Spolie

Bei Spolien handelt es sich um wiederverwendete Bauteile, die gut sichtbar in ein neues Gebäude integriert sind, zum Beispiel in die Fassade. Mit ihnen sind besondere Gestaltungs- und Bedeutungsabsichten verbunden: Sie können Ausdruck von Machtgefälle und gewaltvoller Aneignung sein. Zugleich werden Spolien eingesetzt, um Bezüge zu anderen Orten und Zeiten herzustellen, etwa als Erinnerung an frühere Bauten oder einschneidende Ereignisse.

Der Begriff Spolie wurde erst in der Renaissance auf die Architektur übertragen und hat seitdem Eingang in den kunsthistorischen Diskurs gefunden. Er leitet sich vom lateinischen Wort „spoliare“ ab, was „der Kleider berauben“ bedeutet. Im übertragenen Sinne sind beispielsweise Säulen, kostbare Natursteine und Fragmente mit Reliefs oder Inschriften gemeint, wie sie in der Antike erbeutet und als Trophäen verbaut wurden. Im europäisch-mediterranen Raum hat sich die Intensität der Spolienverwendung über Jahrhunderte immer wieder stark verändert, abhängig etwa von Phasen der Materialknappheit, von der Verfügbarkeit durch Kriegszerstörungen und von sich wandelnden gestalterischen Vorlieben.

Fachwissen zum Thema

Holzfenster in Bruno Tauts Wohnsiedlung Onkel Toms Hütte in Berlin-Zehlendorf. Kennzeichnend für das Neue Bauen sind die Fenster in liegender Ausrichtung.

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Fassadenelemente

Fenster

Das Portalfragment des Gemeindehauses in der Berliner Fasanenstraße erinnert an die in der Reichspogromnacht beschädigte Synagoge.

Das Portalfragment des Gemeindehauses in der Berliner Fasanenstraße erinnert an die in der Reichspogromnacht beschädigte Synagoge.

Materialien/​Werkstoffe

Spolie

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Spolien

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