Passivhaus mit Kalksandstein

Ein Passivhaus zeichnet sich durch einen besonders niedrigen Energiebedarf und eine hohe thermische Behaglichkeit aus. Zu den Kriterien des Passivhaus-Standards gehört unter anderem ein Heizwärmebedarf von höchstens 15 kWh/(m²a). Eine gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle mit möglichst geringen Wärmebrücken ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Der Passivhaus-Standard ist ein freiwilliger Gebäudestandard und geht über die gesetzlichen Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden hinaus.

Das Einfamilienhaus in Osnabrück erreicht sogar Plusenergiestandard. Die Außenwände bestehen aus massivem Kalksandstein, einer 20 cm dicken Dämmung und einem regionaltypischen Klinker.
Einschalige Außenwand aus Kalksandstein im Passivhausstandard
Zweischalige Außenwandkonstruktionen mit Kalksandstein im Passivhausstandard

Aufgrund seiner Eigenschaften eignet sich Kalksandstein für Mauerwerkskonstruktionen in Passivhausbauweise. Als massiver, schwerer Stein mit Rohdichteklassen von üblicherweise 1,4 / 1,8 / 2,0 stellt er eine hohe Speichermasse für den sommerlichen Wärmeschutz zur Verfügung. Der winterliche Wärmeschutz wird durch ergänzende Wärmedämmschichten erreicht. Die Konstruktionen können sowohl ein- als auch zweischalig ausgeführt werden.

Folgende Außenwandaufbauten zeigen beispielhaft Möglichkeiten für den Einsatz von Kalksandstein im Passivhausbau:

Einschalige Außenwand aus Kalksandsteinmauerwerk mit WDVS

  • Kalksandsteinmauerwerk von mind. 17,5 cm
  • Als Dämmstoff eignen sich Polystrol-Partikelschaum, künstliche Mineralfasern, Polyurethan, Mineralschaum und Mineralschaum-Mineralfaserlamellen-Verbundplatten sowie Holzweichfaserplatten und andere biogene Materialien
  • Bei einer Dämmdicke von > 30 cm sind U-Werte von < 0,1 W/(m²K) möglich
  • Befestigung der Dämmplatten mittels Kleber auf dem Kalksandsteinmauerwerk
  • Außenseitige Putzsystem aus Unterputz mit Bewehrungsgewebeeinlage und Oberputz

Zweischalige Außenwand mit Wärmedämmung und Luftschicht

  • Tragende Innenschale aus Kalksandsteinmauerwerk von mind. 11,5 cm nach DIN EN 1996: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten
  • Zugelassene Anker ermöglichen eine Dämmdicke bis zu 20 cm, sodass Passivhaus taugliche U-Werte erreicht werden
  • Dämmschicht von mind. 16 cm und Luftschicht von mind. 4 cm
  • Verblendmauerwerk aus frostwiderstandsfähigen Kalksandstein-Verblender (KSVb) von mind. 11,5 cm

Zweischalige Außenwand mit Kerndämmung

  • Tragende Innenschale aus Kalksandsteinmauerwerk von mind. 11,5 cm nach DIN EN 1996: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten
  • Kerndämmung von mind. 20 cm für U-Wert von < 0,15 W/(m²K)
  • Verblendmauerwerk aus frostwiderstandsfähigen Kalksandstein-Verblender (KS Vb) von mind. 11,5 cm
  • Alternativ zum Verblendmauerwerk kann eine verputzte Vormauerschale ausgeführt werden

Für die Planung eines Passivhauses sind insbesondere eine wärmebrückenarme Konstruktion und eine luftdichte Gebäudehülle wichtig. Wärmebrückenkataloge und entsprechende Planungsunterlagen der Hersteller können bei der Planung und beim energetischen Nachweis unterstützen.

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Kalksandstein-Sichtmauerwerk am Fraunhofer Institut Kaiserslautern

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Das Barnim Panorama in Wandlitz ist ein Nullemissionsgebäude und zeichnet sich durch den Einsatz regionaler Baustoffe und durch eine traditionelle Bauweise aus. Die Außenwände wurden aus Hochlochziegeln errichtet.

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