Lichtgauben und Lichtstraßen

Dachverglasungen und Oberlichtbänder

Dachgauben ermöglichen das Ausbauen von Dachgeschossräumen, die entweder eine zu geringe Kopfhöhe aufweisen oder keine ausreichende Grundrissgröße bieten würden. Je nach vorgesehener Fenstergröße, belichten sie den Dachraum üblicherweise mit schräg einfallendem Seitenlicht. Eine weit höhere Tageslichtausleuchtung von Räumen im Dachgeschoss bewirken sogenannte Lichtgauben. Sie lassen durch ihren hohen Verglasungsanteil nicht nur seitliches Licht, sondern auch von oben einfallendes Zenitlicht in den Raum und sorgen dadurch für eine bessere Ausleuchtung auch tiefer gelegener Raumzonen. Durch den großzügigen Ausblick und den gleichzeitigen Lichteinfall aus verschiedenen Himmelsrichtungen wird darüber hinaus ein interessantes Raumgefühl erzeugt.

Lichtstraßen sind ein traditionelles Bauelement in Bahnhöfen
Lichtstraße in einer Tiefgarage
Außenansicht der Lichtstraßen des Kunstmuseum Bonn

Lichtgauben bestehen aus einer wärmegedämmten Aluminiumkonstruktion mit bündig integrierten Fenstern. Sie werden als vorgefertigtes Bauteil geliefert und von außen auf die vorbereitete Dachöffnung gesetzt. In den gläsernen Dachschrägen der meist satteldachförmigen Gaube wird bei der Herstellung vorwiegend Sonnenschutzglas mit vergleichsweise hoher Lichtdurchlässigkeit verwendet. So kann einer möglichen sommerlichen Überhitzung des Raumes entgegen gewirkt werden, ohne dabei Tageslichteinbußen hinnehmen zu müssen. Lüftungsklappen im Dachbereich, die sich in der Regel elektronisch nach außen öffnen lassen, sorgen ebenfalls für die Vermeidung von Hitzestaus im Sommer. Sie gehören zwar nicht zur Standardausrüstung, können aber entsprechend bestellt werden. Wärmeverluste im Winter können durch den Einsatz einer effizienten Wärmeschutzverglasung minimiert werden.

Gläserne Gauben eignen sich für den Einbau in Dachkonstruktionen mit einer Neigung zwischen 30 und 70 Grad. Sie sind in verschiedenen Breiten zwischen etwa 90 und 150 cm als Satteldach- oder als Pultdachgaube erhältlich.

Lichtstraßen
Lichtstraßensysteme dienen der natürlichen Raumausleuchtung von industriell, gewerblich oder kommunal genutzten Gebäuden. Eine Lichtstraße ist eine durchgängig mit Dachoberlichtbändern belichtete Raumzone, die durch das von oben einfallende Zenitlicht einen maximalen Tageslichteintrag erhält und dadurch weniger Energie für eine zusätzliche Kunstlichtversorgung benötigt. Vorwiegend handelt es sich um Erschließungsbereiche, die auf diese Weise eine lichtgeführte Orientierung im Gebäude ermöglichen, Lichtstraßen kommen jedoch auch als strukturierende Hallenbelichtung zur Ausführung.

Trigonale Lichtstraßen ermöglichen Planern und Architekten mehrere Gestaltungsvarianten mit verschiedenen Neigungswinkeln des Daches. Vielfach werden auch tonnenförmige Konstruktionen eingesetzt, um die Dachöffnung zu überspannen. In beide Oberlichtformen lassen sich mit speziell angefertigten Rahmenkonstruktionen Be- und Entlüftungseinheiten oder Rauch- und Wärmeabzugssysteme integrieren. Als Sonnenschutzmaßnahme werden Lichtstraßen mit feststehenden oder steuerbaren Sonnenschutzlamellen oder mit speziellen Lochblechen verschattet.

Lichtstraßensysteme können nach dem Baukastenprinzip sowohl mit transparenten Glaselementen als auch mit Polycarbonatplatten ausgeführt werden, die für einen blendfreien Tageslichteintrag sorgen. Bis zu einer Öffnungsbreite von etwa 600 cm lassen sich die Elemente freitragend montieren. Bei kleineren Öffnungsbreiten werden lediglich andere Winkel verwendet und das Lichtstraßensystem gestaltet sich entsprechend höher bzw. steiler. Zur Aufnahme der Isolierglaseinheiten werden Aluminium-Strangpressprofile eingesetzt, die durch spezielle Kunststoff-Distanzhalter in der Regel thermisch getrennt ausgebildet sind. So entstehen nur minimale Wärmebrücken und eine Schwitzwasserbildung wird verhindert. Die Aluminium-Profile sind pulverbeschichtet in jeder beliebigen RAL-Farbe oder in metallischen Eloxalfarbtönen herstellbar.

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