Rückstauschutz

Ein Rückstau innerhalb der Grundstücksentwässerung entsteht dann, wenn die öffentliche Kanalisation das Abwasser nicht mehr aufnehmen kann, z. B. aufgrund von Starkregen oder Verstopfung. In der Folge staut sich das Abwasser im Entwässerungssystem und ändert seine Strömungsrichtung. Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen läuft das Abwasser dann wieder in das Gebäude zurück. Daher müssen alle an die Kanalisation angeschlossenen Grundstücks- und Gebäudeflächen dauerhaft und wirksam gegen die Folgen eines Rückstaus gesichert werden. Als Schutzmaßnahme dient der Einbau von Rückstauverschlüssen bzw. Abwasserhebeanlagen, die das Zurückfließen des Abwassers verhindern.

Die Art des abzuleitenden Abwassers beeinflusst die Wahl eines passenden Rückstauverschlusses.
Falleitungen für Abwasser müssen vor dem Rückstauverschluss geführt werden, da es sonst wie bei dem hier dargestellten fehlerhaften Einbau zu einer Selbstüberflutung kommen kann.
Bei richtigem Einbau verhindern Rückstauverschlüsse das Zurückfließen des Abwassers in das Entwässerungssystem.

Rückstauverschluss

Rückstauverschlüsse verschließen die Rohrleitungen gegen das Rückstauen des abfließenden Abwassers. Für fäkalienfreies Abwasser (Grauwasser) und Regenwasser werden bei Rückstauverschlüssen Pendelklappen eingesetzt. Verschlüsse für fäkalienhaltiges Abwasser bestehen aus einem Rohrleitungsteil, einem selbsttätigen Verschluss, einem Handverschluss sowie einer automatischen Steuerung. Sie müssen der DIN EN 13564 Rückstauverschlüsse für Gebäude entsprechen. Nach DIN EN 12056-4 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden - Teil 4: Abwasserhebeanlagen können diese Rückstauverschlüsse beispielsweise in Waschküchen, Keller- oder Hobbyräumen verwendet werden. Voraussetzung ist, dass die Ablaufstelle ein Gefälle zur öffentlichen Kanalisation aufweist, die Nutzung der Ablaufstelle während des Rückstaus nicht zwingend erforderlich ist und keine wesentlichen Sachwerte oder die Gesundheit der Bewohner bei Rückstau beeinträchtigt werden.

Abwasserhebeanlagen

Hebeanlagen pumpen das Abwasser auch bei Rückstau in die öffentliche Kanalisation. Nach DIN EN 12056-4 müssen sie eingesetzt werden, wenn die Nutzung der Ablaufstelle während des Rückstaus zwingend erforderlich ist und wesentliche Sachwerte oder die Gesundheit der Bewohner*innen bei Rückstau beeinträchtigt werden könnten. Je nach Abwasserart können Abwasserhebeanlagen für fäkalienfreies oder fäkalienhaltiges Abwasser eingesetzt werden (siehe Fachwissen zum Thema: Abwasserhebeanlagen).

Alle unterhalb der Rückstauebene (RSE) gelegenen Entwässerungen für Regen- oder Schmutzwasser müssen mit Rückstauverschlüssen oder Hebeanlagen gegen Rückstau gesichert werden. Abwasser der Bodenabläufe und Entwässerungsgegenstände oberhalb der Rückstauebene dürfen nicht über Rückstauverschlüsse, bzw. nur in außergewöhnlichen Fällen, wie z. B. Sanierungen, über Abwasserhebeanlagen geführt werden. Eine Sicherung der Gebäude- und Grundstücksflächen oberhalb der Rückstauebene ist weder sinnvoll noch erforderlich, weil hier kein Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation zu erwarten ist. Alle oberhalb der RSE liegenden Entwässerungen sind mit Gefälleleitungen zu entwässern.

Kriterien

Der erforderliche Rückstauschutz wird nach drei Kriterien beurteilt:

  • Welche Höhenlage hat die Ablaufstelle zur öffentlichen Kanalisation?
  • Wie wird die Ablaufstelle genutzt?
  • Für welche Abwasserart muss die Rückstausicherung geeignet sein?
Rückstauverschlüsse gibt es z. B. in Form von Kellerbodenabläufen mit mehrfachem Rückstauverschluss, Ablaufgarnituren mit selbstschließender Armatur durch Schwimmerkugel und Rohr-Rückstauverschlüssen mit automatischer Rückstauklappe für fäkalienfreies sowie fäkalienhaltiges Abwasser.

Fachwissen zum Thema

Mischkanalisation

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Abwasser

Abwasserarten und Entwässerungssysteme

Abwasserhebeanlagen leiten das Abwasser aus einem Sammelbehälter (2) über die Rückstauebene (3) zur Abwasserleitung mit Gefälle (4), die an Kanalisation (5) angeschlossen ist.

Abwasserhebeanlagen leiten das Abwasser aus einem Sammelbehälter (2) über die Rückstauebene (3) zur Abwasserleitung mit Gefälle (4), die an Kanalisation (5) angeschlossen ist.

Abwasser

Abwasserhebeanlagen

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