Mountain Spa Hotel Römerhof in Obertauern

Ort der Entschleunigung

Eine behutsame und zugleich architektonisch bedeutende Erweiterung erfuhr das Hotel Mountain Refugium Römerhof im österreichischen Obertauern durch das neue Mountain Spa. Die Architekten von dunkelschwarz aus Salzburg schufen einen Ort der Entschleunigung in einer ruhigen, natürlichen Formensprache. Das Gebäude repräsentiert eine moderne Holzbaukultur inmitten alpiner Landschaft, ohne dem Bestand die Identität zu nehmen.

Ein Sockel aus Stahlbeton bildet den Übergang zum Hotel.
Große Glasflächen spiegeln die alpine Landschaft.
Im Innern dominiert eine reduzierte, aber warm gestaltete Materialität.

Das traditionsreiche Hotel Römerhof ist ein in dritter Generation geführtes Familienunternehmen. Nachhaltigkeit, Transparenz und Authentizität sind wichtige Leitlinien für den Betrieb. Die Erweiterung des Mountain Spa ist Teil dieser Haltung – kein dominanter Neubau, sondern eine Ergänzung im Einklang mit der Umgebung. Die Topografie des Geländes wird genutzt, um das langgestreckte Bauvolumen harmonisch einzufügen. 

Beton und Holz

Für die zweigeschossige Konstruktion wurden Beton und Holzbauweise kombiniert: Das teilweise ins Erdreich eingebundene Erdgeschoss besteht aus Stahlbeton und dient als Basis für ein Holzskelett – tragende Innenwände bestehen aus Brettsperrholz, Decken und das flache Dach ebenfalls aus CLT (Cross Laminated Timber). Auch die Treppe ist eine Stahlbetonkonstruktion – als bewusst gesetzter Kontrast, dabei funktional und robust.

Die Materialwahl und Fassadengestaltung folgen einem klaren, naturnahen Konzept. Vertikal verlegte Lärchenschindeln prägen die Fassade und verleihen ihr Lebendigkeit. Ruhige, glatte Holzflächen kennzeichnen hingegen zurückgesetzte Fassadenbereiche. Große Fenster in Holzrahmen lassen reichlich Tageslicht in die Räume und eröffnen Ausblicke in die Bergwelt. Das begrünte Flachdach bildet dazu formal einen Kontrast, durch Regenrückhaltung und Biodiversität leistet es einen ökologischen Beitrag.

Glasflächen stellen Landschaftsbezug her

Eine reduzierte und doch warm gestaltete Materialität dominiert die Innenräume: Holzwände schaffen eine behagliche Atmosphäre, während gestrahlter Beton gestalterische Abwechslung schafft. In den Ruheräumen bewirken Holzdecken durch ihre akustischen Eigenschaften eine angenehme Klangkulisse. Großzügige Glasflächen lassen die Landschaft nah erscheinen und verstärken das Gefühl von „Stille in den Bergen“. Die Böden sind in Naturstein ausgeführt, insbesondere in Nassbereichen und rund um das Schwimmbecken.

Das Spa ist aufgegliedert in eine obere Ebene mit Sauna und Panorama-Ruheraum, der Richtung Fuchsgraben blicken lässt, eine (Salz-) Dampfbadelandschaft, Ruhebereiche, eine Teebar mit Lounge-Ecke sowie einen Pool, dessen Innenbecken durch eine Schleuse mit dem Außenbecken verbunden ist. Ein zentrales Treppenhaus verbindet die Etagen.

Brandschutzaspekte

Das Brandschutzkonzept für die Erweiterung des Alpenhotels Römerhof konzentriert sich auf die sichere und regelkonforme Einbindung des neuen Wellnessbereichs in die bestehende Hotelstruktur und orientiert sich dabei an den Vorgaben der OIB-Richtlinien (Österreichisches Institut für Bautechnik) sowie den TRVB-Standards (Technische Richtlinien Vorbeugender Brandschutz). Im Zentrum steht die brandschutztechnische Gliederung des Gebäudes – eine Maßnahme, die eine kontrollierte Begrenzung von Feuer- und Rauchausbreitung sicherstellt.

