Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) verhindert durch ein extrem dichtes Gefüge und einen niedrigen Wasserzementwert das Durchdringen von flüssigem Wasser. Bei fachgerechter Ausführung macht er sogar zusätzliche Abdichtungen überflüssig. WU-Betone kommen zum Einsatz, wenn Bodenfeuchte oder drückendes Wasser vorliegen.

Erstellung einer Weißen Wanne für den Hochbehälter Petze IV bei Hildesheim.
Schematischer Schnitt einer Weißen Wanne

WU-Beton muss im Zusammenwirken mit der Bewehrung eine Vielzahl von Beanspruchungen aufnehmen. Bei sorgfältiger Planung unter Berücksichtigung der Last- und Zwangsspannungen sind keinerlei zusätzliche Abdichtungen mehr erforderlich. Für die Herstellung wird auf die DAfStb-Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton verwiesen. Entscheidendes Kriterium für die Wasserundurchlässigkeit eines Betons ist die vertraglich zu vereinbarende Wassereindringtiefe. Sie wird anhand von drei Probekörpern geprüft, gemäß DIN EN 12390-8: Prüfung von Festbeton –Teil 8: Wassereindringtiefe unter Druck.

Faktor Wasserzementwert

Grenzwerte für die Zusammensetzung eines WU-Betons finden sich in der DIN 1045-2: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton -–Teil 2: Beton. Neben einem dichten Gefüge und eventuellen Zusatzmitteln ist vor allem der Wasserzementwert zu beachten. Das hat folgenden Grund: Wird keine besondere Gesteinskörnung verwendet, so bestimmt die Wasserundurchlässigkeit des Zementsteins, wie durchlässig der Beton ist. Wie durchlässig der Zementstein ist, hängt wiederum von der Größe des Kapillarporenraums ab. Praktisch wasserundurchlässig ist der Zementstein, wenn der Kapillarporenraum höchstens 20 Volumenprozent einnimmt. Bis zu diesem Wert sind die Kapillarporen untereinander nicht verbunden. Das ist der Fall, bei einem Wasserzementwert von maximal ca. 0,50 und vollständiger Hydratation. Beträgt der Wasserzementwert jedoch 0,70 oder mehr, bleibt Zementstein auch nach vollständiger Hydratation wasserdurchlässig.

Einsatzbereiche

WU-Betone sind vor allem bei erdberührten oder durch Druckwasser belasteten Bauteilen bzw. Bauwerken gefragt. Dazu zählen Gründungsbauteile, Keller und Tiefgaragen, aber auch Becken und Wasserbehälter. Bauwerke aus WU-Beton nennt man auch Weiße Wannen oder WU-Bauwerke (siehe Fachwissen zum Thema). Errichtet wird die Weiße Wanne üblicherweise geschosshoch, entweder aus Ortbeton mit Systemschalung oder aus vorgefertigten Elementwänden.

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