Lombard Odier New Headquarters am Genfer See in Bellevue
Offene und flexible Arbeitsbereiche unter einem Dach
Am Ufer des Genfersees haben Herzog & de Meuron für die Schweizer Bankengruppe Lombard Odier eine Firmenzentrale entworfen, die rund 2.000 Mitarbeitende unter einem Dach zusammenführt. Das Gebäude ist als offene Arbeitslandschaft konzipiert, mit transparenten und flexibel nutzbaren Räumlichkeiten, die sich zur umgebenden Natur orientieren. See, Berge und Grünraum werden durch die verglasten Fassaden zu einem ständigen Begleiter im Arbeitsalltag.
Gläserne Fassaden und ein Atrium
Die Architektur am Standort Bellevue hat keine Vorder- oder Rückseite – alle Fassaden öffnen sich gleichermaßen zur Landschaft. Über ein canyonartiges Atrium gelangt Tageslicht tief ins Gebäude, verknüpft Arbeitsbereiche, Besprechungsräume und gemeinschaftliche Zonen miteinander. Damit entsteht eine Atmosphäre, die Konzentration und Begegnung gleichermaßen ermöglicht.
Geschwungene Konturen
Das Erscheinungsbild bestimmen schmale Geschossebenen mit geschwungenen Kanten, die zum Teil weit auskragen, geschützte Terrassen bilden und an einigen Ecken spitz zulaufen. Die filigranen, asymmetrischen Konturen verleihen dem Bau eine leichte, beinahe schwerelose Wirkung. Die Glasfassaden sind verschattet, und im Zusammenspiel mit schmalen Rundstützen erhält das Gebäude eine besondere Tiefe, sodass die Grenzen zwischen innen und außen optisch verschwimmen.
Recyclingbeton und nachhaltige Gebäudetechnik
Nachhaltigkeit ist Teil des architektonischen Konzepts: lokale Materialien, Recyclingbeton, Regenwassernutzung, Photovoltaik und ein Heiz- und Kühlsystem mit Wasser aus dem Genfersee verbinden ökologische Verantwortung mit langfristiger Flexibilität. Das Gebäude ist nicht allein Arbeitsort, sondern auch Landschaft, Begegnungsraum und Ausdruck einer neuen Unternehmenskultur.
Extensiv begrüntes Dach mit Photovoltaik
„One Roof“ – unter einem Dach vereint sind die Beschäftigten von Lombard Odier. Das Flachdach ist als begrünte Dachkonstruktion ausgeführt. Die oberste Schicht bildet ein Vegetationsaufbau mit 10 cm Substrat und einer dem Standort angepassten Saatgutmischung. Ein Polyestervlies bildet die Filterschicht darunter. Dachränder und andere Anschlussbereiche sind mit einer Kiesschüttung (100 mm) bedeckt und durch L-Profile von der Begrünung abgegrenzt.
Unterhalb der Begrünung ist die Abdichtung zweilagig ausgeführt. Die obere wurzelfeste Lage ist mit der unteren, ebenfalls bituminösen Abdichtungsbahn verschweißt. Die Dämmschicht bilden 200 mm starke PIR-Dämmplatten mit Aluminiumkaschierung, lose verlegt mit dichtem Fugenstoß. Darunter ist die Dampfsperre vollflächig auf einer Ausgleichsschicht aus Heißbitumen verschweißt. Die tragende Betondecke erhielt einen bituminösen Voranstrich. Ein Teil der Dachfläche ist zusätzlich mit Photovoltaikelementen ausgestattet.
Bautafel
Architektur: Herzog & de Meuron
Projektbeteiligte: Oxalis architectes paysagistes, Carouge (Freianlagen); Nicolas Fehlmann Ingénieurs Conseils, Genf (Tragwerksplanung); Werner Sobek, Stuttgart (Fassadenplanung); SRG engineering, Hemhofen (Technische Gebäudeausrüstung); Licht Kunst Licht, Berlin (Lichtplanung); Transsolar Energietechnik, Stuttgart (Nachhaltigkeitsberatung / Energiekonzept)
Bauherr: Banque Lombard Odier & Cie SA, Genf
Fertigstellung: 2025
Standort: Chemin Messidor 1, 1293 Bellevue, Schweiz
Bildnachweis: © Bloom Images, Hamburg
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