Erhöhter Schallschutz mit modularen Fensterkonstruktionen

Anwendungsbeispiele für das Zwei-Ebenen Prinzip

Die Anforderungen an den Schallschutz im (mehrgeschossigen) Wohnungsbau steigen stetig: Zum einen müssen baurechtliche, oft strenge Auflagen erfüllt werden, zum anderen soll der Wohnraum, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, so attraktiv und gesundheitsfördernd wie möglich gestaltet sein. Dazu zählen Freisitze mit Aufenthaltsqualität, natürliche Frischluftzufuhr durch Fenster und Terrassentüren sowie ruhige Schlaf- und Wohnbereiche. Um dies auch in Innenstädten oder entlang von Bahngleisen und Einflugschneisen realisieren zu können, müssen Planer*innen besondere Schallschutzmaßnahmen ergreifen. Klassische Dreh-Kipp-Fenster sind hier häufig nicht ausreichend.

Nach außen schließt das Kastenfenster mit drei ebenfalls raumhohen Dreh-Schiebe-Elemente aus dem System Solarlux SL 25 ab.
Horizontal- und Vertikalschnitt Detail Kastenfenster der Wohnbebauung Aubinger Allee.
Im Geschosswohnungsbau in München-Riem wurde das Solarlux Schiebe-Dreh-System SL 25 an beiden Kopfenden verbaut.

Eine Möglichkeit bieten bewegliche Ganzglas-Fassadenelemente, die als äußere Prallscheibe bei Konstruktionen wie Doppelfassaden, Kastenfenster oder ähnlichen Bauwerkdetails angewandt werden. Das Unternehmen Solarlux hat in den letzten Jahren zahlreiche Wohnbauprojekte mit Schallschutzlösungen dieser Art umgesetzt, oft in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Architekturbüros.

Zur Anwendung kamen in den unten genannten Praxisbeispielen hochtransparente Schiebe-Systeme oder Schiebe-Dreh-Systeme, als Schall reduzierende Prallscheiben an der Fassade. Als zweite Ebene wurden raumseitig standardmäßige Fenster von den Architekt*innen gewählt. Denkbar ist jedoch auch eine Kombination aus außenliegender Prallscheibe und innenliegender Glas-Faltwand mit großem Luftzwischenraum – eine Konstruktion mit großer schallschutztechnischer Wirkung, die noch weitere Vorzüge mit sich bringt.

Prinzip Kastenfenster: Sommerlicher Wärmeschutz

Bauteile mit Luftpolster wie Kastenfenster sorgen grundsätzlich für gute Wärmdämmung und hohen Schallschutz. Dabei gilt: je größer der räumliche Abstand zwischen innerem und äußerem Bauelement ist, desto besser ist die bauphysikalische Wirkung. Darüber hinaus hat die Pufferzone einen positiven Effekt auf den Wärmeschutz: Aufgrund des Luftpolsters kann die Wärmeschutzanforderung des raumseitigen Bauelements geringer ausgelegt werden, was einfachere und kostengünstigere Lösungen erlaubt. Nach dem Prinzip „große Glasfläche, besserer Wärmeschutz“ spielen auch die Dimensionen der Bauelemente eine wichtige Rolle. Abhängig von der Auslegung der Kastenkonstruktion und mit optimal gedämmter Glas-Faltwand von Solarlux lassen sich Uw-Werte bis zu 0,8 W/m²K erreichen.

Prinzip Kastenfenster: Erhöhter Schallschutz

Kombiniert man Glas-Faltwände mit Prallscheiben aus VSG-Verglasung, lässt sich der bewertete Schalldämmwert um 2-5 dB verbessern. Die dafür notwendigen Produkteigenschaften bringen zum Beispiel das wärmegedämmte Glas-Faltwandsystem Highline und die Schiebe-Dreh-Systeme Proline T und Proline T Mega von Solarlux mit sich. Ein Rechenexempel: Wird eine Glas-Faltwand mit 41 dB mit einem Schiebe-Dreh-System Proline T mit 17 dB kombiniert, kann eine solche hinterlüftete Kastenfenster-Konstruktion ca. 50 dB erreichen. Wird der Innenraum eines solchen Kastenfensters zusätzlich mit schallabsorbierenden Materialien verkleidet, werden bewertete Schalldämmmaße R'w von über 50 dB möglich.

Glas-Faltwände: Permanenter Luftaustausch ohne Zugluft

Glas-Faltwände haben in einer Kastenfenster-Konstruktion jedoch einen weiteren, wesentlichen Vorteil gegenüber Fenstern mit klassischer Kippfunktion: Mit Ihnen lässt sich auch bei geschlossener Außenfassade ein permanenter Luftaustausch ohne Zuglufterscheinungen sicherstellen. Dies liegt an der Luftzirkulation bei halb geöffneten Faltwänden: Die Luft wird im unteren Bereich in den Raum eingezogen und an der Decke wieder ausgeführt.

