Umweltproduktdeklaration für Schiefer
Fünf Jahre gültig ab August 2026
Mithilfe einer EPD (environmental product declaration) – zu deutsch: Umwelt-Produktdeklaration – lassen sich Baustoffe in Bezug auf ihre Umwelteinwirkungen beurteilen. Im August 2026 ist eine Umwelt-Produktdeklaration für Schiefer erschienen, ausgestellt durch das Institut Bauen und Umwelt IBU. Die Deklaration im Auftrag von Rathscheck Schiefer und Dachsysteme ist fünf Jahre gültig. Sie bezieht sich auf Schiefer für Dach und Fassade, speziell die Produkte InterSIN und Monumentum. Erhoben wurden Daten für Abbau und Produktion an fünf Standorten in Spanien im Jahr 2024.
Die Schieferplatten werden als Dachdeckung und Fassadenbekleidung (meist hinterlüftet) eingesetzt. Die Formate und Geometrien sind vielfältig; ausgeliefert werden sie in Holzkisten oder auf Transportpaletten. Das verwitterungsbeständige und spaltbare Gestein besteht vorrangig aus den Mineralbestandteilen Sericit, Chlorit und Quarz sowie einem geringen Anteil Kalkspat und sonstigen Mineralen.
Zur Herstellung werden Schiefer-Rohblöcke aus einem Berg bzw. einer Lagerstätte gelöst, transportiert und zunächst durch laser-gesteuerte Diamantsägen bearbeitet. Die Blöcke werden in Rohsteine gespalten und anschließend automatisiert bearbeitet, wobei seit 2025 ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verbraucht wird. Es entstehen keine Belastungen von Wasser und Boden.
Bei der Verarbeitung von Schiefer sind keine über die öffentlich-rechtlichen Anforderungen hinausgehenden Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen. Schiefer emittiert keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffe. Aufgrund der hohen Beständigkeit ist bei einer fachregelgerechten Eindeckung eine Nutzungsdauer von 100 Jahren und mehr möglich. Schiefer ist als nichtbrennbar klassifiziert, im Brandfall entstehen keine sichtbehindernden und toxischen Gase und Dämpfe.
Die Wieder- und Weiterverwendung von Schiefer ist ebenso möglich wie eine Wieder- und Weiterverwertung. Um eine Ökobilanz bzw. Lebenszyklusanalyse (LCA = Life Cycle Analysis) für das Produkt zu erstellen, sind die Lebenszyklusphasen in verschiedene Module aufgeteilt, die einzeln bewertet werden. So beschreibt das Modul A4 beispielsweise den Transport vom Werkstor in Spanien zur Baustelle. Basierend auf repräsentativen Daten, ermittelt über den Zeitraum eines Jahres, lässt sich mithilfe der Software „LCA for Experts“ ein Ökobilanzmodell erstellen.
Die Vergleichbarkeit solcher EPD-Daten ist nur gegeben, wenn sie anhand von EN 15804: Nachhaltigkeit von Bauwerken – Umweltproduktdeklarationen – Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte erstellt werden. Zu berücksichtigen sind auch der Gebäudekontext und produktspezifische Leistungsmerkmale.
Die Ergebnisse der LCA sind tabellarisch dargestellt, aufgegliedert in das Produktionsstadium, die Errichtung des Bauwerks, das Nutzungsstadium sowie das Entsorgungsstadium. Es folgt eine Interpretation der LCA, die grafisch deutlich zeigt, dass der Einfluss der Rohstoffversorgung (Modul A1) zu Beginn des Produktionsstadiums am größten ist, gefolgt von der Herstellung als drittem und letzten Schritt innerhalb des Produktionsstadiums. Die 11-seitige Umweltproduktdeklaration ist diesem Beitrag angehängt (siehe Downloads). Auf der Webseite von Rathscheck Schiefer (siehe Surftipps) ist die PDF-Datei ebenfalls kostenfrei verfügbar.
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