Tragende Bauteile werden – abhängig von ihrer Funktion – mit einem Feuerwiderstand von R 30 bis R 90 ausgeführt, während die Decken zwischen den neuen Ebenen einen Feuerwiderstand von REI 60 erreichen. Trennwände zwischen einzelnen Funktionsbereichen erfüllen die Kategorie REI 90 – eine Ausführung, die im Brandfall mindestens 90 Minuten Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung gewährleistet. Feuerschutztüren werden in der Klasse EI₂ 30-C errichtet und schließen – als wesentliche Voraussetzung für die Brandabschnittswirkung – selbsttätig.

Die hinterlüftete Holzschindelfassade kombiniert eine regionaltypische Gestaltung mit einer nicht brennbaren mineralischen Dämmung der Klasse A1 und entspricht damit den Anforderungen der OIB-Richtlinie 2 hinsichtlich eines begrenzten Brandverhaltens und einer kontrollierten Brandweiterleitung.

Fluchtwegekonzept

Ein Schwerpunkt liegt auf der Evakuierung als einem zentralen Schutzziel. Die Fluchtwege führen in direkter Linie ins Freie und halten die in der OIB-Richtlinie 2 definierten maximalen Fluchtweglängen ein. Türen entlang dieser Wege werden – gemäß ÖNORM EN 179 – mit Panikverschlüssen ausgestattet und in ihrer lichten Breite entsprechend den Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung bemessen. Die Sicherheits- und Ersatzbeleuchtung erfüllt die Anforderungen der ÖVE/ÖNORM E 8101 und bietet auch bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung eine sichere Orientierung.

Der technische Brandschutz ergänzt die baulichen Vorkehrungen durch eine Erweiterung der bestehenden Brandmeldeanlage, die im Wellnessbereich als Vollschutz ausgeführt wird. Die Detektionstechnik nach ÖNORM EN 54 ist direkt in die Alarmorganisation des Hotels eingebunden – eine Maßnahme, die eine rasche und gezielte Intervention ermöglicht.

Organisatorischer Brandschutz

Der organisatorische Brandschutz bildet die dritte Säule des Sicherheitskonzepts. Ein Brandschutzbeauftragter wird gemäß TRVB (Technische Richtlinie Vorbeugender Brandschutz) 117 O bestellt und übernimmt die laufende Pflege der Brandschutzordnung, die Durchführung regelmäßiger Mitarbeiterschulungen sowie die Dokumentation der Eigenkontrollen nach TRVB O 120. Dadurch wird sichergestellt, dass die im Konzept definierten Maßnahmen nicht nur in der Planung verankert sind, sondern (als dauerhafte Struktur) den laufenden Betrieb prägen.

Insgesamt entsteht ein kohärentes baulich-technisch-organisatorisches Schutzsystem, das die gesetzlichen Anforderungen vollständig erfüllt – und die Erweiterung des Wellnessbereichs funktional wie sicherheitstechnisch schlüssig in den bestehenden Hotelbetrieb integriert.

Bautafel

Architektur: dunkelschwarz, Salzburg
Projektbeteiligte:
GDP, Graz (Massivbaustatik); ConLignum, Rottenmann (Holzbaustatik); Bauphysik Team, Salzburg (Bauphysik); MP Brandschutz Putz, Scheffau (Brandschutz); Pürcher, Schladming (Elektroplanung); HT PLAN, Wals-Siezenheim (HLSK-Planung)
Bauherr/in:
Alpenhotel Römerhof, Obertauern
Fertigstellung:
2024
Standort:
Römerstraße 41, 5562 Obertauern, Österreich
Bildnachweis:
Markus Rohrbacher, Radstadt

Fachwissen zum Thema

Zum baulichen Brandschutz gehört die Bildung von Brandabschnitten z.B. durch Brandwände.

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Arten des Brandschutzes

Zur Einhaltung der Anforderungen an die Standsicherheit, den Brand-, Schall-, Wärme- und Erschütterungsschutz sind nach § 66 der Musterbauordnung (MBO) geprüfte bautechnische Nachweise erforderlich.

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Brandschutznachweis

Brandverhalten: Baustoffe nach europäischer Klassifizierung

Baustoffe/​Bauteile

Brandverhalten: Baustoffe nach europäischer Klassifizierung

Rettungswege im strengen Sinn sind Zugänge und Wege für Einsatzkräfte wie der Feuerwehr, über die die Bergung (= Fremdrettung) von z.B. verletzten Personen und Tieren sowie die Brandbekämpfung (Löscharbeiten) möglich sind (siehe § 14 MBO).

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Flucht-/​Rettungswege

Definition Flucht- und Rettungswege

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