Lüftungselemente

Je nachdem, ob natürlich, mechanisch oder hybrid gelüftet werden soll, sind verschiedene Komponenten bei der Fassadenplanung zu bedenken. Manche von ihnen sind außen sichtbar, multifunktional und für die Nutzer*innen leicht zugänglich – wie beispielsweise Fenster. Andere liegen versteckt in Laibungen und Brüstungen oder auf Dächern und Rückseiten des Gebäudes.

Lüftungsöffnungen in der Glasfassade des Audimax der Hochschule Dessau.
Doppelfassade mit einzeln öffenbaren Glaslamellen für Zu- und Abluft.
Doppelfassade mit offenen Gitterrosten für eine natürliche Luftzufuhr.

Fassadenelemente für die natürliche Lüftung

Das sichtbarste Lüftungselement ist das Fenster. Türen, etwa von Balkonen und Terrassen, können der Lüftung aber auch dienen. Hier bestimmen die Gebäudenutzer*innen selbst den Lüftungszyklus und -zeitraum, abhängig von ihrem eigenen Empfinden. Besonders effektiv ist die Querlüftung, bei der Öffnungen auf beiden Seiten des Raums einen Durchzug ermöglichen. Bei der Planung von Grundriss und Gebäudehülle ist darauf zu achten, dass sich Fenster oder Balkontüren möglichst gegenüberliegen und die Luftströmung von Raum zu Raum gewährleistet ist.

Bei Doppelfassaden erwärmt sich die Luft im Zwischenraum und der entstehende thermische Auftrieb sorgt für eine natürliche Konvektion. Wie viele Lüftungsöffnungen vorzusehen sind, richtet sich nach der Art der Be- und Entlüftung des Zwischenraums: 

  • Abluftfassaden besitzen Abluftöffnungen aus dem Fassadenzwischenraum und Zuluftführungen aus dem Innenraum
  • Zweite-Haut-Fassaden verfügen über Lüftungsöffnungen nach innen und außen
  • Pufferfassaden sind geschlossene Systeme ohne Lüftungsöffnungen nach innen oder außen

Überströmöffnungen und Lüftungsklappen dienen ebenfalls der natürlichen Lüftung, können aber auch Bestandteile von mechanischen Systemen sein. Sie sind beispielsweise in Brüstungen, Stürzen oder Fassadenpaneelen integriert. Lamellen oder Gitter schützen die Öffnungen vor Regen und Schnee und verhindern das Eindringen von Tieren.

Fassadenelemente für die mechanische Lüftung

Bei hochgedämmten Gebäuden, hoher Nutzungsdichte oder stark belasteter Außenluft ist eine natürliche Fensterlüftung nicht ausreichend oder aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam. In diesen Fällen sind mechanische, zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen notwendig, die die natürliche Lüftung ergänzen oder ganz ersetzen. Sie führen nicht nur die belastete Raumluft ab, sondern können auch die zugeführte Frischluft filtern, erwärmen und kühlen sowie be- oder entfeuchten.

Eine zentrale Lüftungsanlage versorgt mithilfe von mindestens einem Ventilator über ein Kanalnetz mehrere Räume, Gebäudetrakte oder ganze Gebäude mit frischer Luft. Im Innenraum sind die Öffnungen und Leitungen dieser Anlagen mal mehr, mal weniger sichtbar. In jedem Fall sind sie bei der Bemessung der Raumhöhe unbedingt zu berücksichtigen. Die Zu- und Abluftöffnungen sowie die teils sehr großen Lüftungsgeräte werden meist versteckt, beispielsweise auf Rückseiten oder Flachdächern der Gebäude.

Während eine zentrale Lüftungsanlage mehrere Räume oder ein ganzes Gebäude versorgt, lüften dezentrale Lüftungsgeräte wie Einzellüfter oder Gebläsekonvektoren nur einzelne Räume. Sie können auch mit zentralen Abluftsystemen und einer Wärmerückgewinnung über Kreislaufverbundsysteme (KVS) kombiniert werden. Dezentrale Geräte ermöglichen eine variable Raumgestaltung, da sie auf Rastermaß angeordnet werden. Durch den Wegfall eines Luftkanalsystems sind geringere Raumhöhen möglich.

Die Geräte werden üblicherweise in die Außenwand integriert, neben dem Fenster oder im Bereich der Fensterbank, wo mitunter Heizkörper die Zuluft erwärmen können. Jedes Gerät bedarf einer entsprechenden Öffnung in der Fassade, beispielsweise in Form eines Außenwand-Luftdurchlasses (ALD) oder einer Lüftungsklappe. Diese befindet sich meist neben dem Fenster, in der Laibung oder im Brüstungsbereich. 

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