Entwässerungsstrategien

Freiflächen sind im städtebaulichen und landschaftsplanerischen Kontext jene Bereiche, die nicht durch Gebäude oder Infrastruktureinrichtungen überdeckt sind. Ihre Beschaffenheit kann variieren: Manche Freiflächen sind naturbelassen, andere gestaltet oder für bestimmte Nutzungen angelegt. Die Vielfalt von Freiflächen spiegelt die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anwendungen wider, die sie erfüllen.

Begrünte Dachflächen sind aktive und wertvolle Bestandteile der Landschaft.
Auf versiegelten, wasserundurchlässigen Flächen fließt das Wasser rasch von den Oberflächen ab.
Versiegelte Flächen, wie etwa auf Sportplätzen mit Hartbelag erhöhen das Risiko von Überschwemmungen, insbesondere in städtischen Gebieten.

In städtischen Gebieten finden sich zum Beispiel öffentliche Plätze, Grünanlagen oder Sportfelder. Sie dienen als Orte der Erholung, des sozialen Zusammentreffens oder der sportlichen Betätigung. In ländlichen oder weniger dicht besiedelten Gebieten dominieren landwirtschaftlich genutzte Flächen, Naturschutzgebiete oder Erholungsgebiete.

Unabhängig von ihrem Kontext sind Freiflächen also nicht nur „leere“ Bereiche zwischen bebauten Zonen, sondern aktive und wertvolle Bestandteile der Landschaft. Ökologisch gesehen bieten sie Lebensräume für Pflanzen und Tiere, unterstützen die Biodiversität und tragen zur Luft- und Wasserreinigung bei. Sozial betrachtet dienen sie als Orte des Zusammentreffens, der Erholung und der Kultur. Aus städtebaulicher Sicht prägen Freiflächen das Stadtbild, reduzieren den Wärmeinseleffekt und bieten Raum für nachhaltige Stadtentwicklung.

Unversiegelte und versiegelte Freiflächen

Ein zentrales Thema im Umgang mit Freiflächen und deren Entwässerung ist die Unterscheidung zwischen unversiegelten und versiegelten Flächen. Unversiegelte Freiflächen sind durchlässig für Wasser. Sie bestehen oft aus natürlichen Materialien wie Erde, Gras oder Kies. Wenn es regnet, kann das Wasser in den Boden eindringen, wo es entweder von Pflanzen aufgenommen oder ins Grundwasser abgeleitet wird. Diese natürliche Versickerungsfähigkeit hilft, Überschwemmungen zu reduzieren und den Wasserkreislauf aufrechtzuerhalten. Zudem wird das Wasser auf natürliche Weise gefiltert, was die Qualität des Grundwassers verbessert.

Versiegelte Flächen hingegen sind wasserundurchlässig. Typische Beispiele sind Asphaltstraßen, Betonplätze oder andere befestigte Flächen. Statt in den Boden zu versickern, fließt das Wasser rasch von den Oberflächen ab. Das erhöht das Risiko von Überschwemmungen, insbesondere in städtischen Gebieten mit einem hohen Anteil an versiegelten Flächen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Schadstoffe, die sich auf der Oberfläche befinden, direkt in die Kanalisation und von dort aus in Gewässer abgeleitet werden.

Die Beschaffenheit der Oberfläche beeinflusst maßgeblich das Entwässerungsverhalten
 
Unversiegelte Freiflächen, z. B. Grünflächen, Parks, private Gärten, Felder, Wiesen, unbebaute Grundstücke

  • Vorteile
    Natürliche Versickerung von Niederschlagswasser
    Wiederauffüllung des Grundwassers
    Unterstützung der Biodiversität und Bereitstellung von Lebensräumen für Flora und Fauna
    Natürliche Filterung von Verunreinigungen
  • Herausforderungen
    In Gebieten mit schlechter Bodendurchlässigkeit kann es trotzdem zu Oberflächenabfluss kommen
    Potenzielle Erosion bei starkem Wasserabfluss
    Pflege und Management können erforderlich sein
  • Entwässerungslösungen
    Mulden oder Rigolen, die Wasser sammeln und zur Versickerung leiten
    Angelegte Feuchtgebiete oder Teiche, die überschüssiges Wasser aufnehmen und die biologische Filterung unterstützen
    Bepflanzungen oder Rasenflächen, die als natürliche Filter dienen und den Wasserabfluss verlangsamen
    Bau von Terrassen oder Dämmen in Hanglagen zur Kontrolle des Wasserabflusses und zur Vermeidung von Erosion

Versiegelte Freiflächen, z. B. asphaltierte Straßen, Betonplätze, gepflasterte Wege, Parkplätze, Gehwege, Spielplätze mit Hartbelag
  • Vorteile
    Langlebigkeit und geringer Wartungsaufwand
    Bieten eine robuste Oberfläche, die für den Verkehr oder bestimmte Aktivitäten geeignet ist
    Schnelle Entwässerung von Oberflächenwasser

  • Herausforderungen
    Kann zu erhöhtem Oberflächenabfluss führen, der lokale Gewässer belastet
    Erhöhtes Risiko von Überschwemmungen, insbesondere bei starkem Niederschlag
    Potenzielle Einleitung von Verunreinigungen (z. B. Öl, Schwermetalle) in die Kanalisation oder direkt in Gewässer
  • Entwässerungslösungen
    Rinnsteine und Straßenabläufe, die Wasser in die Kanalisation leiten
    Durchlässige Pflasterung, die eine gewisse Versickerung ermöglicht
    Regenwasserspeicher zur temporären Aufbewahrung von Wasser
    Begrünte Dächer oder Versickerungsbecken, um das Niederschlagswasser aufzufangen und schrittweise freizusetzen
Autorin: Alexandra Busch, freie Architektur- und Baufachjournalistin in Darmstadt

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