Weingut am Stein in Würzburg

Flachdächer mit FPO-Abdichtungen

Die Erweiterung des Weinguts Knoll ging aus einem Wettbewerb hervor. Mit zwei Solitären ergänzen die Würzburger Architekten Hofmann Keicher Ring die vorhanden Hofanlage. Den Zugang zum Weingut markiert das Kelterhaus, das zugleich als Gästehaus fungiert. Der Kubus mit Außenmaßen von neun mal neun Metern markiert durch seine Positionierung die östliche Grenze der Anlage und verdeutlicht weit sichtbar deren Gesamtausdehnung.

Das 'WeinWerk'verbindet Alt und Neu
Das Kelterhaus aus Muschelkalk dient zugleich als Gästehaus
Die Flachdachabdichtung aus einer FPO-Dachbahn

Die Verbindung von Alt und Neu erfolgt durch das so genannte WeinWerk, einen Quader von zehn Metern Breite und Tiefe, der der Produktpräsentation, der Verkostung und dem Verkauf dient. Die vorhandenen Strukturen und Farbigkeiten der Weinberge und -reben werden in der zweischaligen Fassade durch vertikale Eichenholzbalken als äußere Schicht aufgenommen. Die innere Schicht besteht aus grünem Glas, das zusammen mit der Holzverkleidung ein vielfältiges Spiel von Licht und Schatten im Innenraum erzeugt.

Wenige Materialien - Beton, Glas, Lehm und Eichenholz - prägen das Gebäudeinnere. Angelehnt an die Weinbergswege der umgebenden Landschaft verbinden offene Raumstrukturen die Etagen untereinander.

Flachdach
Auf der Stahlbetondecke der Gebäude, der Dampfsperre sowie einer Polystyrol-Gefälledämmung wurde eine FPO-Bahnen-Abdichtung aufgebracht. Zum Einsatz kamen 2 mm starke Kunststoffbahnen mit mittiger Glasvlieseinlage. Die einzelnen Bahnen von 15 m Länge und 2 m Breite wurden heißluftverschweißt; die Überlappungen thermisch geschweißt. Die Randbefestigung erfolgte mittels Schweißschnüren und einer mechanischen Befestigung über Befestigungsprofilen (4 Befestiger pro lfm Profil) zur Aufnahme von horizontalen Kräften. Im Bereich der Aufkantungen wurde die Bahn in 1,5 mm Stärke vollflächig verklebt. Die notwendige Auflast übernimmt eine Kiesschüttung von 8 cm Stärke.

Bautafel

Architekten: Hofmann Keicher Ring Architekten, Würzburg
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Leiser, Würzburg (Thermische Gebäudesimulation); Ingenieurbüro Schirmer, Sugenheim (Haustechnik); Sarnafil, Feldkirchen (Abdichtungssysteme)
Bauherr: Sandra und Ludwig Knoll, Würzburg
Fertigstellung: 2005
Standort: Mittlerer Steinbergweg 5, 97080 Würzburg
Bildnachweis: Gerhard Hagen, Bamberg

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