Hotel in Frankfurt am Main

Sicherheit durch automatisierte Türantriebe

Auf der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofs, am Rande des Gutleutviertels, ist nach Plänen des Büros Schneider+Schumacher ein neues Hotel entstanden, das durch eine große Kette betrieben wird. Auf einem Grundstück errichtet, das zuvor durch Parkplatzflächen eingenommen wurde, schreibt der achtgeschossige Neubau die städtische Blockrandbebauung fort.

Wer das Hotel betritt, blickt geradewegs auf die Bar.
Gleich dahinter liegt das längliche Atrium, flankiert von einer grünen Fassade.
Im ersten Obergeschoss sind es die Konferenzräume, die an den Lichthof anschließen.

Inmitten der heterogenen Nachbarschaft, die sowohl durch den Frankfurter Busbahnhof als auch durch ein Parkhaus, viel befahrene Straßen und Straßenbahnschienen bestimmt wird, zeigt sich das Hotel auf dem Eckgrundgrundstück mit zurückhaltender, heller Lochfassade. Durch die geschossweise versetzt angeordneten, bodentiefen Fenster rhythmisiert, erheben sich die Fasaden der Oberschosse über einem verglasten Erdgeschoss. Dabei wird auch durch profilierte Werksteinelemente Bezug auf die gründerzeitliche Bebauung genommen. In dem Bestreben, den Neubau in die Struktur der älteren Nachbarschaft einzugliedern, setzte das Planungsteam dem Hotel zudem ein angedeutetes Dach aus Metallstreben mit einer ortstypischen Neigung von 44 Grad auf.

Begrüntes Atrium als Blickfang
Der Blockrandbebauung und den Grundstücksgrenzen folgend, ist der Grundriss rechteckig und wird im Norden und Osten von der Mannheimer und Karlsruher Straße gesäumt, im Westen von einem Parkhaus begrenzt und im Süden vom Busbahnhof abgeschlossen. Dabei fällt die nordöstliche Gebäudeecke auf: Sie ist abgeschrägt und zudem ist das verglaste Erdgeschoss zurückgesetzt. Der Hauptgang ist nicht in der abgeschrägten Ecke platziert, sondern an der nördlichen Schmalseite direkt gegenüber dem südlichen Bahnhofsausgang, derweil sich in der Ecke ein lichtes Treppenhaus emporwendelt, das die vier Erschließungskerne im Inneren ergänzt.

Während im Erdgeschoss neben Lobby, Bar und Restaurant des Hotels sowie in der ersten Etage und sechs Konferenräume untergebracht sind, verteilen sich die 414 Zimmer auf die sieben Obergeschosse. Zudem bietet im Untergeschoss eine Tiefgarage, deren Zufahrt sich an der Karlsruher Straße befindet, Platz für PKW. Beim Betreten der lichtdrchfluteten Lobby schreiten die Gäste geradewegs auf die Bar zu. Zwar bildet die Theke den südlichen Abschluss der Lobby, eine großflächige Verglasung aber bietet Durchblicke auf die begrünte Außenfassade des Atriums. Der Hof dient indessen nicht nur der Belichtung, sondern birgt auch die Außensitzplätze des Hotelrestaurants. Im ersten Obergeschoss sind es die Konferenzräume, die an den Lichthof anschließen.

Räumliches Kontinuum und Hotelzimmer mit Ortsbezug
Dadurch, dass auf der Rückseite des Erdgeschosses Räumlichkeiten für die Angestellten und Reisenden des Busbahnhofs zu finden sind, wird das Gebäude nicht nur durch die äußere Gestalt, sondern auch durch sein Programm in der verkehrsintensiven Umgebung verankert. Entgegen der Auffassung, dass Kettenhotels weitgehend austauschbar sind, stellt sich zugleich es aber auch die Frage nach einer ortsspezifischen Gestaltung der Innenräume. Dabei ist der Entschluss, die strenge Gliederung in Lobby, Bar, Restaurant und Frühstücksraum aufzugeben, maßgeblich dafür, dass sich die Frankfurter Herberge von anderen Hotels unterscheidet. Stattdessen entstand nach einem Entwurf des Büros von Matteo Thun, das bei der Innenraumgestaltung natürliche Materialien und sanfte Farbtöne wählte, ein räumliches Kontinuum, in dem sich sowohl Begegnungsorte als auch Rückzugsbereiche auftun. In den über 400 Gästezimmern hingegen verweisen Stadtpläne, hinter dem Bett aufgehängt, auf die Stadt Frankfurt.

