Plaza Building in Puertos

Geerdet – in luftiger Höhe

Puertos ist eine Planstadt in der Gemeinde Escobar im Norden von Buenos Aires. Entwickelt wurde sie vom argentinischen Immobilienunternehmen Consultatio; charakterbildendes Element und Vermarktungsstrategie ist das Wasser. Über 400 Hektar groß ist der zentrale See des Entwicklungsgebiets. Der Name „Häfen“ für die Neubausiedlung dürfte neben der Lage am Wasser wohl auch auf klischeehafte Vorstellungen des Familienlebens als „sicherer Hafen“ verweisen. Denn bis auf wenige Ausnahmen ist das Gebiet für Einfamilienhäuser vorgesehen.

Der Entwurf sieht umlaufende Landschaftsringe vor, welche dem Gebäude eine besondere Erscheinung geben.
Im Erdgeschoss erzeugen die massiven Balkone des ersten Geschosses einen schattigen Umlauf, der die dreigeteilte Gewerbenutzung markiert.
Ein Durchgang erschließt die Ladenlokale beidseitig und gibt den Zugang zum Erschließungskern für die darüber liegenden Geschosse frei.

Damit dennoch etwas städtisches Flair in das aus dem Boden gestampfte Idyll Einzug hält, sind im geplanten Zentrum von Puertos auch einige Apartmenthäuser mit Gewerbeflächen vorgesehen. Eines davon ist das Plaza Building nach Plänen von adamo-faiden. Hier wird – dank der besonderen Bodengestaltung – der glatte Innen- zum erdigen Außenraum.

Geerdet

Das in Buenos Aires ansässige Architekturbüro unter der Leitung von Sebastian Adámo und Marcel Faiden ist bekannt für seine Wohnbauprojekte mit besonders inszenierten Bezügen zum Außenraum (z.B. La Vencidad Plaza Mafalda). Für das Plaza Building entwarfen sie umlaufende Balkone, die als Landschaftsringe konzipiert sind und nahezu nahtlos an den Innenraum anschließen. Im Erdgeschoss befinden sich drei Gewerbeeinheiten, in den vier Obergeschossen je sechs durchgesteckte Einzimmerwohnungen mit innenliegendem Bad und angrenzender kleiner Küche bzw. Küchenzeile. Ein breiter Durchgang führt zum Erschließungskern und dient als Abkürzung zum Hof. Die Landschaftsringe vor den Wohnungen prägen sowohl die äußere Erscheinung des Gebäudes als auch die Innenräume. Zudem verschatten sie die jeweils darunter liegenden Geschosse mit ihren weit auskragenden Bodenplatten.

Die Fassaden sind durchgehend verglast. Auf der einen Längsseite öffnen sich die bodentiefen Schiebetüren ins Grüne, auf der gegenüberliegenden Seite liegen die Wohnungseingänge. Die Erschließung erfolgt entlang der Vorgärten über einen Laubengang. Bei Bedarf lassen sich die nicht durchgehend tragenden Trennwände zwischen den Apartments entfernen und so die Wohnungen recht einfach vergrößern.

Landschaftsringe

Die intensiv begrünten Balkone sind als Betonwannen ausgebildet. Der Aufbau aus Begrünung, Vegetationsschicht, Filtervlies sowie Wasser- und Drainschicht ist mittels Schutzschicht und Trenn-/Gleitfolie auf der Abdichtungsebene oberhalb einer Gefälledämmung aufgebracht. So werden aus den Balkonböden kleine Gärten. An den Außenseiten der Betonwannen sind Brüstungen aus Drahtgeflecht angebracht, die über die Unterkante der Balkone hinausreichen und nach außen hin abgeknickt sind. Der Übergang vom Innen- in den Außenraum scheint fließend, da die Fensterprofile bündig mit der Bodenunterkonstruktion angebracht sind. Einzig der Rahmen der gläsernen Schiebetüren bleibt sichtbar. -hs

Bautafel

Architektur: adamo-faiden, Buenos Aires
Projektbeteiligte: Roberto Merega (Tragwerksplanung); Ritec SRL, Buenos Aires (Elektroplanung); Estudio Labonia, Buenos Aires (Sanitärplanung); Fressini Instalaciones, Buenos Aires (Klimatisierung)
Bauherrschaft: Consultatio S.A., Buenos Aires
Fertigstellung: 2021
Standort: Puertos del Lago, Escobar, Provinz Buenos Aires, Argentinien
Bildnachweis: Javier Agustín Rojas, Buenos Aires (Fotos), adamo-faiden, Buenos Aires (Pläne)

Fachwissen zum Thema

Alles beginnt mit den Sinnenswahrnehmungen

Einführung

Alles beginnt mit den Sinnenswahrnehmungen

Estriche kommen fast überall zum Einsatz

Estriche kommen fast überall zum Einsatz

Estriche

Einsatzbereiche von Estrich

Bauwerke zum Thema

Das Berliner Architekturbüro Kinzo hat im Sony Center am Potsdamer Platz die Lobby D gestaltet. Sie ist Teil eines Konzepts für die Neugestaltung einiger Bereiche des Areals, die ebenfalls Kinzo erarbeitet hat.

Das Berliner Architekturbüro Kinzo hat im Sony Center am Potsdamer Platz die Lobby D gestaltet. Sie ist Teil eines Konzepts für die Neugestaltung einiger Bereiche des Areals, die ebenfalls Kinzo erarbeitet hat.

Büro/​Verwaltung

Lobby D in Berlin

Das Pear Tree House steht im Inneren einer typisch englischen Reihenhausbebauung; sein Zentrum ist ein Hof mit Birnbaum

Das Pear Tree House steht im Inneren einer typisch englischen Reihenhausbebauung; sein Zentrum ist ein Hof mit Birnbaum

Wohnen

Pear Tree House in London

Surftipps