Showroom Holzrausch in München

Umbau einer Ladenfläche zum Ausstellungsraum

Wer authentische Materialien, reduzierte Formen und besondere Details mag, ist im Münchener Holzrausch-Studio richtig. Schon von der Straße aus ist der Showroom ein Hingucker: Acht quadratische Schaufenster, gerahmt von hauchdünnen Stahlrahmen und einer Fassade aus Naturstein, darüber die Kante eines filigranen Betonvordaches und die Fassade eines denkmalgeschützten Nachkriegsbaus. Wer das Studio betritt, der wird sehr wahrscheinlich mit den Händen über Oberflächen und Materialien streichen. Denn unter anderem dafür entwickelte Holzrausch Studio diese Ausstellungsfläche.

Muschelkalkfliesen, Edelstahl, Holz und erdfarbener Putz erzeugen eine warme, harmonische Atmosphäre. Auch alle Leuchten entwickelte das Team selbst, teilweise gemeinsam mit anderen Designer*innen..
Die Leuchten im Besprechungsraum heißen Nuclear Love und wurden von OHA entworfen.
Über der Treppe leuchtet Kitt, eine Lichtinstallation von OHA und 507nanometer.

Design und Handwerk aus einer Hand

Das Unternehmen wurde 1998 von den Schreinermeistern Sven Petzold und Tobias Petri in München gegründet. Von Anfang an legten sie Wert auf Gestaltung und hochwertige Ausführungen – Design und Handwerk aus einer Hand. Die Schreiner entwarfen und bauten Möbel, Kulissen und Interieurs und fanden weltweit immer mehr Kund*innen. Heute beschäftigen sie im Münchener Planungsbüro und in der eigenen Schreinerei in Forstern über 50 Mitarbeitende; weitere arbeiten in einer Schreinerei im slowakischen Nižná.

Vor einigen Jahren wurden die alten Büro- und Ausstellungsräume im Glockenbachviertel zu klein. Als sich die Möglichkeit bot, rund 1.000 Quadratmeter große Verkaufsräume in der Blumenstraße zu mieten, griff das Team zu und räumte zunächst kräftig auf: Raumverstellende Trockenbauwände, Verkleidungen und lichtschluckende Oberflächen mussten weichen. Was blieb, war die originäre Rohbaustruktur der Bauzeit. Die Umbauarbeiten übernahm das Studio selbst und eröffnete 2022 seinen Showroom. 

Material und Raum 

Hinter der Schaufensterfront erstreckt sich ein offener Ausstellungsraum. Nach hinten ist er durch eine Stützenreihe und eine Wand aus Edelstahl begrenzt, nach vorne wirkt er bis in den Straßenraum hinein. Im Innenraum ergänzen sich die Flächen in Erdtönen: das verputzte Betontragwerk, die Akustikplatten an den freien Deckenfeldern und die Holzflächen, die in der Kombination selbst Edelstahl warm wirken lassen. Alle begrenzenden Einbauten sind in Höhe und Material von den alten Betonstützen und -trägern abgesetzt, sodass die alte Tragstruktur ablesbar bleibt.

Die Liebe des Teams zu Material und Haptik zeigt sich vor allem in der Auswahl und Kombination der Oberflächen. So liegen jetzt auf dem Boden des Erdgeschosses großformatige Muschelkalkplatten mit feiner Maserung, offenen Fugen und samtiger Haptik. Die rückwärtige Wand und der Empfang bestehen aus mattem Edelstahl und heben sich von den Putzflächen mit rauer Haptik und gröberer Anmutung ab. Hinter der Edelstahlwand liegt ein Besprechungsraum. Auch der ist mit dunkler Holztischplatte, Edelstahlleuchten mit Leuchtröhren und mit beigen Polsterstühlen farblich harmonisch, aber haptisch kontrastierend gestaltet. Vom Ausstellungsraum leitet ein 28 Meter langes Holzregal an einem Bartresen aus Beton vorbei in den hinteren Bürobereich, der sich zum Hof hin öffnet. Eine Holztreppe führt zu den Ausstellungsflächen im Untergeschoss. Das ist mit anthrazit gestrichenen Betondecken und Mauerwerkswänden dunkel gestaltet. Hier präsentiert das Unternehmen sein Küchendesign und als – verstecktes Highlight – einen Waschtisch aus rosa gefärbtem Beton. 

Unauffällige Gebäudetechnik

Der Sinn fürs Detail zeigt sich auch bei der Beleuchtung der Räume. Jede Leuchte ist selbst ein Ausstellungsstück. Denn Holzrausch entwerfen nicht nur Innenräume und Holzmöbel, sondern entwickeln gemeinsam mit verschiedenen Designern wie OHA und 507nanometer Leuchten und andere Objekte.

Für die Grundbeleuchtung des Studios sorgen Leuchtröhren, die in Schlaufen von der Decke hängen und sich quer unter den Betonträgern den Showroom entlang ziehen. Die Objektbeleuchtung funktioniert über Spots, die in dünne, schwarze Metallstäbe integriert sind und sich in verschiedene Richtungen ausrichten lassen. Im Untergeschoss ermöglichen weitere Spots an Metallleisten eine flexible Beleuchtungssituation. Über dem Besprechungstisch strahlen große Pendelleuchten mit der technoiden Anmutung von Brennstäben, passend dazu der Name der Leuchte Nuclear Love. Über der Treppe leuchtet eine runde Lichtinstallation mit dem Namen Kitt.

So auffällig vor allem diese beiden Leuchten sind, so unauffällig wurde die Elektrotechnik integriert. Dabei leistet sie dank KNX-Standard viel: Die gesamte Gebäudetechnik ist zentral über ein Touchdisplay und über Tastsensoren steuerbar. Je nach Anlass lässt sich zum Beispiel die Beleuchtung in Lichtfarbe und Lichthelligkeit per Touchpad anpassen, strahlt mal klar und hell, mal gemütlich und warm. Auch die Lichtschalter sind unauffällig in die Flächen integriert, als Unterputzschalter, flächenbündig in den Holzflächen oder Ton-in-Ton mit der Wand im Untergeschoss.

Bautafel

Architektur: Holzrausch Interior Design Studio / Holzrausch Planung 
Projektbeteiligte: BS-Elektroanlagen GbR, Halbergmoos (Elektorplanung); Jung, Schalksmühle (Elektroinstallationen: KNX-System, KNX Taster F40, Smart Control 8)
Bauherr*innen: Holzrausch Interior Design Studio / Holzrausch Planung 
Fertigsstellung: 2022
Standort: Blumenstraße 17, 80331 München
Bildnachweis: Henrik Schipper


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So wie die klassischen Lichtschalter werden auch Tasterwippen in Schalterdosen fest im Raum montiert, üblicherweise in 1,05 m Höhe (im Bild: KNX Taster (F 50) mit gravierten Symbolen im Schalterprogramm LS 990 aus Aluminium).

So wie die klassischen Lichtschalter werden auch Tasterwippen in Schalterdosen fest im Raum montiert, üblicherweise in 1,05 m Höhe (im Bild: KNX Taster (F 50) mit gravierten Symbolen im Schalterprogramm LS 990 aus Aluminium).

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