Verwaltungsgebäude in Dubrovcan

Geradlinig-transparent über künstlichen Hügeln

Zwischen Gewerbegebiet und ländlicher Kulturlandschaft setzt die Verwaltung eines Wohnungsbauunternehmens in der kleinen Gemeinde Dubrovcan nordwestlich von Zagreb auf eine ungewöhnliche Strategie: Statt sich gegen die Spuren des Ortes zu behaupten, entwickelten MVA Mikelić Vreš Architekten aus Zagreb für den Entwurf eine Identität aus ihnen heraus. Das Grundstück, einst als Deponie für Bauschutt genutzt, wird nicht nur saniert, sondern in eine künstliche Landschaft transformiert.

Architektur und künstlich modellierte Landschaft als spannungsvoller Kontrast
Die Wege führen unter dem Gebäude in den zentralen Innenhof
Kreisförmiger Innenhof

Stringente Geometrie, geschwungene Hügel

Drei grüne Hügel strukturieren das Areal und schaffen eine räumliche Ordnung: Sie definieren ein Zentrum und Fußwege, die dorthin führen. In den Erdaufschüttungen verborgen liegen ein Produktions- und Entwicklungsbereich, technische Funktionen und gemeinschaftliche Bereiche. Ein geradliniger eingeschossiger Baukörper überlagert die organisch geschwungene Topografie. Seine klare Geometrie, transparente Fassaden und das dahinter sichtbare Tragwerk, das an eine Brücke denken lässt, bilden einen architektonischen Gegenpol zur modellierten Landschaft.  

Quadratischer Grundriss, kreisförmiges Zentrum

Über ein kreisrundes Atrium im Zentrum des quadratischen Volumens gelangt Tageslicht tief in die Arbeitsbereiche und schafft Orientierung innerhalb der offenen Bürostruktur. Transparente Raumfolgen, Sichtbezüge und vielfältige Aufenthaltszonen fördern Begegnung und Kommunikation. Die zentrale Öffnung wirkt als verbindendes Scharnier – Außen- und Innenraum greifen hier ineinander.

Robuste, flexibel nutzbare Konstruktion

Offenheit und Anpassungfähigkeit waren auch konstruktiv maßgeblich. Großzügige Spannweiten ermöglichen flexible Grundrisse und eine langfristige Umnutzung der Arbeitsbereiche. Das Gebäude soll als wandelbare Infrastruktur verstanden werden: Aus einem Ort der Ablagerung entstand ein Ort der Produktion, durch Transformation des Geländes eine Architektur, die robust, flexibel und landschaftlich verankert erscheint.

Flachdachaufbau

Der Dachaufbau über dem beheizten Erdgeschoss basiert auf einer 30 Zentimeter starken Stahlbetondecke. Durch eine im Mittel zehn Zentimeter dicke Schicht aus Leichtbeton wird das notwendige Dachgefälle hergestellt. Eine Bitumenbahn mit Aluminiumeinlage dient als Dampfsperre, darüber folgen 25 Zentimeter Steinwolledämmung. Die Abdichtungsebene bildet eine Kunststoffdachbahn auf Basis von FPO/TPO. Zum Schutz der Abdichtung und zur Sicherstellung der Entwässerung folgt eine Dränlage aus HDPE. Darüber wird ein Geotextil mit einem Flächengewicht von 150 bis 200 g/m² als Filter- und Trennlage angeordnet. Den oberen Abschluss bildet eine etwa fünf Zentimeter starke Kiesschüttung (Rundkies, Körnung: 16-32 mm).

Bautafel

Architektur: MVA Mikelić Vreš Arhitekti, Zagreb
Projektbeteiligte: Marin Mikelić, Tomislav Vreš, Mia Kos, Fran Stanić (Projektteam); Barbara Horvatić, Anita Kovačić, Maja Pijaca, Marin Ševo (Mitarbeit)
Bauherr: MDK Građevinar
Fertigstellung: 2024
Standort: Dubrovčan, Kroatien
Fotorechte: © Jure Živković

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