München-Freiham: Thermische Pufferzone mit Stoßlüftung

Zur Anwendung kam das Prinzip des schalldämmenden Kastenfensters in einem mehrgeschossigen Wohnungsbau nach Plänen von Felix + Jonas Architekten in München-Freiham. Kombiniert wurden dort Schiebe-Dreh-Elemente von Solarlux (außen) mit raumhohen Dreh-Kippfenstern (innen). Mit ihnen ließen sich die Anforderungen gemäß des Bebauungsplans: „bei schutzbedürftigen Wohnräumen schallgedämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen vorzusehen, wenn in der Nacht der Beurteilungspegel durch Verkehrslärm von 49 dB(A) überschritten wird“ erfüllen (siehe Bild 1 und den ausführlichen Bericht Wohnbebauung Aubinger Allee).

München-Riem: Kastenfenster als vorgesetzter Erker

Ein weiteres Beispiel ist ein genossenschaftlicher Wohnungsbau mit 150 Wohnungen auf einem langen, schmalen Grünstück entlang der vielbefahrenen Willy-Brandt-Allee im Münchner Stadtteil Riem. An der zur Allee gelegenen Fassadenseite und an den beiden Kopfenden des Gebäudes schirmen Schallschutzfenster die hohen Lärmimmissionen effizient ab.

Das Holzbau-Unternehmen Gumpp & Maier entwickelte und fertigte dafür ca.1,50 x 1,50 m große Kastenfenster, die als Erker aus der Holzfassade hervortreten. Als Prallscheibe an der Fassade fiel die Wahl auf das Schiebe-Dreh-System SL 25 von Solarlux, das die Schallemissionen um bis zu Rw,P = 22 dB reduziert. Ein schmaler, nur 3 mm großer Lüftungsspalt zwischen den Glaselementen garantiert die notwendige natürliche Belüftung auch bei geschlossener Fassade. Da sich die Elemente eindrehen lassen, ist ihre Reinigung einfach und unkompliziert.

Um die Wohnräume entlang der Laubengänge vor Lärmemissionen zu schützen, kam im gleichen Projekt das Schiebesystem SL 20e als äußere Prallscheibe zur Anwendung. Mit einem Schalldämmmaß von Rw,P = 17 dB reduziert die Verglasung auch hier den Geräuschpegel deutlich. Jeweils zwei Ganzglas-Schiebe-Elemente werden mittels Mitnehmerfunktion komfortabel in einer 2-spurigen, flach aufgesetzten Laufschiene geführt.

Berlin, Prenzlauer Berg: Überzeugend im Prüfstand

Das Schiebe-System SL 20e von Solarlux ist immer dann die richtige Wahl, wenn sich die Prallscheiben auch von außen gut reinigen lassen – wie bei ihrem Einsatz entlang der Laubengänge in München-Riem. Sie eignen sich jedoch auch, wenn der Zwischenraum zwischen innerem und äußerem Bauelement zu schmal für die Dreh-Funktion ist. Ein solches Geschosswohnungsbau-Projekt wurde in Berlin realisiert. Insgesamt 141 Fenster mit außenliegenden Schiebeelementen von Solarlux schützen die Bewohner*innen vor dem Verkehrslärm zweier vielbefahrener Hauptstraßen. Als Verglasung wurde ein 10 mm dicke ESG-H gewählt. Im Prüfstand erzielte die Konstruktion ein exzellentes, bewertetes Schalldämm-Maß von Rw,P = 56 dB. Die nötigen Verschattungselemente wurden in den ca. 20 cm großen Zwischenräumen untergebracht.

Maximale Transparenz bei optimalem Wärme- und Schallschutz

Das Prinzip des Kastenfensters bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die sich vor allem im Geschosswohnungsbau mit hohen Schallschutzanforderungen auszahlen. Bei einer Konstruktion mit Schiebe-Dreh-Systemen außen und Glas-Faltwänden innen, ist eine natürliche Belüftung ohne Zuglufterscheinung auch bei geschlossener Außenfassade garantiert.

Alle Systeme von Solarlux sind zertifizierte Bauprodukte mit entsprechenden Prüfzeugnissen für den Schall- und Wärmeschutz, die modular konfiguriert werden können. Die wärmegedämmten Glas-Faltwandsysteme sind bis zu einem Schalldämm-Maß bis 48 dB erhältlich, die neuen ungedämmten Schiebe-Dreh-Systeme Proline T und Proline T Mega bis 30 dB.

Neben den bauphysikalischen Eigenschaften bieten Kastenfenster Architekt*innen auch gestalterische Freiräume: Die Pufferzone zwischen innerem und äußerem Bauelement kann frei interpretiert werden – zum Beispiel als Sitznische.

Quelle: Solarlux, Melle

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