Abstandhalter

Thermisch verbesserte Abstandhalter für Dreifachverglasungen (warme Kante)
Herstellung eines thermoplastischn Abstandhalters (TPS) bei der Firma Bystronic

Wesentliche Bestandteile des Randverbundes von Isolierglaseinheiten sind neben den Dichtstoffen die Abstandhalter. In DIN EN 1279-1: Glas im Bauwesen - Mehrscheiben-Isolierglas sind diese definiert als "Bauteil, das dazu dient, die Glasscheiben auf Abstand zu halten und die Breite des Scheibenzwischenraumes an den Rändern des Mehrscheiben-Isolierglases sicherzustellen". Normativ wird zwischen starren und flexiblen Abstandhaltern unterschieden. Zu den starren Systemen zählen Abstandhalter aus Hohlprofilen, U-Profilen oder einfachen Streifen; zu den flexiblen Systemen zählen heiß aufgebrachte oder vorgefertigte Abstandhalter.

Konventionelle Abstandhalter bestehen aus Hohlprofilen, gefüllt mit einem Trockenmittel, das die Restfeuchte im Scheibenzwischenraum aufnimmt. Bei der Herstellung von Isolierglas wird der Abstandhalter abseits der Isolierglaslinie gebogen oder Teilstücke auf die benötigte Länge geschnitten und diese mit Formecken verbunden. Anschließend wird auf die beiden Flanken die Primärdichtung des Randverbundes aufgebracht. Übliche Materialien für die Abstandhalter sind Aluminium, Edelstahl und/oder Kunststoff. Werden Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit wie etwa Kunststoff oder Edelstahl verwendet, verbessert sich der Wärmedurchgangskoeffizient (UW-Wert) um etwa 0,1 W/(m²K). Bei Einsatz dieser thermisch verbesserten Abstandhalter wird der Glasrand als warme Kante bezeichnet.

Neben konventionellen Abstandhalterprofilen kommen häufig auch thermoplastische Abstandhalter (TPS) zur Anwendung, die aus einer extrusionsfähigen Dichtmasse mit eingearbeitetem Trockenmittel bestehen. Sie werden bei der Herstellung des Isolierglases unter Druck und mit Wärme direkt auf den Glasrand appliziert, auf das genaue Abstandsmaß verpresst und behalten nach dem Aushärten dauerhaft ihre elastische Form. In der Folge reduzieren sich die Wasserdampfdiffusion und die Bruchanfälligkeit des Isolierglases bei starkem Lastwechsel, was wiederum die Lebensdauer des Isolierglases erhöht.

Die Wärmeleitfähigkeit einer Isolierverglasung im Bereich des Randverbundes wird durch den sogenannten Psi-Wert (ψ-Wert) als linearer Wärmedurchgangskoeffizient im Rahmen-Glas-Übergangsbereich beschrieben; dabei gilt in Analogie zum U-Wert:je geringer dieser Wert, desto effizienter die Wärmedämmung. Der ψ-Wert ist vom Isolierglasabstandhaltertyp und Fensterrahmentyp abhängig; bei thermischen Berechnungen hat der Isolierglasabstandhalter insbesondere bei großen Rahmenanteilen eine wesentliche Bedeutung. Der Bundesverband Flachglas veröffentlicht auf seiner Webseite (siehe Surftipps) Datenblätter zu ψ-Werten unterschiedlichster Abstandhalter.

Fachwissen zum Thema

Dreifach-Isolierverglasung kam im Überkopfbereich und für die Fassaden der VHV-Versicherung in Hannover zum Einsatz.

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Der U-Wert für das gesamte Fenster setzt sich zusammen aus den U-Werten des Rahmens, der Verglasung und des Beiwerts für den Randverbund.

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