Sonnenschutz für alle Wetterlagen

Lamellenbehang aus Edelstahl

Sonne, Wind und Regen bilden ein Dreigespann der Naturkräfte, die auf außen liegenden Sonnenschutz einwirken. Denn Sonnenschutzelemente halten nicht nur Hitze ab, sie müssen auch Winden standhalten und dürfen über die Jahre nicht von schlechten Wetterlagen beeinträchtigt werden oder korrodieren. Für hohe Gebäude und windreiche Regionen eignet sich besonders der Edelstahlbehang s_enn von MHZ – er zeichnet sich durch seine windstabilen Eigenschaften aus. Das zeigt etwa die Fassade des Upper West in Berlin (Abb. 1 und 2).

Der 18 Meter hohe Turm beherbergt ein Hotel und Büroräume.
Windstabiler Sonnenschutz am Hegau Tower in Singen von Murphy/Jahn Architekten, Chicago.
Zum Einsatz kam s_enn auch als funktionaler Sonnenschutz am Merck Serono Headquarter in Genf, das ebenfalls von Murphy/Jahn entworfen wurde.

Windlasten gehören zu den veränderlichen Einwirkungen auf Bauwerke oder Bauteile und ergeben sich aus der Druckverteilung um ein Bauwerk, das einer Windströmung ausgesetzt ist. Umso höher ein Gebäude ist, desto größer ist die einwirkende Windlast. Im Allgemeinen wirkt sie als Flächenlast senkrecht zur Angriffsfläche und setzt sich aus Druck- und Sogwirkungen zusammen – auch beim Bauwerk gibt es eine Luv- und eine Leeseite. Wie auch immer das Gebäude im Wind steht, die Sonnenschutzelemente dürfen sich weder aufblähen, noch klappern oder – im Seglerjargon – zu killen beginnen.


Das Kernstück von s_enn ist das Behangprofil, das von MHZ gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg entwickelt wurde. Es besteht aus schlanken rollgeformten Edelstahllamellen, die den Energieeintrag durch die Sonne um bis zu 85 % reduzieren können und so als passiver Wärmeschutz die Kühllast des Gebäudes verringern kann. Die 5 mm hohen, rollgeformten Edelstahl-Mikroprofile sind so ausgebildet und angeordnet, dass sie direkte Strahlen reflektieren, sobald die Sonne mehr als 21° über dem Horizont steht. In Verbindung mit einer Verglasung mit einem Energiedurchlassgrad von g=0,36 lässt sich ein Gesamtenergiedurchlassgrad von gtot=0,05 erzielen.

Anders als herkömmliche Rollläden ermöglichen die Metalllamellen eine ungehinderte Durchsicht von innen nach außen und gewährleisten eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht in den Innenräumen. Zudem sind die Lamellenbehänge leicht, da Edelstahlhohlprofile verwendet werden, die das Gewicht um 75 % gegenüber Vollmaterial reduzieren. Aufgrund des Materials und der spezifischen Profilanordnung ist das Behangsystem nicht nur besonders robust und stabil, es ist auch korrosions- und temperaturbeständig, nichtrostend, langlebig, hat einen sehr guten Selbstreinigungseffekt und kann recycelt werden.

Die Recyclingfähigkeit der Metallbehänge wurde kürzlich im Rahmen eines wissenschaftlichen Workshops an der TU Delft untersucht. Im Fokus der Veranstaltung stand, sowohl neue ökologische als auch wirtschaftliche Wiederaufbereitungswege zu suchen, welche die Entsorgung von Produkten verhindern. Das Ergebnis: Der Behang aus Edelstahl lässt sich besonders gut und wieder – ohne Abfall zu erzeugen – in den Materialkreislauf rückführen.

Hersteller: MHZ, Leinfelden-Echterdingen

Fachwissen zum Thema

Der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert genannt, erfasst die Energiedurchlässigkeit von transparenten Bauteilen und setzt sich zusammen aus der direkten Transmissionswärme und der sekundären Wärmeabgabe durch Abstrahlung und Konvektion.

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Bauphysik

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

Metallgewebe auf der Messe Málaga in Spanien (Architekt: Angel Asenjo)

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Fassadenarten

Sonderform: Fassaden aus Metallgewebe

Feststehende, mit Keramik bestückte Vertikallamellen am Clay-Museum in Middlefart; Architektur: Kjaer & Richter, Aarhus

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Zusatzelemente

Sonnenschutz außen

Gemäß DIN 1991-1-4/NA ist Deutschland in vier Windlastzonen mit unterschiedlichen Grundgeschwindigkeiten eingeteilt.

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Bauphysik

Windlasten

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