Town Hall Hotel in London/GB

Perforierte Aluminiumhaut umhüllt Lochfassade

Im pulsierenden Ost-Londoner Stadtteil Bethnal Green befindet sich am Patriot Square ein pompöses, geschichtsträchtiges Gebäude – ein ehemaliges Rathaus aus den Zeiten des britischen Königs Edward VII. Der in der Vergangenheit stetig erweiterte Bau der sogenannten Town Hall stand viele Jahre leer und wurde lediglich temporär als Standort für Film- und Fernsehsets genutzt, bis ein asiatischer Hotelunternehmer das Objekt erwarb. Er engagierte Nathalie Rozencwaig und Michel da Costa Goncalves von Rare Architects für die Umgestaltung des denkmalgeschützten Stadtpalastes, der zu einem Hotel mit gehobener Ausstattung werden sollte.

Das Town Hall Hotel bildet eine Synthese aus Alt- und Neubau
Metall, Glas und Naturstein mit Art déco Elementen
Der metallene Neubau bildet einen Kontrast zur historischen Town Hall

Der bestehende Naturstein-Altbau, dekoriert mit Elementen des Art Déco, erstreckt sich mit einer Fläche von 7.500 m² über drei Geschosse. Er wurde saniert, restauriert und erweitert. Die Architekten fügten ein zusätzliches Obergeschoss hinzu und errichteten einen viergeschossigen Flügel im hinteren Teil des Grundstücks, so dass sich die Gesamtfläche um 1.400 m² vergrößerte. Der Neubau orientiert sich in Form und Tiefe an den umgebenen Nachbargebäuden. Das so entstandene Town Hall Hotel verfügt über 98 Zimmer, wobei keines dem anderen gleicht. Neben schönen historischen Bildmosaiken und kunstvoll verzierten Decken schmücken zeitgemäße Materialien wie Corian, grüner Marmor und Glas die Räume. In den Kellergeschossen findet man einen Pool und ein Fitnessstudio. Über einen 100 Meter langen Gang durch die Kellergewölbe, vorbei an einer kuriosen Sammlung von alten Zahnarztstühlen, gelangt man zum hoteleigenen Restaurant.

Fassade
Umhüllt wird der komplette Anbau von einer pulverbeschichteten, perforierten Aluminiumhaut, welche mit einem speziellen Laserverfahren geschnitten wurde und sich wie ein heterogener Metall-Mantel um das Gebäude legt. Durch diese Haut, deren Muster das Architektenteam speziell für dieses Projekt entwickelte, sind von außen keinerlei Türen und Fenster in der Fassade sichtbar. So wird das abstrakte Erscheinungsbild des gesamten Baukörpers verstärkt, während unerwünschte Einblicke in die dahinterliegenden Räumlichkeiten bei optimaler Tageslichtnutzung verwehrt bleiben. Das Muster der Fassade taucht in unterschiedlichen Variationen auch in der Innenraumgestaltung auf – an Zimmerschränken, an Gittern für die Klimaanlage und an der Rezeption.

Die historische Town Hall wurde behutsam revitalisiert. Neben der Modernisierung des denkmalgeschützten Altbaus kam ein neuer markanter Anbau hinzu. Es entstand ein spannungsreiches Spiel zwischen historischer Fassade und moderner, perforierter Aluminium-Haut, wobei keines der beiden Elemente das andere in den Schatten stellt.

Bautafel

Architekten: Rare Architects, London/GB und Paris/F
Projektbeteiligte: Viabizzuno, Bologna/I (Innenraumbeleuchtung); Tzuri Gueta, Paris/F (Textiles Innenraumdesign)
Bauherr: Loh Lik Peng, Singapur
Fertigstellung: 2010
Standort: Patriot Square, London/GB
Bildnachweis: Rare Architects, London/GB und Paris/F

Fachwissen zum Thema

Goldfarben eloxiertes Aluminium am Berliner Axel-Springer-Hochhaus (1965), Architekten Melchiorre Bega, Gino Franzi, Franz Heinrich Sobotka und Gustav Müller

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Materialien

Aluminium: Oberflächenbehandlung

Vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus Titanzinkblech am Jüdischen Museum, Berlin (Beispiel leichte Bekleidungselemente)

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Fassadenelemente

Bekleidungselemente

Blendschutzsysteme können sowohl innen als auch außen angebracht werden.

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Zusatzelemente

Blendschutz

Vorhang und Klebefolie – zwei Möglichkeiten, den Durchblick durch Glasfassaden einzuschränken

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Zusatzelemente

Sichtschutz

Außen liegender Sonnenschutz s_enn aus Micro-Edelstahllamellen von MHZ an der Fassade des Merck Serono Headquarter in Genf, Architekten: Murphy/Jahn

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Zusatzelemente

Sonnenschutz

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