Wochenendhaus in Ras el Maten

Glasfassade unterm Ziegeldach

Parallel zur Mittelmeerküste durchzieht das Libanongebirge den gleichnamigen Staat von Südwesten nach Nordosten. An der Westflanke der Bergkette, wenige Autominuten von Beirut entfernt, entstand in Ras el Maten ein Wochenendhaus nach Plänen von MET Architects aus Basel, das unter seinem ziegelgedeckten Zeltdach zunächst fast archaisch anmutet. Zugleich aber steht die Residenz mit ihrer gänzlich verglasten Fassade, die nach allen Seiten hin spektakuläre Ausblicke in die Umgebung eröffnet, in der Tradition der Moderne.

Geplant durch das Büro MET Architects aus Basel, ist es für einen Bewohner konzipiert worden.
Der pavillonartige Bau befindet sich auf einem 60.000 Quadratmeter großen, pinienbestandenden Grundstück.
Mit der gänzlich verglasten Fassade, die nach allen Seiten hin spektakuläre Ausblicke in die Umgebung eröffnet, steht die Residenz in der Tradition der Moderne.

Am Nordhang der Westflanke
Inmitten des 60.000 Quadratmeter großen, pinienbestandenen Grundstücks wurde der Bauplatz so gewählt, dass bestmögliche Ausblicke gewährt werden, ohne dass es einer Rodung des alten Baumbestandes bedurft hätte. Dadurch, dass das Wochenendhaus, das allein durch seinen Bauherrn genutzt wird, am Nordhang errichtet wurde, konnte zudem eine natürliche Ventilation sichergestellt werden. Zusätzlich ist hangwärts ein Gästetrakt entstanden, der zwei Schlafzimmer sowie einen Wohnraum bietet und überdies als Substruktion des zwanzig Meter langen Pools dient.

Gläserne Räume über massivem Sockel
Während sich hinter der Fassade des Hanggeschosses, die aus grobem Naturstein gefügt ist, kleinteilige Räume verbergen, wird das lichte Erdgeschoss durch zwei mit Eichenholzriemchen verkleidete Volumen gegliedert. Gleich einer Insel ist der eine Einbau in den Wohnraum eingestellt und birgt Küche, Gästetoilette und Garderobe; hingegen sind das Badezimmer wie auch der begehbare Kleiderschrank in einem schmalen Streifen angeordnet, der sich von der Nord- zur Südfassade erstreckt und dadurch den Schlafbereich abgrenzt.

Asymmetrisch bedacht
Dass das Haus gleichwohl ganz verschiedenartige räumliche Stimmungen bietet, verdankt sich nicht allein den wechselnden Beziehungen zur atemberaubenden Umgebung. Mehr als eine Konzession an die behördlichen Auflagen, werden auch durch das asymmetrische Zeltdach ganz unterschiedliche Bereiche inmitten des offenen Grundrisses bezeichnet. Da das Dach, dessen Firstpunkt exzentrisch über dem Kücheneinbau liegt, mit unterschiedlicher Neigung zu den vier Traufseiten hin abfällt, wird der Essbereich durch eine luftige Raumhöhe bestimmt. Hingegen strahlt das Schlafzimmer unter seiner flacher geneigten Decke Behaglichkeit aus.

Geschosshohe Verglasung: Nach allen Seiten offen
Da die Einbauten wie auch die sechs filigranen Stützen das Zeltdach stemmen, konnten die Fassaden vollkommen frei gestaltet werden. Weil zugleich fremde Einblicke angesichts der Weite des Grundstücks wie auch der dichten Vegetation nicht zu fürchten waren, sah der Entwurf eine geschosshohe Verglasung auf allen vier Seiten vor. Dabei kann der pavillonartige Bau – der, bar jeder repräsentativen Geste, weder eine eindeutige Vorder- noch eine klare Rückseite aufweist – dank Schiebeelementen von allen vier Seiten geöffnet und betreten werden. Die getönte Sonnenschutzverglasung ist von Aluminiumrahmen gefasst. Für eine leichtgängige Handhabung laufen die großformatigen Schiebefenster in einer im Boden eingelassenen Schiene auf Rollen. -ar

Bautafel

Architektur: MET Architects, Basel; Roula Moharram und Thomas Thalhofer
Projektbeteiligte: Khater Contracting Group, Mansourieh (Bauleitung); Elektroplanung: Roger Ngeim, Beirut (Elektroplanung); Roger Kazopoulo, Mansourieh (Haustechnik) Francis Landscape, Sin El Fil und Loubna Hijazi, Beirut (Landschaftsarchitektur); AAT Lebanon, Roumieh (Schiebefenster Technal GX)
Bauherrschaft: privat
Standort: Ras el Maten, Libanon
Fertigstellung: 2019
Bildnachweis: Ieva Saudargaité, Beirut

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