Wohnbebauung Duett Pradl in Innsbruck

Gläserne Loggien als klimatische und akustische Pufferzone

Das Pradl zählt zu den bevölkerungsreichsten Stadtteilen Innsbrucks und ist mit seiner vielfältigen Gastronomie- und Kulturszene eine lebendige und gefragte Wohnlage. Mit dem Projekt Duett Pradl ist hier eine neue Wohnbebauung entstanden. Das zweiteilige Ensemble an der Kreuzung von Amraser und Pradler Straße umschließt einen begrünten Innenhof und bietet Raum für 116 Wohnungen. Entworfen wurde der Neubau vom Wiener Planungsbüro Work Space Architekten.

Das Projekt besteht aus zwei polygonalen Baukörpern: Das zehngeschossige Wohnhochhaus markiert die spitz zulaufende Grundstücksecke und bildet den städtebaulichen Auftakt des Ensembles.
Sorgfältig ausgeführte Putzoberflächen prägen das Erscheinungsbild: Während das Erdgeschoss in einem warmen Braunton gehalten ist, sind die darüberliegenden Geschosse weiß gefasst.
Die Wohnblöcke umschließen einen begrünten Innenhof und bieten insgesamt Raum für 116 Wohnungen.

Städtebaulicher Kontext

Das Projekt besteht aus zwei polygonalen Baukörpern: einem achtgeschossigen Gebäude im Innenhof, das an die bestehende Nachbarbebauung anschließt, sowie einem abgestuften Volumen entlang der Straßenräume. Dieses schließt zur Pradler Straße mit einem sechsgeschossigen Gebäudeteil an die bestehende Bebauungsstruktur an. An der spitz zulaufenden Grundstücksecke zur Straßenkreuzung entwickelt sich das Volumen zu einem zehngeschossigen Wohnhochhaus, das als städtebauliche Marke den Auftakt des Ensembles bildet. Entlang der Amraser Straße ist der Baukörper viergeschossig ausgebildet. Eine großzügige Öffnung zwischen der Nachbarbebauung und dem Neubau schafft den Zugang zum begrünten Innenhof.

Zeitlose Fassadengestaltung

Die Fassaden sind bewusst zurückhaltend gestaltet und verzichten auf eine direkte Übernahme der Gestaltungsmerkmale der repräsentativen Gründerzeitbauten des Quartiers. Sorgfältig ausgeführte Putzoberflächen prägen das Erscheinungsbild: Während das Erdgeschoss in einem warmen Braunton gehalten ist, sind die darüberliegenden Geschosse weiß gefasst. Großzügige, regelmäßig angeordnete Fensteröffnungen strukturieren die Fassaden. Jede Wohnung verfügt über einen privaten Freisitz in Form einer Loggia oder eines Balkons. Die vor- und rückspringenden Elemente verleihen den Gebäudehüllen zusätzliche Plastizität. Die eigens für das Projekt gestalteten, feingelochten Metallverkleidungen der Freisitze sowie die Fensterrahmen sind in einem einheitlichen Bronzeton ausgeführt und setzen einen warmen Akzent zur hellen Putzfassade.

Vielfältige Wohnungsgrundrisse

Die polygonalen Gebäudeformen ermöglichen eine vielseitige Grundrissorganisation mit günstiger Sonnenausrichtung und Ausblicken in Richtung der Alpen. Zwei zentrale Treppenhäuser – jeweils eines pro Baukörper – erschließen insgesamt 116 Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrisstypen von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Die Erdgeschosse sind für öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen vorgesehen. Neben Geschäften und Büroflächen ist hier auch das Veranstaltungs- und Begegnungszentrum „Pradlerei“ untergebracht, das als niederschwelliger Treffpunkt für die Nachbarschaft dient und das gemeinschaftliche Leben im Quartier stärkt.

Klimatische Pufferzone und optimierter Schallschutz

Zur Steigerung des Wohnkomforts wurden die 42 straßenseitig orientierten Loggien mit dem Schiebe-Dreh-System Proline T von Solarlux ausgestattet. Die bis zu einem Meter breiten Glaselemente ermöglichen es, die Loggien zu schließen oder die Verglasung durch seitliches Parken der Elemente nahezu vollständig zu öffnen. Damit lassen sich die Freisitze flexibel und über einen großen Teil des Jahres nutzen. Die Führungsschienen der Glaselemente sind unauffällig auf den Betonbrüstungen und hinter den bronzefarbenen Balkonverkleidungen montiert.

Bei geschlossener Verglasung schützt die Loggienverglasung vor Wind und Niederschlag und reduziert zugleich die Einwirkung des Straßenlärms. Insbesondere in den oberen Geschossen des Wohnhochhauses verbessert der geschützte Zwischenraum bei geschlossener Verglasung die Bedingungen hinsichtlich Windbelastung und Schallschutz: Das eingesetzte System erzielt eine Schalldämmung von bis zu 22 dB. In der vollständig ausgestatteten Ausführung wird nachweislich ein bewertetes Schalldämm-Maß Rw von bis zu 30 dB erreicht. Als zweite, ungedämmte Gebäudehülle bildet sie zudem eine klimatische Pufferzone, die zur Reduktion von Wärmeverlusten beiträgt. 

Bautafel

Architektur: Work Space Architekten, Wien/Innsbruck
Projektbeteiligte: Renata Veghova, Peter Hundt, Miriam Franz, Peter Larcher, Karin Triendl (Projektteam); Christian Zoidl, ZSZ Ingenieure ZT GesmbH, Innsbruck (Tragwerksplanung); Lindle+Bukor OG, Wien (Landschaftsarchitektur); Solarlux (Hersteller: Schiebe-Dreh-System Proline T) 
Bauherr*in: Panorama plus Immobilien, Hall in Tirol
Fertigstellung: 2023
Standort: Amraser Straße, Innsbruck, Österreich
Bildnachweis: David Schreyer (Fotos); Work Space Architekten (Pläne)

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