

Von Süden kommend geht es vom Haupteingang direkt in das lichtdurchflutete Atrium, in dessen nördlichster „Spitze“ sich eine Wendeltreppe Richtung Decke schraubt. In allen Geschossen befinden sich um das Atrium herum teils offene, teils räumlich abgegrenzte Kommunikationsinseln. Die Farbe Weiß und das Material Holz dominieren das Interieur des Bürogebäudes.

Filigrane Spirale

Den Hingucker in dem sonst eher minimalistisch gestalteten Foyer bildet eine gewendelte Wangentreppe aus weißem Flachstahl mit Handläufen aus Holz. Im Grundriss handelt es sich um eine sechsläufige gleichmäßig gerundete Treppe mit jeweils zwei Treppenläufen pro Geschoss. Die innere Treppenwange hat eine Höhe von bis zu 190 cm, die Außenwange ist 115 cm hoch und außenseitig mit einem Stabgeländer aus Holz versehen. Die Befestigung der Holzstäbe erfolgte ohne sichtbare Verschraubung mittels Füllungshaltern, die per Laserschnitt gefertigt und im Regelabstand von etwa 12,50 cm außenseitig an der Wangentreppe angeschweißt wurden.

Zwischen den Wangen wurden Stahltrittstufen in Faltwerk-Konstruktion eingeschweißt. Entscheidend für die minimalistische Optik der Treppe ist die glattflächige Untersichtverkleidung aus 4 bis 6 mm starkem Stahlblech, die zudem als statisch mittragendes Bauteil wirkt. Darüber hinaus trägt die gleichmäßig durchgehende Wangenhöre zur leichten und fließenden Erscheinung der Treppe bei. Zwischen- und Austrittspodeste sind von außen nicht zu erkennen.

Für die geschwungenen Holzhandläufe wurde eine anspruchsvolle Stahl-Unterkonstruktion realisiert. Dazu wurden an der inneren Brüstungswange gebogene Edelstahlhalter mit einem Durchmesser von 6 mm angeschweißt. An der Außenseite der äußeren Wange wurden im Abstand von je einem Meter lasergeschnittene Formpfosten angebracht, die ebenfalls mit einer Handlaufhalterung versehen wurden. In den einzelnen Geschossen gehen die Brüstungen der Treppe in ein Ganzglasgeländer über. -np

Bautafel

Architektur: planquadrat, Darmstadt
Projektbeteiligte: METALLART Treppen, Salach
Bauherr/in: Heraeus, Hanau
Fertigstellung: 2018
Standort: Heraeusstraße 12-14, 63450 Hanau
Bildnachweis: Martin Geyer, Wien; planquadrat, Darmstadt

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Faltwerktreppe im Berlin Institute for Medical Systems Biology

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Faltwerke

Faltwerktreppe mit Brüstungsgeländer aus Stahl im Hotel Lamaison in Saarlouis.

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Treppenelemente

Geländer

Dem Treppenverlauf entsprechend gebogene Untersichtsverkleidung aus Stahlblech an einer Wendeltreppen im Seehotel Riva in Konstanz.

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Treppenelemente

Untersicht

Wendeltreppe in der Hamburger Joachim Herz Stiftung mit brüstungshohen Wangen aus Flachstahl.

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Treppenelemente

Wangen

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