Wohnquartier Krügelpark in Stein

Klimaresilient mit Kalksandsteinmauerwerk

In der mittelfränkischen Stadt Stein bei Nürnberg wurde das ehemalige Areal des bayerischen Möbelhauses Krügel in ein Wohnquartier transformiert. Der Entwurf für die Umnutzung stammt aus einem frühen städtebaulichen Wettbewerb, den die Erbin des 2,5 Hektar großen Gewerbe-Areals einleitete, nachdem das Möbelhaus Insolvenz angekündigt hatte. Während Teile des Areals alsbald für den Bau des Einkaufszentrums Forum Stein genutzt wurden, entschied das Architekturbüro Grabow Zech den Wettbewerb für die übrige Fläche mit dem Entwurf einer gemeinschaftsorientierten und nachhaltigen Wohnsiedlung für sich.

Großzügige Grünflächen mit klimaresilienter Bepflanzung und eine versickerungsfähige Infrastruktur machen das ehemals versiegelte Grundstück zur Schwammstadt.
Die einst versiegelte Fläche wurde größtenteils geöffnet und begrünt. Die Straßen wurden mit versickerungsfähigem Pflaster versehen.
Die Baukörper unterscheiden sich nicht nur in ihrer Kubatur sondern auch in ihrer Geschossigkeit.

Klimaresilient und zukunftsfähig 

Die Bauplanung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Grundstückseigentümer und Bauträger Schultheiß Projektentwicklung. Dieser legte großen Wert auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Konzeption des Areals. So bietet das Krügelpark-Quartier neben neuem Wohnraum und gemeinschaftsfördernden Orten des Zusammenkommens auch großzügige Grünflächen mit klimaresilienter Bepflanzung und eine versickerungsfähige Infrastruktur, die das ehemals versiegelte Grundstück zur Schwammstadt machen. Auf diese Weise wird ein nachhaltiger Umgang mit anfallendem Regenwasser ermöglicht, was die Versorgung der Bepflanzung unterstützt und ein positives Mikroklima fördert.  

Vielfältiges Angebot für Jung und Alt 

Das Quartier setzt sich aus sieben freistehenden, polygonal geformten Baukörpern mit bis zu fünf Geschossen zusammen. Auf einer Gesamtfläche von 21.211 Quadratmetern wurden hier vielfältige Angebote für alle Generationen geschaffen. Die Wohnflächen gliedern sich in 69 geförderte und 185 frei vermietbaren Einheiten mit jeweils zwei bis fünf Zimmern und Flächen zwischen 50 und 173 Quadratmetern. Letztere sind alternativen Wohnformen für Senior*innen vorbehalten und eignen sich besonders gut für Wohngemeinschaften. Für die jüngsten Bewohner*innen des Quartiers gibt es eine zweisprachige Kindertagesstätte und gemeinschaftlich nutzbare Außenflächen mit großzügigen Spielplätzen. Die Quartiersentwicklung fand in Abstimmung mit den örtlichen Behörden statt; im Zuge derer wurde eine Bedarfsanalyse für soziale Einrichtungen in der Gemeinde erstellt und als Grundlage genutzt. 

Alle Wohnungen sind mit Balkonen ausgestattet, die sich zum Grünen öffnen. Deren überwiegend wein- und rostroten Geländer kontrastieren mit den weiß und beigefarbenen Putzfassaden. Der Wechsel zwischen perforiertem Blech und vertikalen Flachstahlelementen lockert das Fassadenbild auf.

Kalksandstein trifft auf LCM

Bei der Konstruktionsplanung des Quartiers entschieden sich die Planenden für Kalksandsteinmauerwerk. Die Bausteine sind einfach zu verarbeiten und sorgen so für einen effizienten Bauablauf. Die Beschaffenheit des aus Kalk, Sand und Wasser bestehenden Baustoffs hat viele Vorteile für den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Durch seine hohe Rohdichte und Tragfähigkeit zählt der Kalksandstein zu den klimaresilientesten Baumethoden unserer Zeit. Zudem weist das weiße Mauerwerk gute Schall- und Brandschutzeigenschaften auf und erfüllt so höchste Anforderungen. 

Um den Bauprozess zu optimieren, setzten die Planenden auf Lean Construction Management (LCM). Dieses Verfahren stellt sicher, dass alle Bauabläufe mit möglichst geringem Aufwand und höchster Qualität durchgeführt werden. Im Rahmen des LCM wurden Monats-Vorschauen entwickelt, die das Baustellenmanagement und die Logistik wesentlich unterstützen. In Kombination mit dem effizienten Kalksandstein-Bausystem konnten so optimale Bedingungen für den Bauprozess geschaffen werden.

Bautafel

Architektur: Grabow Zech Architekten BDA und Ingenieure, Nürnberg
Projektbeteiligte: Gerhardt Braun Unternehmensgruppe, Bietigheim-Bissingen (Innenausbau); Lang Ingenieure, Ebermannstadt (Tragwerksplanung); R&M Metallbau, Leutershausen (Metallarbeiten); R+F VGO, Augsburg (Vertriebsgesellschaft); KS-Original, Hannover (Kalksandsteine; Produkt: Klein und Mittelformat)
Bauherr*in: Schultheiß Projektentwicklung, Nürnberg
Fertigstellung: 2023
Standort: Wilhelm-Krügel-Weg, 90547 Stein
Bildnachweis: Schultheiß Projektentwicklung, Nürnberg

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