Regenwasserretention

Schutz für Städte, Bereicherung für das Ökosystem

Die Regenwasserretention, auch als Regenwasserrückhaltung oder Regenrückhaltung bekannt, bezeichnet die temporäre Speicherung von Niederschlagswasser, um es zeitverzögert in den Wasserkreislauf zurückzuführen. Statt direkt in den Boden, in Gewässer oder das Kanalsystem zu fließen, wird das Wasser in Retentionsflächen oder -anlagen gespeichert. Von dort kann es dann langsam versickern, verdunsten oder gezielt abgeleitet werden.

Extensiv begrünte Dächer können im Jahresmittel ca. 60-90 Prozent des Gesamtniederschlags zurückhalten.
Zisterne für das Sammeln und Speichern von Regenwasser, um es später beispielsweise für Gartenbewässerung oder Toilettenspülung wiederzuverwenden.

Regenwasserretention dient dem Zweck, den direkten Abfluss von Regenwasser in Kanalisationen oder Oberflächengewässer zu verringern und somit Überlastungen des Kanalsystems, Hochwasserrisiken und schnelle Pegelanstiege in Flüssen zu vermeiden. Gleichzeitig wird die Belastung von Kläranlagen reduziert. Durch den Rückhalt des Wassers erhöht sich zudem die Chance, dass es wieder in den Boden eindringen und das Grundwasser auffüllen kann.

Vorteile der Regenwasserretention

  • Hochwasserschutz
    Durch Retentionsmaßnahmen wird der plötzliche Zustrom von Regenwasser in Flüsse und Bäche minimiert. Dies dämpft Hochwasserspitzen und senkt so das Überschwemmungsrisiko in angrenzenden Gebieten.

  • Wasseraufbereitung
    Retentionsbecken ermöglichen eine natürliche Wasserfilterung, bei der Schadstoffe und Sedimente sich absetzen und durch Pflanzen sowie Mikroorganismen weiter gereinigt werden.

  • Grundwasserauffüllung
    Die zeitverzögerte Versickerung von Regenwasser fördert die Grundwasserneubildung. Durch langsame Infiltration kann der Boden mehr Wasser aufnehmen, was besonders in trockenen Regionen zur effektiven Grundwasserauffüllung beiträgt.

  • Schutz vor Kanalüberlastungen
    Retentionsanlagen reduzieren die Belastung von Kanalisationssystemen bei Starkregen und verhindern das Einleiten von ungereinigtem Wasser in Gewässer.

  • Biodiversität
    Gründächer, Retentionsbecken und -flächen wie Teiche oder Gräben bieten wichtige Lebensräume und fördern die Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

  • Kostenersparnis
    Kommunen können durch den verringerten Bedarf an städtischen Entwässerungssystemen finanzielle Mittel einsparen.
Methoden und Systeme, um Regenwasser zurückzuhalten
  • Retentionsbecken
    Künstlich angelegte Becken, die Regenwasser sammeln und zeitlich verzögert abgeben. Sie können sowohl ober- als auch unterirdisch gestaltet sein und sind oft mit Vegetation versehen.

  • Gründächer
    Begrünte Dachflächen von Gebäuden, die die Aufnahme und Speicherung von Regenwasser durch Vegetation fördern. Sie reduzieren nicht nur den direkten Abfluss, sondern tragen auch zur Kühlung von Gebäuden und zur Minderung des städtischen Wärmeinseleffekts bei.

  • Versickerungsanlagen
    Spezielle Bauweisen, die das Versickern von Wasser in den Boden begünstigen. Dazu gehören Mulden, Rigolen oder spezielle Pflasterungen.

  • Regenwasserspeicher
    Behälter wie Tanks oder Zisternen, die Regenwasser sammeln und speichern, um es später beispielsweise für Gartenbewässerung oder Toilettenspülung wiederzuverwenden.
In Deutschland bildet das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) die rechtliche Basis für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, einschließlich der Regenwasserretention (siehe Fachwissen zum Thema).
Autorin: Alexandra Busch, freie Architektur- und Baufachjournalistin in Darmstadt

Fachwissen zum Thema

Gründächer nutzen Pflanzen, um Schadstoffe aus dem Regenwasser aufzunehmen und abzubauen, hier auf dem Dach von Schloss Velten.

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Regenwasserbewirtschaftung

Regenwasserreinigung und -bewirtschaftung

Ziel des WHG ist ein ausgewogener und nachhaltiger Umgang mit Wasser.

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Regelwerke

Wasserhaushaltsgesetz

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