Sozialer Wohnungsbau in Dessel

Aufgelockerte Siedlung an gemeinsamer Freifläche

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum beauftragte das belgische Unternehmen De Ark die Planung und Ausführung einer Wohnanlage mit 22 Sozialwohnungen in der belgischen Gemeinde Dessel. Studio Farris Architects gewannen den Wettbewerb mit einer Alternative zu standardisierten Lösungen im sozialen Wohnungsbau. Auf einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern entwarfen sie insgesamt sieben Gebäude aus parallel angeordneten, quaderförmigen Blöcken, die zueinander verschoben sind und über eine gemeinsame Erschließung verfügen.

Studio Farris Architects entwarfen sieben Gebäudeblocks, die sich jeweils aus einem Haus und zwei Apartments zusammensetzen.
Einfahrt
Gemeinschaftsgarten

Freibereich für alle und Privatgärten

Für alle gemeinsam nutzbar ist ein lang gestreckter, differenzierter und teilweise als Garten gestalteter Platz im Vorbereich der Häuser. Diese verfügen dennoch über kleine Gärten an der Rückseite, um die nötige Privatsphäre zu gewährleisten. Alle sieben Gebäudekomplexe haben den gleichen Grundriss: Sie bestehen aus einem kleinen Haus mit drei Schlafzimmern und zwei Apartments mit 92 bis 79 Quadratmetern. Durch die Aufteilung entsteht ein Versatz der Baukörper, was die Atmosphäre innerhalb der Siedlung auflockert.


Ableitung und Nutzung des Regenwassers auf dem Areal

Die Fassade aus Backstein ist typisch für die Gegend. Das Wasser, welches sich auf dem Flachdach oder Carport sammelt, wird für die Sanitäranlagen und die Gartenbewässerung verwendet. Drainagen leiten das Regenwasser in spezielle Feuchtgebiete ab, sodass kein zusätzliches Abwassersystem nötig ist. Durch seine gestaffelte Form spiegelt der Gemeinschaftspark das Design der Häuser wider. Er vereint verschiedene Funktionen wie einen Spielplatz für Kinder, einen Gartenteil mit Bänken zum Ausruhen und Entspannen sowie Feuchtgebiete zur Versickerung des Regenwassers.


Flachdach im Detail

Der Aufbau der Flachdächer beginnt mit einer Stahlbetondecke, welche an der Oberseite mit einem Gefälle von 2% abgezogen wurde. Die darüber befindliche Dampfsperre dient als Trennung zur 140 mm starken Dachdämmung, welche abschließend mit einer Folienbahn abgedichtet wurde. Im Bereich des Attikaanschlusses der Abdichtungsebene wird eine U-Schiene verwendet, an die die Abdichtung mit einem eingelassenen Keil angeklebt wird. Die Restfläche zur Attika wird aufgefüllt und die Abdichtung eingeklebt. Eine weitere U-Schiene wird um 90 Grad versetzt montiert und daran die Wetterschutzplatte aus Metall befestigt.

Bautafel

Architektur: Studio Farris Architects, Antwerpen
Projektbeteiligte: Reynaers Aluminium, Dortmund (Fenster und Türen: ConceptSystem77)
Bauherr/in: De Ark, Turnhout, Belgien
Fertigstellung: 2021 (Freiraumgestaltung: 2022)
Standort: Dessel, Belgien
Bildnachweis: Koen Van Damme und Martino Pietropoli

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