Tamina Therme in Bad Ragaz

Weiße Badehallen

Seit dem 19. Jahrhundert ist Bad Ragaz ein bedeutender Kurort in der Schweiz, nun entstand hier als Teil eines Resorts die neue Tamina Therme. Zur Gesamtanlage gehören ein Golfplatz, ein Spielcasino, mehrere Hotels, ein Konferenz- und ein medizinischen Zentrum. Chakteristisch für das Resort sind seine großen und repräsentativen Gebäude innerhalb einer weitläufigen Parklandschaft. Die monumentalen Häuser der Anlage stehen im deutlichen Kontrast zum dörflichen Bad Ragaz.

Ansicht mit bestehendem Pool
Badehalle
Eingangshalle mit Wasserfall

Die öffentliche Therme entstand nach Plänen der Zürcher Architekten Smolenicky & Partner und wird über eine Stichstraße erschlossen. Die mehrgliedrige Gebäudeform (siehe Bild 19) resultiert aus der gezielten Einfassung von Außenräumen. Der Baustil ist angelehnt an die traditionelle Kultur der Grandhotels, wie sie in der Schweiz, aber auch an der Ostsee, beispielsweise in Heiligendamm, zu finden sind. Als Haupteingang fungiert eine Quellenhalle, die genau auf der Blickachse von der Hauptstraße aus positioniert ist. Die besonders hohe Halle ist ebenso wie die übrigen, durchgehend weißen Baukörper geprägt durch überdimensionale ovale Fensteröffnungen, die im Inneren als Bilderrahmen zur Landschaft wirken.

Die Architekten verstehen ihr Gebäude als Wald aus Stützen: Insgesamt 115 Stützen aus 2.200 Schweizer Tannen bilden die tragende Struktur. Demnach entstehen die Räume innen wie außen nicht durch Wände, sondern durch das Weglassen von Stützen und erscheinen als Lichtungen innerhalb des Rasters. Die hohen und weich geschwungenen, im Querschnitt kreuzförmigen Säulen sind also primär raumbildend und fungieren erst sekundär als Tragwerk. Auch für die Fassade kam Holz zum Einsatz: Die weiße Holzlattung der Außenwände setzt sich nach innen fort, so dass äußeres und inneres Erscheinungsbild des Bades übereinstimmen.

Bad und Sanitär

Im Bereich der Außenbäder mit Sprudelliegen und -sitzen, Wasserfall, Strömungskanal und Whirlpool ist der Gebäudekörper abgetreppt. So öffnet sich der Blick von der Liegewiese auf die bewaldeten Hänge eines Bergrückens, aber auch zu weiteren Häusern der Anlage und dem künstlich angelegten Park.

Neben einem Sportbecken befinden sich im Gebäude ein Sprudelliegebecken, ein Bad mit Massageliegen, -sitzen und Nackenduschen, eine Kalt- und Warmwassergrotte, ein Dampfbad, verschiedene Saunen sowie Ruhe- und Liegezonen. -us

Bautafel

Architekten: Smolenicky & Partner, Zürich
Projektbeteiligte: Blumer-Lehmann, Gossau (Holzbau); Kannewischer Ingenieurbüro, Zug (HLS und Bädertechnik); HRS Real Estate, Frauenfeld (Generalunternehmer)
Bauherr: Grand Resort Bad Ragaz
Standort: Grand Resort Bad Ragaz
Fertigstellung: 2009
Bildnachweis: Roland Bernath, Walter Mair, Smolenicky & Partner (alle Zürich)

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