XXL-Modulbau am Rande Berlins
Steinwolle als Wärmeschutz und Ornament
1.100 Wohnungen, 600 Studierendenapartments, einige Gewerbeeinheiten und eine Kita – an der Landsberger Allee, weit im Osten Berlins, lässt das kommunale Wohnungsunternehmen Gewobag ein neues Quartier errichten. Vier bis zu achtgeschossige Gebäude befinden sich im Bau. Zum Einsatz kommen mit Steinwolle gedämmte Stahlrahmenmodule. Ende 2026 soll der letzte Bauabschnitt fertiggestellt sein.
Die rund 3.000 Module fertigte das Unternehmen DAIWA im ca. 50 km entfernten Fürstenwalde. Als wesentlicher Bestandteil jedes Moduls ist ein Stahlrahmen auf einem 12 cm dicken Stahlbetonboden montiert. Dieser ist nicht nur statisch bedeutsam, er fungiert auch als horizontale Ebene der Brandabschnitte. In der Fabrik werden auch vollständig vorgefertigte Badezimmer und Küchen installiert sowie Fußbodenheizung und Steinwolledämmung verlegt. Letztere stammt von Rockwool: Bei den Modulwänden kam die formstabile Dämmplatte Sonorock zum Einsatz, zwischen Bodenplatte und Fußbodenheizung die Trittschalldämmung Floorrock Acoustic CP 2. Somit entsprechen die Modulaufbauten den Vorgaben des KfW 55-Standards, zugleich verbessert die nichtbrennbare Steinwolle den vorbeugenden Brandschutz.
Wärmeschutz und Steinwolle-Ornament
40 bis 224 Module ergeben ein Geschoss, die Dächer bilden Stahlbeton-Fertigteile. Am Ende müssen rund 27.000 m2 Fassadenfläche gedämmt werden. Die Wahl fiel auf ein WDVS mit zementgebundenen Leichtbetonplatten, auf die eine Dämmlage aus Sonorock-Platten geklebt wurde. Auf der Dämmung wiederum wurde ein Glasfasergewebe mit dem Ausgleichsputz aufgebracht. Es folgten Putzgrund, Oberputz und schließlich eine Beschichtung.
Einige Details sollen die Fassade strukturieren: Über jedem zweiten Geschoss verläuft ein Gesims, das die Stuckateure mit der Putzträgerlamelle Speedrock II schufen. Das Gesimsprofil erstellten sie durch einen Rückschnitt um einmal 40 mm und einmal 80 mm. Als Wetterschutz dient eine Aluminiumschale. Auf die Betonelement-Außenwände des Erdgeschosses wurden Speedrock II-Lamellen in einer Dicke von 80 mm geklebt und verdübelt. Hier frästen die Bauarbeitenden Bossennuten in die Dämmung, um den Sockel hervorzuheben.
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