Mobile Hochwasserschutzwand

Schneller Schutz, flexibel einsetzbar

In Zeiten der Klimakrise treten häufiger Starkregenereignisse auf, die zu Hochwasser führen können. Schnell aufbaubare Schutzsysteme sollen hier Abhilfe schaffen. Das in Münster ansässige Unternehmen Aquaburg entwickelte ein mobiles System, dessen Komponenten in einer im Boden eingelassenen Betonrinne lagern. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte die Entwicklung mit rund 250.000 Euro.

Sind die Pfosten für die Hochwasserschutzwand bereitgelegt, können Plane und Netz aus der Rinne gezogen werden.
Das Stahlnetz wird anschließend in die Pfosten eingehängt
So kann die Hochwasserschutzwand innerhalb weniger Minuten errichtet werden.

Die Rinnen sind bündig durch eine im Belag liegende Metallschiene abgedeckt und bleiben im Normalzustand unsichtbar. Bei Hochwasser kann mit einer Spezialstange der Sicherungsmechanismus gelöst werden. Anschließend werden die Metallleisten als senkrechte Pfosten aufgerichtet, Stahlnetz und Plane aus der Rinne gezogen und eingehängt. Bei einem Testlauf konnte eine 1,20 Meter hohe und fünfzehn Meter lange Wand in rund zehn Minuten errichtet werden.

Da weder Material herangeschafft noch eine separate Lagerfläche bereitgestellt werden muss, entfällt die Logistik, die andere Schutzsysteme, wie beispielsweise das Dammbalkensystem, benötigen. Das ermöglicht einen schnellen Aufbau und spart Zeit – bei schnell steigenden Pegeln ein entscheidender Vorteil. Kontrollen und Reparaturen von Rissen in der Plane sind auch bei hohem Wasserstand auf der trockenen Seite der Wand möglich. Im Gegensatz dazu arbeiten andere mobile Systeme, wie beispielsweise Klappsysteme, meist mit wasserseitigen Verschraubungen.

Die Belastbarkeit des Systems wurde auf dem Bundeswehrgelände in Münster getestet und nachgewiesen: Dort hält ein Prototyp von über vier Meter Höhe dem Druck einer rund 3,70 Meter hohen Wassersäule dauerhaft stand. Künftig soll die maximale Höhe auf bis zu acht Meter erweitert werden, auch ein Wartungsservice ist geplant.

Weil das System im Boden verschwindet, soll es sich besonders für denkmalgeschützte Bereiche eignen, in denen feststehende Betonwände historische Fassaden dauerhaft verdecken würden. Dies ist für hochwassergefährdete Städte mit hohem Denkmalbestand von Vorteil. Das mobile System wurde bereits in einigen Städten eingesetzt und zudem mit dem Effizienz-Preis NRW ausgezeichnet.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

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