Closed Cavity Fassade

Doppelfassade mit gekapseltem Zwischenraum

Ein wesentlicher Nachteil der Zweite-Haut-Fassade besteht in der aufwendigen Reinigung des Scheibenzwischenraums. Um darauf verzichten zu können, hat die Firma Gartner die Closed Cavity Fassade (CCF) entwickelt, bei der der Raum zwischen innerer und äußerer Fassadenschale vollständig gekapselt ist. Der „geschlossenen Kammer“ wird mit leichtem Überdruck getrocknete und gereinigte Luft zugeführt, die verhindert, dass sich auf den Fensterscheiben Kondensat oder Schmutz ablagern. Reinigungsflügel können auf diese Weise entfallen.

CCF verursachen geringere Wartungs- und Instandhaltungskosten
Eingangsfassade vom InHaus2 der Fraunhofer Gesellschaft in Duisburg
Vertikalschnitt durch eine Closed Cavity Fassade

Profilansichtsbreiten lassen sich bei der CCF schmaler, Glasformate größer ausführen. Auch können bewegliche Fensterelemente mit einem rundum geschlossenen Rahmen durch die Luftebene gesteckt werden. Beim Einsatz von Sonnenschutzsystemen im Fassadenzwischenraum ergeben sich neue Möglichkeiten für Licht lenkende und reflektierende Oberflächen, da sie praktisch nicht verschmutzen.

Für die Konditionierung der Trockenluft werden ein zentrales und ein dezentrales System angeboten. Die dezentrale Variante arbeitet mit Trockenmittelboxen, die in Fassadennähe, beispielsweise im Hohlraum von Boden oder Decke, installiert werden. Sie müssen für den Austausch des Trocknungsmittels über Revisionsklappen zugänglich sein. Anders das zentrale System, bei dem die Luft beispielsweise mittels Adsorptionstrockner in der Technikzentrale konditioniert wird. Die Luftversorgung erfolgt über ein Netz aus Edelstahlrohren. Trotz des höheren Installationsaufwandes rechnet sich die CCF nach Angaben des Herstellers im Vergleich zur Zweite-Haut-Fassade aufgrund der geringeren Wartungs- und Instandhaltungskosten.

Hersteller: Josef Gartner, Gundelfingen

Fachwissen zum Thema

Doppelfassade eines Bürogebäudes am Wiener Hauptbahnhof

Doppelfassade eines Bürogebäudes am Wiener Hauptbahnhof

Fassadenarten

Doppelfassaden: Einführung

Die Westfassade des GSW-Hochhauses in Berlin ist eine Zweite-Haut-Konstruktion mit gebäudehohem Fassadenzwischenraum, Architektur: Sauerbruch Hutton

Die Westfassade des GSW-Hochhauses in Berlin ist eine Zweite-Haut-Konstruktion mit gebäudehohem Fassadenzwischenraum, Architektur: Sauerbruch Hutton

Fassadenarten

Doppelfassaden: Puffer-, Abluft-, Zweite-Haut-Fassaden

Neue Nationalgalerie in Berlin, Architektur: Mies van der Rohe, 1968

Neue Nationalgalerie in Berlin, Architektur: Mies van der Rohe, 1968

Grundlagen

Entwicklung der Gebäudehülle im 20. und 21. Jahrhundert

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Fassade sponsored by:
MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
Kontakt  0711 / 9751-0 | info@mhz.de