Beschläge: Sicherer Betrieb für Brand- und Rauchschutz
Im Innern wurde nicht nur auf eine ortsspezifische Gestaltung in warmen Farben und Komfort Wert gelegt, sondern auch den strengen Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz entsprochen. So wurde auch bei der Ausstattung der Türen penibel darauf geachtet, die sehr hohen Sicherheitsanforderungen an automatisierte Türen in öffentlichen Bereichen wie Hotels umzusetzen. Die gewählte Objekt-Drückergarnitur mit Gleitlager (OGL) ist geprüft nach EN 1906 Klasse 4 und besonders geeignet für den Einsatz an Türen in halböffentlichen und öffentlichen Bereichen.

Zum Sicherheitskonzept des Hotels gehören sensorgesteuerte Türantriebe bei den Feuer- und Rauchschutztüren. Die zum Einsatz kommenden Stahlblechtüren sind mit Türschließern ausgestattet, die die bis zu 250 kg schweren Türen selbsttätig und zuverlässig schließen. Die Kraft, die der Türschließer für den Schließvorgang benötigt, wird beim Öffnen der Tür bereitgestellt; eine Feder speichert dann die Energie. Beim nachfolgendem Schließvorgang gibt sie diese dann hydraulisch gedämpft wieder ab.

Des Weiteren werden einige Sondertüren mit Drehfügelantrieben jeweils mit sogenanntem Flatscan automatisiert. Bei beiden gewählten Antriebsvarianten handelt es sich um besonders starke und leistungsfähige Antriebe, mit denen die im Hotel verbauten Sondertüren sicher und langfristig betrieben werden können. Durch den Einsatz des integrierten Melders kann die gesamte Türblattbreite sowie Türblatthöhe auf der Band- wie auch auf der Bandgegenseite sowie auch die Nebenschließkante gesichert werden. Durch den Melder, der im Sturz integriert ist, können Brandschutztüren bis zu einer Breite von 1,40 m im Alarmfall automatisch geschlossen werden. Umgekehrt kann die Steuerung aber auch so konfiguriert werden, dass die Türen zur Entrauchung geöffnet werden.

Bautafel

Architektur: schneider+schumacher, Frankfurt am Main
Innenarchitektur: Matteo Thun & Partners, Mailand
Projektbeteiligte: RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft, Frankfurt am Main/Berlin (Tragwerksplanung); Ingenieurgesellschaft Scheel, Berlin (Gebäudetechnik); A+F Fassadenplanung, Frankfurt am Main (Fassadenplanung); Ingenieur Consulting Rücker, Darmstadt (Brandschutz); WM Feuerschutzelemente, Eschwege (Stahlblechtüren); CSD Ingenieure, Berlin/Mannheim (Bauphysik); Eco Schulte, Menden (Türschließer TS 62, ETS 73 und ETS 64-R mit Flatscan; OGL Beschläge)
Bauherr/in:
CA Immo, Wien
Fertigstellung: 2019
Standort: Mannheimer Str. 21, 60329 Frankfurt am Main
Bildnachweis: Jörg Hempel Fotografie, Aachen; InterCityHotel; schneider+schumacher, Frankfurt am Main

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Türschließer gewährleisten, dass sich Drehflügeltüren nach dem manuellen Öffnen automatisch und kontrolliert schließen (im Bild: Obentürschließer TS 98 XEA von dormakaba).

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