Neues Treppen(schnecken)haus für „Flitzi“

Ostmoderne Spielskulptur erhält Metall-Aufstieg

Langlebig, robust und ein bisschen aus der Zeit gefallen – ostmoderne Spielskulpturen sind charmante Überbleibsel der 1960er- und 70er-Jahre. Auf dem Spielplatz im Brückenpark auf dem Görlitzer Weinberg steht beispielsweise eine überlebensgroße Weinbergschnecke aus Beton, die Kinder seit 1978 zum Klettern und Rutschen einlädt. Gestaltet hat die Spielplastik der Bildhauer Franz Gruß, der auch den Saurierpark Bautzen maßgeblich geprägt hat. Wie viele Objekte dieser Art wurde sie im Lauf der Jahrzehnte mehrfach an veränderte Sicherheitsanforderungen angepasst, unter anderem mit einem nachgerüsteten Geländer am Aufstieg. Die wohl größte Transformation dürfte die Schnecke jedoch im Rahmen der jüngsten Neugestaltung des gesamten Spielplatzes 2026 nach den Plänen von Prugger Landschaftsarchitekten und des Unternehmens für Spielraumgestaltung Zimmer.Obst erfahren haben.

Das Spielobjekt „Flitzi“ von Franz Gruß nach dem Umbau 2026.
Vor dem Umbau 2014. Aufstieg und Rutsche entsprachen nicht mehr den heutigen  sicherheitstechnischen Anforderungen.
„Flitzi“ vor dem Umbau 2025. Die große Schnecke aus Beton gehört seit 1978 zu den  prägenden Elementen des Spielplatzes.

Dabei wurde zunächst geprüft, ob sich das historische Erscheinungsbild des Kriechtiers vollständig erhalten lässt. Weil die ursprüngliche Rutschfläche zu steil war und kein Bestandsschutz geltend gemacht werden konnte, musste dieser Ansatz verworfen werden. Maßgeblich ist hier die DIN EN 1176. Sie regelt die allgemeinen und gerätespezifischen Sicherheitsanforderungen an öffentlich zugängliche Spielplatzgeräte, darunter Abstände und Fangstellen. Die Schnecke erhielt deshalb eine individuell gefertigte Röhrenrutsche aus Edelstahl von der Firma Linsmeier. Den darauf abgestimmten Metallaufstieg, der den heutigen Sicherheitsstandards entspricht, hat P&V Metalltechnik gefertigt und montiert. Der Betonkörper der Schnecke bleibt als prägendes Element des Spielplatzes erhalten und kann weiterhin bespielt werden.

Die Treppenschnecke hat zudem Gesellschaft bekommen: Wipptiere in Form von hölzernen Schnecken, Schneckenhäuser auf Pfosten und riesige Schneckeneier im Sand bilden gemeinsam den neuen Themenspielplatz „Abenteuer im Waldpark – auf Schneckenpfaden“. Ein wesentlicher Bestandteil des Spielplatzes ist seine inklusive Gestaltung, die Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten vielfältige Spielmöglichkeiten bieten soll. So führen nach dem Zwei-Wege-Prinzip ein einfacherer und ein anspruchsvollerer Weg zu den einzelnen Spielpunkten. Die Spielgeräte wurden von Zimmer.Obst hergestellt, die Garten- und Landschaftsbauarbeiten hat das Unternehmen Mörbe ausgeführt.

Bei der Einweihung des Spielplatzes im Sommer 2026 bekam die Schnecke nach fast 50 Jahren auch endlich einen Namen: Die anwesenden Kinder stimmten mehrheitlich für „Flitzi“.

Fachwissen zum Thema

Faltwerktreppe mit Brüstungsgeländer aus Stahl im Hotel Lamaison in Saarlouis.

Faltwerktreppe mit Brüstungsgeländer aus Stahl im Hotel Lamaison in Saarlouis.

Treppenelemente

Geländer

Leuchtend gelbe Freitreppe aus Stahl auf dem Gelände der Atelier Gardens in Berlin, Architektur: MVRDV; Hirschmüller Schindele Architekten

Leuchtend gelbe Freitreppe aus Stahl auf dem Gelände der Atelier Gardens in Berlin, Architektur: MVRDV; Hirschmüller Schindele Architekten

Materialien/​Baustoffe

Metalle im Treppenbau

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Treppen sponsored by:
METALLART Treppen GmbH
Hauffstr. 40
73084 Salach
www.metallart.com