Rasante Bauzeit an der A45

Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede

Zu den spektakulärsten Bauwerken gehören hohe Talbrücken, die einen wesentlichen Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur ausmachen. So auch die Talbrücke Rahmede nördlich des sauerländischen Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. Die ursprüngliche Brücke wurde 1968 erbaut und bildete seither einen Teil der Autobahn 45 – bis jedoch strukturelle Schäden an der 450 Meter langen und 70 Meter hohen Konstruktion bemerkt wurden. Mit der Sprengung des maroden Bauwerks im Frühsommer 2023 machte dieses weit über die Region hinaus auf sich aufmerksam. Ein Ersatzneubau schließt seit Kurzem wiederum die Lücke, die durch mühsamen Durchgangsverkehr in Lüdenscheid überbrückt wurde.

Für die Errichtung der insgesamt 8 Pfeiler kamen Kletterschalungen auf Basis des RCS MAX Schienenklettersystems von Peri sowie Treppenzugänge aus dem Gerüstbaukasten Peri Up zum Einsatz.
Mithilfe einer Pfeilerschalung mit 5,00 Metern Regeltakthöhe konnten die Betonierzyklen laut Herstellerangaben schnell ausgeführt werden.
Angepasste Systemlösungen aus Gerüsten und Schalungen halfen bei der Konstruktion.

Dass die Fertigstellung des neuen Teilbauwerks etwas Besonderes ist, hängt nicht nur mit der Ingenieurleistung zusammen. Die Verantwortlichen weisen auch darauf hin, wesentlich früher als geplant den Abschnitt übergeben zu haben. Für die hohe Anzahl an Baustellen aufgrund sanierungsbedürftiger Infrastruktur sei dies ein positives Signal, sagen sie.

Abgestimmte Systeme

Weniger als drei Jahre nach der Sprengung des alten Viadukts konnte im Dezember 2025 die Rahmedebrücke eingeweiht werden. Das westliche Teilstück des Ersatzneubaus stellt nun wieder jeweils zweispurig den Verkehr in Richtung Dortmund und Frankfurt am Main sicher. Die neu errichteten Doppelpfeiler ragen erneut bis zu 70 Meter in die Höhe, während die Länge 453 Meter misst. Dabei stellte die Baustelle nicht nur aufgrund der Position und Maße eine Herausforderung dar. Dabei griffen die Verantwortlichen, bestehend aus einer ARGE rund um die Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft, gemeinsam mit ingenieurtechnischer Unterstützung des Gerüst- und Schalungsherstellers Peri auf dessen speziell angepasste Systemlösungen aus dem eigenen Produktrepertoire zurück. Die Leistung von Peri reichte nach eigenen Angaben von der Schalungs- und Gerüstplanung bis zur Projektabwicklung, der Einweisung in die Systeme sowie der technischen, kaufmännischen und logistischen Koordinierung.

Schienenklettersystem und Schalungstechnik

Insgesamt acht Brückenpfeiler mit bis zu 70 Metern Höhe konnten mithilfe eines Schienenklettersystems namens RCS MAX errichtet werden. Dabei handelt es sich laut Hersteller um eine Weiterentwicklung der RCS-Klettertechnik, wodurch mehrere Plattformen gleichzeitig nach oben klettern und Absturzkanten und Stolperfallen vermieden werden. Mit den Peri-Up-Gerüsttreppen ließen sich die Pfeiler aus Stahlbeton erschließen. Die kompatible Zugangstechnik verfügt über 75 Zentimeter breite Treppenläufe aus Aluminium, über die die RCS-Arbeitsebenen entsprechend der Bauhöhe erreicht werden konnten. Neben der Gerüstlösung lieferte Peri auch die Schalung für die Pfeiler, dazu ebenso Kopfbühnen, die auf modularen, aufeinander abgestimmten Baukastensystemen basieren. Auch die Fundamente und Widerlager konnten mit entsprechenden Lösungen geschalt werden. Da es sich bei der Rahmedebrücke um eine Stahlverbundbrücke handelt, kam hier eine verschiebliche Endquerträgerlösung von Peri zum Einsatz. Diese sorgt dafür, dass der Brückenüberbau auch in den verschiedenen Bauzuständen temporär aufliegen kann und die temperaturbedingten Verformungen berücksichtigt werden.

Bauunternehmen: ARGE HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H., Bickhardt Bau SE, MCE GmbH; Projektbetreuung: PERI Niederlassung Berlin, PERI Competence Center Infrastruktur, Weißenhorn/Cottbus

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