Hochhaus One in Frankfurt am Main

Wendeltreppe mit goldenen Ringen

Mit seinen 190 Metern ist das One das sechsthöchste Gebäude sowohl in Frankfurt als auch in ganz Deutschland. Über 49 Geschosse reicht der Turm, dazu ist ihm ein achtgeschossiges Parkhaus mit 470 Park- und 600 Fahrradstellplätzen vorgelagert. Etwa ein Drittel des Hochhauses nimmt ein Hotel der Kette nhow ein, zu dem unter anderem eine auffällige Lobby mit imposanter Wendeltreppe gehört. Entworfen wurde das Gebäude vom ortsansässigen Büro Meurer Architektur + Stadtplanung, die Innenraumgestaltung übernahm das Madrider Büro Rafael de La-Hoz.

Eine markante Zacke prägt den Turm.
Die Fassade ist in Weiß gehalten.
Ein Rücksprung im 15. Obergeschoss lässt eine Dachterrasse entstehen.

Auskragender Zacken

Die weiße, rhythmisch gerasterte Fassade wird durch die vor- und zurücktretenden Schmalseiten des Baukörpers gegliedert, sodass die Turmschichten wie leicht verschoben erscheinen. Konstruktiv war insbesondere das acht Meter auskragende 34. Obergeschoss herausfordernd. Die dort entstehende, markante Zacke des Gebäudes nimmt Bezug auf die benachbarten Hochhäuser Kastor und Pollux und richtet sich in nordöstlicher Richtung zum Platz der Einheit hin aus, der als Tor zum Europaviertel fungiert. Im 15. Geschoss findet sich analog dazu ein Rücksprung in der Fassade, durch den eine Dachterrasse entstanden ist.


Hotel, Co-Working und Büros in einem Turm

Herzstück des Gebäudes ist die Lobby im Erdgeschoss. Hier befinden sich der Büroempfang, der Check-In- Bereich des Hotels sowie eine Lounge, eine Cocktailbar und ein Café. In den ersten 14 Obergeschossen sind die 375 Hotelzimmer, ein Konferenzbereich, ein Restaurant, ein Fitnessraum und ein Wellness-Bereich angesiedelt. Die Geschosse 15 bis 21 beherbergen Co-Working-Bereiche und Technikräume. In den darüberliegenden Etagen finden sich wiederum Büroflächen und Zonen für informellere Besprechungen und Arbeitssituationen sowie Begegnungen in den Pausen. Im 47. Geschoss befindet sich eine öffentlich zugängliche Skybar mit umlaufender Dachterrasse, von der aus man einen eindrucksvollen Ausblick auf Frankfurt hat.


Von Münzen inspirierte Treppe

Der Aufstieg von der Hotellobby ins Restaurant im ersten Obergeschoss erfolgt über eine schwarze Wendeltreppe in ellipsoider Form. Umgeben ist die eindrucksvolle Treppe von übereinander hängenden, goldenen Ringen, die an fallende Goldmünzen erinnern sollen. Das Geländer zeigt filigrane Staketen und einen Handlauf aus Edelstahlrundrohr mit LED-Beleuchtung. 

Bei der Stufenkonstruktion handelt sich um ein Faltwerk, das zwischen beidseitig trittverdeckende Flachstahlwangen geschweißt wurde. Die nutzbare Laufbreite beträgt etwa 128 cm, die Wangenhöhe etwa 50 cm und die Wangenstärke etwa 2 cm. Hingucker sind die vier geriffelten Ringelemente aus Flachstahl mit integrierter Lichtvoute, die die Treppe in Szene setzen. Diese wurden teils aneinander und teils an der Decke befestigt und greifen farblich die Wandverkleidung und der Lobby auf. -np

Bautafel

Architektur: Meurer Generalplaner, Frankfurt am Main
Projektbeteiligte: omniCon Gesellschaft für innovatives Bauen, Frankfurt am Main (Construction Management); Schmidt Plöcker Architekten, Frankfurt am Main (Mitwirkung Ausführungsplanung); Rafael de La-Hoz, Madrid (Interior Design); RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft, Frankfurt am Main (Statik); Ingenieurbüro Liebert Versorgungstechnik, Hüfingen (TGA); K. Dörflinger, Gesellschaft für Elektroplanung, Eschborn (Elektroplanung); ingenieur consulting rücker, Darmstadt (Brandschutz); Die Landschaftsarchitekten, Bittkau-Bartfelder + Ingenieure, Wiesbaden (Außenanlagen); Jappsen Ingenieure, Oberwesel / Rhein (Fördertechnik); ITA Ingenieurgesellschaft für technische Akustik, Wiesbaden (Bauphysik); DS-Plan Ingenieurgesellschaft, Stuttgart (Fachplanung Fassade); Wacker Ingenieure, Wind Engineering Consultants, Birkenfeld (Windgutachter); Patrick Lange, Frankfurt am Main (Smart Building und Digitalisierung); Hochtief Infrastructure, Frankfurt am Main (DGNB Audit); BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Aachen (Verkehrsplanung); Kardorff Ingenieure Lichtplanung, Berlin (Lichtplanung); SGS Sachverständigenbüro, Groß-Umstadt (Lüftungssachverständiger); Prof. Quick und Kollegen Ingenieure
und Geologen, Darmstadt (Fachplanung Tiefbau); METALLART Treppen, Salach (Treppenplanung)
Bauherr*in: CA Immo Deutschland, Frankfurt am Main
Fertigstellung: 2022
Standort: Brüsseler Straße 1-3, 60327 Frankfurt am Main
Bildnachweis: Klaus Helbig, nhow Frankfurt (Fotos); Meurer Generalplaner (Pläne)

Fachwissen zum Thema

Repräsentative Wendeltreppe mit dominanten Stahl-Brüstungswangen im Foyer der Firma Berger-Lacke.

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Materialien/​Baustoffe

Stahltreppen

Wendeltreppe mit brüstungshohen Stahlwangen im Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des Berliner Max-Delbrück-Centrums

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