Licht in Hotel und Gastronomie

In unvertrauten Umgebungen, zu denen in der Regel Restaurants, Gaststätten und Hotels gehören, sind unsere Sinne besonders geschärft. Details werden deutlich stärker wahrgenommen, als in Räumen, die wir täglich nutzen. Zudem erwarten wir in diesen klassischen Dienstleistungsbereichen angenehme Erlebnisse. Die primäre Anforderung der Lichtplanung besteht deshalb darin, für die Gäste ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich auf Anhieb wohl fühlen.

Generell ist es wichtig, dass die Lichtkonzeption nicht zu gleichförmig sein sollte
Ausbildungsrestaurant Rossi im SOS-Kinderdorf Berlin, Architekten: Ludloff Ludloff
Licht in Hotel und Gastronomie

In diesem Zusammenhang sind eine auf die jeweilige Nutzung abgestimmte, ausreichende Belichtung und eine problemlose Orientierung wichtige Kriterien. Der gezielte Einsatz von Licht zeigt den Gäste den Weg: vom Eingang zur Rezeption über die Erschließungswege bis zum Zimmer oder in der Gastronomie zur Garderobe, zum Tisch usw. Weniger relevante Bereiche sollten optisch in den Hintergrund treten. Die Belichtung sollte auch verschiedene Möglichkeiten zur Kommunikation schaffen. Diese wird zum Beispiel gefördert, wenn die Gesichter der Gesprächspartner in weichem, nicht zu schattigem Licht erscheinen (Rezeption, Bar, Restaurant). Generell gilt, dass die Lichtkonzeption nicht zu gleichförmig sein sollte und die eingesetzten Leuchten keine Blendung hervorrufen.

Bei der Wahl der Leuchten ist eine hohe Farbwiedergabe anzustreben. In Restaurants und in der Küche sollte er mindestens Ra 80 betragen, besser Ra 90. Energieeffiziente LED-Lösungen und digitale Lichtmanagementsysteme sind in allen Bereichen des Hotel- und Gaststättengewerbes sinnvoll.

Hotels

Foyers, Empfangs- und Eingangshallen sind für den ersten Eindruck entscheidend. Als zentrale Anlaufstellen sollten sie hell und übersichtlich sein sowie die Kommunikation und Informationsvermittlung unterstützen. An der Rezeption ist die Lichtqualität von besonderer Bedeutung. Um ausgewogene Lichtverhältnisse auf Gesichtern und auf dem Tresen zu erzielen, muss die meistens von oben nach unten gerichtete, stark schattenbildende Beleuchtung, durch einen hohen Anteil horizontal gerichteten Lichts ergänzt werden. In Hotelzimmern, die hauptsächlich in den Abendstunden und nachts genutzt werden, sollten die Gäste ihrer Stimmung entsprechend, das Helligkeitsniveau und die Lichtverteilung im Raum selbst wählen und steuern können. Zentrale Schaltmöglichkeiten der Beleuchtung am Eingang und am Bett steigern ebenfalls den Komfort. Arbeitsbereiche, wie Tagungs- und Konferenzräume, benötigen höhere Beleuchtungsstärken, da sie die Aufmerksamkeit der Nutzer fördern.

Restaurants
Unabhängig vom Konzept eines Restaurants ist eine visuell gute Erkennbarkeit der Speisen und der Tischnachbarn anzustreben. Die Tischoberfläche sollte heller beleuchtet sein als das Umfeld, die Gäste müssen sich gegenseitig gut wahrnehmen können.

Bäder, Saunen und Wellnessbereiche

In diesen Räumen sollte auf eine entspannungsfördernde Belichtung geachtet werden. Sie kann auf unterschiedliche Arten geschaffen werden, zum Beispiel mithilfe von gezielt eingesetztem farbigen Licht oder entsprechenden Steuersystemen mit Farb- und Helligkeitsverläufen, die Emotionen positiv beeinflussen. Bei ihrer Verwendung ist auf die Stimmung prägenden Eigenschaften der einzelnen Farben zu achten. Durch ein hohes Helligkeitsniveau und den Einsatz kühlerer Lichtfarben (4.000 K) lässt sich der optische Eindruck von Sauberkeit und Hygiene verstärken. Durch punktförmige Lichtquellen lassen sich Glanzlichter auf gefliesten Oberflächen erzielen.

Diensträume/Servicebereiche

Neben den öffentlichen, für den Gast zugänglichen Räumen gibt es eine Reihe von Diensträumen wie Büros, Küchen, Wäschereien oder Lager. Sie sind nicht unter dem primären Aspekt der Behaglichkeit, sondern der energieeffizienten und arbeitsplatzspezifischen Ausleuchtung zu berücksichtigen. Hier können erhöhte Anforderungen an Schutzarten der Leuchten zu erfüllen sein. In jedem Fall ist auf eine gute Wartbarkeit der Leuchten und ein geringe Bruchgefahr/Verletzungsgefahr zu achten. In der Regel ist in allen Bereichen eine Sicherheitsbeleuchtung vorzusehen.

Weitere Informationen

hat die Brancheninitiative licht.de im Heft 11 „Gutes Licht für Hotellerie und Gastronomie“ ihrer Schriftenreihe veröffentlicht. Es kann als Pdf-Datei auf der Website der Initiative kostenlos heruntergeladen werden (siehe Surftipps).

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 Die wichtigste Einheit aus einer Reihe von Begriffen zur Lichtplanung ist die Beleuchtungsstärke; sie wird in lux (lx) oder lumen pro Quadratmeter (lm/m²) gemessen

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Reflexblendung bezeichnet störende Reflexionen durch Tageslicht, Lampen oder Leuchten an spiegelnden oder glänzenden Oberflächen

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Erscheinungsbild eines Raumes mit hoher Farbtemperatur

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