Wellen in der Skyline

Thermisch gebogene Isolierverglasungen am Tiffany-Gebäude in New York

Inmitten von Midtown Manhatten, an der Ecke Fifth Avenue zu 57th Street, liegt der wohl bekannteste Flagship-Store des Luxus-Juweliergeschäfts Tiffany. Das zehngeschossige Gebäude ist 1940 von Cross & Cross erbaut und 1980 mit drei Staffelgeschossen aufgestockt worden. Nun wurde das ikonische Gebäude einer umfassenden, dreijährigen Sanierung und Erweiterung unterzogen. Größter sichtbarer Eingriff liegt erneut in den drei Staffelgeschossen: Statt der bauzeitlichen Kalksteinfassade bildet heute ein gläserner Kubus mit Wellenfassade den oberen Abschluss.

Während die Hülle im 8. und 9. Geschoss als Pfosten-Riegel-Fassade aufgrund der guten Zugänglichkeit auf der Dachterrasse ausgeführt wurde, kam bei dem gewellten Fassadenabschnitt darüber eine Elementfassade zum Einsatz.
Die Gläser wurden thermisch gebogen und zu Isolierverglasungen weiterverarbetet.
Die Montage der Elemente mitten in Manhattan war äußerst anspruchsvoll: Eingesetzt wurde eine spezielle Sauganlage mit über 100 Saugnäpfen.

Entworfen haben den Bereich die Architekturbüros OMA und CallisonRTKL. Ursprünglich war die Aufstockung in den 1980er-Jahren als separate Bürofläche geplant worden; heute dient sie als Erweiterung des Einzelhandelsangebots, für Veranstaltungen oder individuelle Kundenberatungen. Die Basis bildet eine Glasbox, die im achten und neunten Geschoss mit einer glatten, raumhohen Pfosten-Riegel-Fassade abgeschlossen ist. Von hier aus ist die Dachterrasse erreichbar. Darauf liegt das zehnte Geschoss mit seiner außergewöhnlichen, vorhangähnlichen Fassade auf. Es kragt unregelmäßig über den gläsernen Sockel aus und bildet dadurch einen kleinen Dachüberstand. 

Gläserne Elementfassade in Wellenform

Als Konstruktionsart wurde eine Elementfassade gewählt; sie ist 500 Quadratmeter groß und 8,8 Meter hoch. Zur Nord- und Westseite hin wurde diese mit warm gebogenen Isolierverglasungen in Wellenform ausgefacht. Dabei bestehen die Fassadenelemente jeweils aus einem transparenten Sichtbereich und opaken Shadowboxen an den Rändern. Das Profilsystem der Fassadenelemente besteht aus eloxierten Aluminium-Strangpressprofilen, die durch stählerne Einschieblinge verstärkt sind. Zur Lastverteilung sind die Scheiben umlaufend statisch tragend zum Rahmen verklebt.


Der mittlere Durchsichtbereich besteht aus Zweifach-Isolierverglasungen (5,2 x 2,45 m) mit innenseitig ebenem Verbundsicherheitsglas (VSG) aus 2 x 8 mm teilvorgespanntem Glas (TVG) und einem thermisch gebogenen VSG aus 2 x 6 mm Floatglas auf der Außenseite. Beide Verbundsicherheitsgläser sind mit jeweils 1,52 mm PVB als Zwischenschicht ausgeführt; die Glaskanten des äußeren Glaspaketes sind in polierter Qualität ausgeführt.

Die Isolierverglasungen der Shadowboxen sind im Gegensatz dazu innenseitig mit ebenen Verglasungen aus 8 mm Einscheibensicherheitsglas (ESG) ausgeführt. Bedingt durch die Wellenform der thermisch gebogenen Verglasungen variiert die Dicke des mit Argon gefüllten Scheibenzwischenraums mehrfach, was eine spezielle Ausbildung des Randverbundes und Abstandhalterprofils bedingte.


Herausfordernde Logistik und Montage

Neben der technischen Umsetzung der Fassadenelemente waren auch die Logistik und Montage mitten in Manhattan äußerst anspruchsvoll. Letztere funktionierte nur durch eine spezielle Sauganlage, die exakt auf die beengten Platzverhältnisse und die Wellenform der Gläser abgestimmt war. Die 2,7 Tonnen schweren Fassadenelemente konnten ausschließlich an den Wochenenden mit einem Kran auf die Höhe von 40 Meter gehoben werden.

Architektur: OMA, Rotterdam und CallisonRTKL, Washington, D.C.; Verglasungen: seele, Gersthofen

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Dreifach-Isolierverglasung kam im Überkopfbereich und für die Fassaden der VHV-Versicherung in Hannover zum Einsatz.

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