Symbiose aus Überständen und Markisen

Automatisch und manuell steuerbarer Sonnenschutz beim Kindergarten Sterntaler in Hofstetten

Das Kinzigtal ist eine bekannte Ferienregion im mittleren Schwarzwald. Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen liegen hier dreizehn Orte, darunter die Gemeinde Hofstetten. In unmittelbarer Nähe zu Sportplatz, Freibad und Wald entstand hier der Kindergarten Sterntaler. Seit 2023 bündelt der von WWG-Architekten geplante Neubau drei bislang getrennte Einrichtungen. Dachüberstände und Markisen verschatten die großen Glasflächen und schützen die Laubengänge.

Die großen Dachüberstände schirmen Regen und hochstehende Sonne ab.
Die Terrassen im Erdgeschoss werden von Kassettenmarkisen verschattet, Senkrechtmarkisen verschatten die Balkonzone im Obergeschoss.
Das Tuch der Kassettenmarkisen vom Typ Art_01 fällt 250 cm weit aus.

Das Projekt wurde gemeinschaftlich getragen – unterstützt von einer regionalen Stiftung, lokalen Unternehmen sowie engagierten Bürger*innen. Architekt Christoph Wussler erklärt: „Wir wollten ein kompaktes Gebäude mit minimalem Flächenverbrauch, kurzen Wegen, reduzierter Hüllfläche und einer nachhaltigen, wartungsarmen Konstruktion anbieten.“ Der langgestreckte Baukörper mit Satteldach und weit auskragenden Dachüberständen erinnert an eine traditionelle Schwarzwaldscheune. Nicht nur bei Tragwerk und Fassade, sondern auch im Innenraum dominiert Holz. 

Entlang der südwestlichen Längsfassade befinden sich im Erdgeschoss zwei Gruppenräume und ein Mehrzweckraum, die sich über raumhohe Glasflächen zur Landschaft öffnen. Hinzu kommen Schlafräume, ein Werk- und Musikraum sowie ein Bereich für inklusive Angebote. Den vier weiteren, ebenfalls südwestlich ausgerichteten Gruppenräumen im Obergeschoss ist eine Balkonzone vorgelagert, sodass die Kinder auf kürzestem Wege ins Freie gelangen. An den Giebelseiten gibt es jeweils ein offenes Treppenhaus.

Multiple Verschattung: fest und beweglich

Durch ihre Ausrichtung sind die Gruppenräume gerade im Sommer starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Vor hochstehender Sonne schützen die großzügigen, von historischen Scheunen inspirierten Dachüberstände. Sie dienen zugleich als konstruktiver Holzschutz. Markisen des Herstellers MHZ verschatten die Fensterflächen und vorgelagerten Außenräume. Insgesamt 32 exakt auf den Holzbau abgestimmte Anlagen wurden montiert. 

16 Kassettenmarkisen vom Typ Art_01 überspannen die Terrassenbereiche im Erdgeschoss. Zwischen den Holzstützen der Balkonzone sitzen außerdem Senkrechtmarkisen zip6. Sie bieten Hitzeschutz im Sommer sowie Blendschutz im Winter, wenn die Sonne tief steht. Die silberfarbenen Kassetten der Anlagen sind jeweils 350 cm lang, die Tücher sind dunkelgrau. Bei der Art_01 fällt das Tuch – ein spinndüsengefärbtes Acrylgewebe – 250 cm weit aus. Bei der zip6 handelt es sich um ein Gewebe aus 42 % Glasfaser und 58 % PVC. Hier lässt sich das Tuch 110 cm weit nach unten ausfahren.

Steuerung per Funk: automatisch oder manuell

Das System wird per Funk gesteuert. Sensoren, die gleichermaßen auf Sonne, Wind und Regen reagieren, erlauben einen vollautomatischen Betrieb. Die Mitarbeitenden können die Markisen aber auch über Handsender steuern und so gezielt auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren. „Die enorme Fassadenbreite und die erforderliche Reichweite machten die Funksteuerung anspruchsvoll“, erklärt MHZ-Fachberater Stefan Falk, der das Projekt von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleitete. Schließlich fiel die Wahl auf ein Funksystem von Elero. Die Empfänger in den Motoren fungieren dabei auch als Repeater. So erreichen die Funksignale zuverlässig selbst die entferntesten Anlagen.

Architektur: wwg-architekten, Biberach; Sonnenschutz: MHZ Hachtel, Leinfelden-Echterdingen; Montage: Fa. Halter Raumausstattung, Steinach

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Materialien

Holz

Feststehende, mit Keramik bestückte Vertikallamellen am Clay-Museum in Middlefart; Architektur: Kjaer & Richter, Aarhus

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Zusatzelemente

Sonnenschutz außen

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