Umbau eines Forschungsinstituts zum Wohnhaus in Stuttgart

Extensive Dachbegrünung und Terrassen

Das 1959 errichtete Bürogebäude am Fuße des Killesbergs in Stuttgart mit seiner monotonen Fassadengestaltung und der in die Jahre gekommenen Bausubstanz sah nicht wirklich ansprechend aus. Der Komplex, der bis vor wenigen Jahren der Max-Planck-Gesellschaft als Büro- und Laborgebäude diente, wurde daher im Auftrag der Eigentümer LBBW Immobilien Development nach Plänen von Wilford Schupp Architekten aus Stuttgart zu einem exklusiven Wohngebäude umgebaut.

Blick auf die Südfassade aus der Vogelperspektive
Baubestand vor Sanierung
Blick aus den Panoramawohnungen auf die Dächer der Stadt

Die Architekten hatten es sich zur Aufgabe gemacht, dem Gebäude seinen Verwaltungs- und Laborcharakter zu nehmen und die bestehende Architektur neu zu beleben. Im Zuge der Modernisierung erhielt das Gebäude drei voneinander unabhängige Zugänge, welche weit in den Straßenraum reichen und durch unterschiedliche Farbgestaltung hervorstechen. Die Farb- und Materialwahl ist inspiriert durch die Stuttgarter Bauhauskünstler Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Adolf Hölzel.

Die bestehenden engen Bürotrakte wurden vollständig entkernt, sodass nur noch die weißen Stützen an die zuvor herrschende, dichte Grundrissgestaltung mit Bürozellen erinnern. Über eine an der Südseite vorgesetzte Fassade entstanden Balkone und Loggien als zusätzliche Freibereiche für die Bewohner. Der Baukörper erhält durch diesen spitz zulaufenden Vorbau, der bis zu 4,50 m auskragt, zusätzliche Tiefe. Die Wohnungen mit Größen von 95 bis 220 m² sind sehr unterschiedlich gestaltet. So genannte Galeriestudios sind zweigeschossig und ebenso wie die Panoramawohnungen nach Süden orientiert. Die Wohnbereiche im Ostflügel sind als Lofts konzipiert, die Wohnungen im Erdgeschoss schließlich orientieren sich zum begrünten Innenhof und dem alten Garten mit Baumbestand.

Flachdach
Als Wärmedämmung wurde eine im Mittel 100 mm dicke Gefälledämmung auf die vorhandene Stahlbetondecke, die zuvor mit einem Voranstrich und einer Dampfsperre versehen wurde, aufgebracht. Darüber liegt eine zweilagige Elastomerbitumenbahn, deren erste Lage als wurzelfeste Bahn ausgebildet ist. Anschließend folgen eine Abdichtungslage, eine 5 mm starke Schutzmatte sowie eine 25 mm dicke Dränagebahn. Den Abschluss bildet eine etwa 8 cm dicke extensive Dachbegrünung, die fast die gesamte Dachfläche bedeckt. Lediglich im Bereich der Dachterrassen liegen Holzdecks, und in einem Teilbereich des östlich gelegenen Turms wurde eine Intensivbegrünung in Trögen angepflanzt.

Bautafel

Architekt: Wilford Schupp Architekten, Stuttgart
Projektbeteiligte: ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart (Bauleitung); Bornscheuer Drexler Eisele, Stuttgart (Statik); Ingenieurgemeinschaft für Gebäudetechnik Fellbach (HLSE)
Bauherr: LBBW Immobilien Development, Stuttgart
Fertigstellung: 2007
Standort: Seestraße 92, Stuttgart

BauNetz Architekt*innen

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Arten: Dachbahnen aus Polymerbitumen

Bitumendachbahnen

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Beispiel Intensivbegrünung mit Hochbeeten

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Gründächer

Arten: Extensiv- und Intensivbegrünung

Beispiel einer Vegetationsentwicklung mit einer Samenmischung aus verschiedenen Wildkräutern: Zeitpunkt ca. 8 Wochen nach Aussaat

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Gründächer

Extensivbegrünung: Fertigstellungspflege

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